Börse Dax schließt mit Plus, Dow legt zu, Bitcoin über 16.000 US-Dollar-Marke

Nach einem zwischenzeitlichen Höchststand schließt der Dax mit einem Plus von 0,29 Prozent. Der Dow legt zuletzt wieder zu. Der Bitcoin liegt wieder über der 16.000 US-Dollar-Marke.
Im Blickpunkt: Deutscher Leitindex Dax

Im Blickpunkt: Deutscher Leitindex Dax

Foto: Boris Roessler / dpa

Der Dax  hat am Dienstag seine leichten Verluste vom Wochenstart fast wieder wettgemacht. Der deutsche Leitindex war am Vormittag auf den höchsten Stand seit Anfang Juni geklettert und schloss in einem freundlichen Umfeld 0,29 Prozent höher bei 14 422 Punkten. Der MDax  der mittelgroßen Werte legte um 0,28 Prozent auf 25 619 Zähler zu. Die Konsolidierung nach der wochenlangen Erholungsrally setzte sich somit fort. Der EuroStoxx 50  als Leitbarometer der Eurozone gewann zuletzt 0,53 Prozent bei 3930 Punkten.

Potenzielle Treiber für den Aktienmarkt gab es am Dienstag kaum und sie könnten auch im weiteren Wochenverlauf ausbleiben, denn in den USA findet am Donnerstag wegen des Thanksgiving-Feiertages kein Handel und am Freitag nur ein verkürzter Handel statt. Der Charttechnik-Analyst Marcel Mußler geht deshalb davon aus, dass an der Börse hierzulande weitere Konsolidierungstage kommen könnten.

Insgesamt dienen Hoffnungen auf weniger große Zinsschritte der Notenbanken den Märkten nach wie vor als Treiber, während Meldungen über stark steigende Covid-Fälle in China die Kurse eher ausbremsen. Eine Jahresendrally liegt laut dem Marktexperten Andreas Lipkow durchaus im Bereich des Machbaren, doch es würden dafür noch mehr positive Impulse benötigt.

Laut Konstantin Oldenburger, Marktanalyst beim Handelshaus CMC Markets, könnte es am Mittwochnachmittag vor dem langen Thanksgiving-Wochenende nochmal spannend werden. Denn dann werden die US-Inflationserwartungen aus der Umfrage der Universität von Michigan veröffentlicht. In der Regel fänden diese Zahlen zwar nicht wirklich Beachtung, aber "bei der Suche nach der Antwort auf die Frage, ob die Inflation wirklich ihren Höhepunkt erreicht hat, nehmen die Anleger alle Datenpunkte dankend an".

Thyssenkrupp-Aktien verlieren deutlich

TAG Immobilien streicht für das Jahr 2022 die Dividende. Ein schlimmeres Signal könne ein Unternehmen gar nicht senden, kommentierte ein Händler. Von Anlegern bekam TAG dafür die Quittung in Form eines Kursverlusts von fast 12 Prozent. Damit waren die Aktien das klare Schlusslicht im MDax. Steigende Zinsen und die Inflation erschweren derzeit massiv das Umfeld für die stark kreditfinanzierte Immobilienbranche.

Thyssenkrupp sackten nach einer Aktienplatzierung durch einen Großaktionär um mehr als 4 Prozent ab. Laut Händlern verkaufte der schwedische Investor Cevian weitere 3,8 Prozent seiner Beteiligung am deutschen Stahl- und Industriekonzern zum Preis von 5,15 Euro je Papier.

Weiter im Aufwind befinden sich die Papiere des Rüstungskonzerns Rheinmetall. Sie kletterten auf den höchsten Stand seit Anfang August und verbuchten einen Zuwachs von zuletzt 5,75 Prozent.

Uniper setzten ihre Rally nochmals mit prozentual zweistelligem Kurszuwachs fort, ehe das Plus am Nachmittag auf gut 0,07 Prozent abschmolz. Aktuell hilft Uniper laut Börsianern, dass der deutsche Gaskonzern VNG Berichten zufolge offenbar auf Staatshilfen hoffen darf. Aber auch der europäische Versorgersektor insgesamt zeigte zuletzt Stärke. Auslöser war vor allem die Klarheit bezüglich der britischen Übergewinnsteuern für Produzenten Erneuerbarer Energie.

