Börse Dax schließt über 14.000-Punkte-Marke

Nach einer turbulenten Woche ist der Dax wieder über 14.000 Zähler geklettert – die Bilanz der vergangenen fünf Tage fällt mit plus 2,6 Prozent positiv aus. Auch die US-Börsen zeigen sich deutlich erholt, vor allem Tech-Werte gewinnen.
Deutsche Börse in Frankfurt am Main: Das erste Wochenplus seit fünf Wochen

Deutsche Börse in Frankfurt am Main: Das erste Wochenplus seit fünf Wochen

Foto: MAXIMILIAN VON LACHNER / EPA

Der Dax  hat am Freitag den ersten positiven Wochenabschluss seit Anfang April verbucht. Gestützt auf eine global wieder etwas anziehende Risikobereitschaft eroberte der deutsche Leitindex die runde Marke von 14.000 Punkten zurück, über der er zuletzt am Donnerstag der vergangenen Woche notiert hatte. Den Freitagshandel beendete er mit plus 2,1 Prozent auf 14.028 Punkte. Auf Wochensicht resultiert daraus ein Gewinn von 2,6 Prozent. Der MDax  für die mittelgroßen Unternehmen zog am Freitag um 2,3 Prozent an, der EuroStoxx  gewann 2,5 Prozent.

Eine Erholung an den New Yorker Börsen auf breiter Front lieferte zusätzlichen Rückenwind für die europäischen Aktienmärkte. Anleger setzen darauf, dass die US-Notenbank Fed von einem noch größeren Zinsschritt als 0,50 Prozentpunkte demnächst absehen wird.

Dax

In den vergangenen Tagen glichen die Schwankungen an den globalen Börsen jedoch einem Tauziehen zwischen Bullen und Bären. Rückschläge wurden gekauft, Erholungen aber auch schnell wieder verkauft.

Eine mehrwöchige Verluststrecke des Dax hat nun aber am Freitag ein Ende gefunden. Den bisher letzten Wochengewinn hatte der Index am 1. April verzeichnet, fünf schwache Wochen waren seither vergangen. Laut dem Marktexperten Thomas Altmann von QC Partners gibt es eine positive Entwicklung auf breiter Basis.

Alle Indizes, Fonds und Aktien auf einen Blick:
Hier geht es zu unserer Börsenseite 

Kaum Verlierer im Dax

Ex Dividende gehandelte Aktien außen vor gelassen, gab es kaum Verlierer im Dax. In der Berichtssaison wurde es jedoch vor dem Wochenende ruhiger. Im Blick standen noch die Resultate der Deutschen Telekom. Nach der Tochter T-Mobile US erhöhte nun die Deutsche Telekom ebenfalls ihre Jahresziele. Laut Händlern überraschte dies aber nicht mehr wirklich. Nach einem mäßigen Auftakt legten die T-Aktien marktkonform um 2,1 Prozent zu. Als bester Dax-Wert gewannen die Aktien des Kochboxenversenders Hellofresh 9,3 Prozent.

Mit plus 5,4 Prozent verzeichneten im MDax auch Carl Zeiss Meditec nach Vorlage von Geschäftszahlen relativ deutliche Kursgewinne. Im SDax der kleineren Börsentitel legten nach Zahlen Vitesco um 7,6 Prozent zu. Der Autozulieferer gab sich trotz eines absehbar schwierigen zweiten Quartals optimistisch.

Nasdaq steigt stark, Twitter verliert zweistellig

Die Anleger an der Wall Street haben sich zum Ende einer verlustreichen Börsenwoche ein Herz gefasst und bei Aktien zugegriffen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte lag am Freitag 1,3 Prozent höher bei 32.155 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 stieg um 2,4 Prozent auf 4023 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq zog zuletzt sogar um 3,8 Prozent auf 11.805 Punkte an.

Entgegen der allgemeinen Markterholung gab jedoch die Aktie von Twitter zwischenzeitlich zweistellig nach. Tesla-Chef Elon Musk hatte am Freitag mitgeteilt, dass die von ihm geplante Twitter-Übernahme derzeit auf Eis liege.

Ansonsten waren vor allem im Tech-Sektor Schnäppchenjäger unterwegs. Die Wachstumsaktien Microsoft, Apple, Google-Eigentümer Alphabet, Amazon und Nvidia legten zwischen 3 und 9 Prozent zu, nachdem sie die meiste Zeit der Woche gefallen waren.

Nasdaq

Asien-Börsen im Plus

Die asiatischen Anleger haben sich von den Zinssorgen an der Wall Street nicht beirren lassen und sorgten deswegen am Freitag zum Ende der Woche noch mal für etwas Erholung an den Börsen. "In der Form der US-Staatsanleihenkurve sehen wir keine besonders neuen Rezessions-/Abschwächungssignale, sondern nur die gleiche konsistente deutliche Verlangsamung, die für das zweite Halbjahr 2023 vorgesehen ist", so Alan Ruskin, Makrostratege bei der Deutschen Bank.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index  lag im Verlauf 2,6 Prozent höher bei 26.422 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 1,9 Prozent und lag bei 1865 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 0,4 Prozent im Plus.

Bitcoin erobert 30.000 Dollar-Marke zurück

Die weltweit bekannteste Digitalwährung Bitcoin hat sich von ihrem jüngsten Kursrutsch wieder erholt und die Marke von 30.000 US-Dollar zurückerobert. Auf der Handelsplattform Bitstamp  notierte die Cyberdevise zuletzt bei 30.065 US-Dollar. Zuvor war sie auf knapp 26.000 US-Dollar gefallen.

"Abzuwarten bleibt, ob sich der Erholungsversuch nachhaltig ausgestaltet", sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. "Sämtliche zuletzt zu beobachtende Gegenbewegungen waren temporärer Natur und wurden regelmäßig wieder abverkauft."

Die Kryptowährung ist seit Jahresbeginn unter Druck. Im November vergangenen Jahres erreichte der Bitcoin noch ein Rekordhoch von 69.000 US-Dollar. Seitdem hat sich die Bewertung mehr als halbiert.

Bitcoin

Ölpreise legen weiter zu

Am Rohölmarkt schob die Diskussion um ein EU-Embargo russischer Öl-Lieferungen die Ölpreise erneut an. Die Sorte Brent  aus der Nordsee verteuerte sich um 3 Prozent auf 110,78 Dollar je Barrel (159 Liter). Der Preis für ein Fass der US-amerikanischen Sorte West Texas Intermediate  (WTI) stieg um 3,5 Prozent auf 109,86 Dollar.

Allerdings bremsten Spekulationen auf eine geringere Nachfrage beim Topabnehmer China wegen der dortigen Konjunkturrisiken den Anstieg, sagte Stephen Innes, Geschäftsführer beim Vermögensverwalter SPI. "Investoren warten auf ein Licht am Ende des chinesischen Lockdown-Tunnels." Die sinkenden Fallzahlen auf der einen und die wiederholte Verschärfung der Pandemie-Beschränkungen auf der anderen Seite tauchten sie in ein Wechselbad der Gefühle.

Brent

Der Ölmarkt befindet sich seit einiger Zeit in einem Spannungsverhältnis zwischen gegenläufigen Kräften. Für steigende Erdölpreise sprechen bereits seit einigen Wochen die Angebotsbedingungen. Das Verhältnis zwischen dem Westen und Russland hat sich wegen des Ukraine-Kriegs deutlich verschlechtert. Als Folge von Sanktionen findet das russische Rohöl in westlichen Ländern kaum noch Abnehmer.

Mit Nachrichtenagenturen