Börse Dax nach Notenbankbeschlüssen im Plus

Nach den geldpolitischen Beschlüssen von Fed und EZB schließt der deutsche Aktienmarkt mit Kursgewinnen. Im Fokus standen unter anderem die Aktien von Airbus, Metro und Delivery Hero im Fokus. An der Wall Street verläuft der Handelsstart uneinheitlich.
Gute Laune: Doch am Nachmittag geben die Aktienmärkte in Europa und den USA einen Teil ihrer Gewinne wieder ab

Gute Laune: Doch am Nachmittag geben die Aktienmärkte in Europa und den USA einen Teil ihrer Gewinne wieder ab

Foto: Frank Rumpenhorst / picture-alliance/ dpa

Der geldpolitische Kurs der US-Notenbank Fed zur Bekämpfung der Inflation ist am Donnerstag an den Börsen gut angekommen. Der Leitindex Dax  nahm wieder Fahrt auf, stieg zwischenzeitlich um mehr als 1,5 Prozent auf das Tageshoch von 15.780 Punkten. Nach der Entscheidung der EZB, den Leitzins bei null Prozent zu belassen und das Krisen-Anleihekaufprogramm auslaufen zu lassen, schloss der Leitindex letztlich noch mit gut 1 Prozent im Plus bei 15.636 Punkten.

Dax

Der MDax der mittelgroßen Börsentitel gewann am Nachmittag 0,4 Prozent auf 34.472 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 legte ebenfalls zu.

US-Börsen geben Gewinne nach Fed-Entscheidung teilweise ab

Die Freude der Anleger über die US-Geldpolitik hielt am Donnerstag zunächst an, dann allerdings gaben Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 ihre Gewinne zum Teil wieder ab. Zuletzt notierte der S&P 500 etwa auf Vortagesstand, der Dow Jones legte um 0,5 Prozent zu, der Technologieindex Nasdaq stand in der Verlustzone.

Nasdaq

In den USA will die Fed schneller als bisher beabsichtigt aus ihrer extrem lockeren Geldpolitik aussteigen und deutete für das kommende Jahr drei Zinserhöhungen an. Damit können die Anleger nun planen. Die Unsicherheit weicht. Wie Analystin Birgit Henseler von der DZ Bank kommentierte, steigt das Leitzinsniveau in den USA zwar "schneller, auf lange Sicht aber nicht höher". Das bis Ende 2024 erwartete Zinsniveau habe sich kaum verändert. Die Notenbanker wollten "lieber früher handeln", um später "nicht länger und aggressiver auf der Bremse stehen zu müssen".

Alle Indizes, Fonds und Aktien auf einen Blick:
Hier geht es zu unserer Börsenseite 

EZB setzt sich von der Politik der Fed ab

Zur Europäischen Zentralbank dagegen schrieb Volkswirt Michael Heise vom Vermögensverwalter HQ Trust: "Die Beschlüsse der EZB sind allenfalls eine geringfügige Korrektur an einer weiterhin sehr expansiven Politikausrichtung. Dämpfende Auswirkungen auf die Inflationsrate sind davon nicht zu erwarten." Entsprechend habe sich die EZB von der Politik der Fed abgesetzt. Wie erwartet läuft die weitere Aufstockung des Pandemie-Notfallankaufprogramm Pepp im März 2022 aus. Fällig werdende Anleihen werden aber bis mindestens Ende 2024 reinvestiert. Dem bestehenden Kaufprogramm APP wird indes wieder eine größere Bedeutung zugemessen.

Airbus gewinnt Großauftrag

Zu den größten Gewinnern im Dax zählten die Aktien von Airbus, sie stiegen zuletzt noch um mehr als 3 Prozent. Der Flugzeugbauer hat den US-Rivalen Boeing bei einem Großauftrag in Australien ausgestochen.

Delivery Hero gaben dagegen einen Großteil ihrer Gewinne von in der Spitze 3,5 Prozent ab und notierte zuletzt noch mit 1,28 Prozent im Plus. Die Bank Jefferies hatte die Aktien des Essenslieferanten zu den Favoriten 2022 erklärt hatte.

Im MDax stiegen die Anteile von Jungheinrich an die Index-Spitze mit plus 3,9 Prozent. Das Bankhaus Metzler bekräftigte seine Kaufempfehlung mit einem leicht auf 55 Euro angehobenen Kursziel. Der Gabelstaplerhersteller dürfte die höheren Rohstoffkosten dank anziehender Preise und eigener Maßnahmen locker kompensieren können, erwartet Analyst Stephan Bauer. Auch die Nachfragetrends hält er für ermutigend.

Unter den kleineren Börsentiteln verloren Metro nach einem enttäuschenden Ergebnisausblick des Handelsunternehmens 8,1 Prozent. Zudem soll es für das abgelaufene Geschäftsjahr keine Dividende geben.

Bitcoin nimmt 50.000-Dollar-Marke in den Blick

Der Bitcoin nimmt nach den Verlusten der vergangenen Tage wieder Kurs auf die Marke von 50.000 US-Dollar. Zuletzt notierte die weltweit wichtigste und bekannteste Cyberwährung auf der Handelsplattform Bitstamp  bei rund 49.100 US-Dollar. Ihren diesjährigen Tiefstand markierte die Cyberdevise bei 27.734 US-Dollar am 4. Januar – und hat sich seitdem zeitweise mehr als verdoppelt. Anfang November erreichte der Bitcoin ein Rekordhoch bei 67.000 US-Dollar.

Bitcoin

Ölpreise legen zu

Die Ölpreise haben am Donnerstag moderat zugelegt. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  74,58 US-Dollar. Das waren 70 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate  (WTI) stieg um 78 Cent auf 71,65 Dollar.

Brent

Auch die Ölpreise profitierten von den positiv aufgenommenen Entscheidungen der US-Notenbank Fed. Zusätzliche Unterstützung kam von neuen Lagerdaten aus den USA. Nach Angaben des Energieministeriums vom Mittwoch sind die Rohölvorräte in der vergangenen Woche deutlich gefallen. Fallende Reserven werden an den Märkten meist mit steigenden Preisen quittiert, da die Entwicklung für eine steigende Ölnachfrage oder ein knapperes Angebot sprechen kann.

Mit Nachrichtenagenturen
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.