Chemiewerte waren im Dax unter den Favoriten. Covestro, Brenntag und BASF gewannen bis zu viereinhalb Prozent. Börsenkenner Andreas Lipkow zufolge sorgen hier die stark gefallenen Energieträgerpreise für Kauflaune.

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Verhaltener Start in kurze Thanksgiving-Woche

Das Auf und Ab an den US-Börsen hat sich am Dienstag fortgesetzt. Nachdem der Dow Jones Industrial zum Wochenstart noch leicht nachgegeben hatte, legte der bekannteste Wall-Street-Index nun um 0,9 Prozent auf 34000 Punkte zu.

Der S&P 500 gewann im frühen Handel 0,60 Prozent auf 3974 Zähler. Auch die überwiegend mit Technologieaktien bestückten Nasdaq-Börsen fanden kurz nach dem Handelsstart den Weg ins Plus. Der Nasdaq 100 stieg zuletzt um 0,21 Prozent auf 11 578 Punkte.

Die Anleger hätten jedoch nach wie vor Schwierigkeiten, die kurz- bis mittelfristigen Aussichten für risikobehaftete Anlagen wie Aktien einzuschätzen, sagte Pierre Veyret, Marktbeobachter beim Broker ActivTrades. Zumal sich der Dow seit Mitte Oktober mit einem Plus von 18,5 Prozent in der Spitze bereits deutlich erholt hat und die aktuellen Signale wenig Grund zu weiterem Optimismus geben.

So verzögern erneut rasant steigende Corona-Fälle in China und neue Corona-Tote seit einem halben Jahr eine Rückkehr zu wirtschaftlicher Normalität. Denn eigentlich wollte die Regierung ihre strenge Null-Covid-Politik lockern, stattdessen wurden die nächsten Lockdowns verhängt.

Außerdem bremsen US-Währungshüter die Risikobereitschaft, ergänzte Veyret. Diese bekräftigten zuletzt, dass der Kampf gegen die Inflation noch lange nicht gewonnen sei. Neue Indizien für den künftigen Zinskurs erhoffen sich die Anleger am Mittwoch, wenn das Protokoll der vergangenen Fed-Sitzung veröffentlicht wird. Aktuell wird davon ausgegangen, dass die Fed ihr hohes Straffungstempo auf der nächsten Zinssitzung Mitte Dezember etwas verringern wird. Zuletzt hatte sich die regionale Fed-Chefin von San Francisco, Mary Daly, entsprechend geäußert. An diesem Dienstag wollen sich weitere Zentralbanker zu Wort melden.

Nachzügler der Berichtssaison stehen im Blick

Auf Unternehmensseite standen Nachzügler der Berichtssaison im Blick. Der Elektronikhändler Best Buy überzeugte mit einem angehobenen Gewinnausblick, was den Aktien ein Plus von knapp 10 Prozent bescherte. Um knapp 15 Prozent ging es für die Papiere von Abercrombie & Fitch nach oben. Auch der Textilhändler überraschte positiv. Er übertraf im dritten Quartal die Umsatzerwartungen.

An der Nasdaq erfreute der Chipkonzern Analog Devices die Anleger, da er einen Ausblick auf das laufende Quartal ablieferte, der als unerwartet optimistisch bewertet wurde. Die Anteilsscheine stiegen um 3,5 Prozent.

Die Aktien von Zoom Video dagegen sackten als eines der Schlusslichter im Nasdaq 100 um 7,6 Prozent ab. Der Anbieter von Videokonferenzen tut sich nach dem Boom zu Beginn der Corona-Pandemie immer schwerer. Er verzeichnete im abgelaufenen Quartal das schwächste Wachstum seit der Unternehmensgründung im Jahr 2011. Entsprechend kappte das Management nun die Umsatzprognose für das Gesamtjahr.

Die Medtronic-Aktien büßten im S&P 100 knapp 6 Prozent ein. Anleger störten sich daran, dass das Gesundheitstechnologie-Unternehmen die Gewinnerwartungen im ersten Geschäftshalbjahr verfehlte und seine Gewinnprognose je Aktie für das kommende Jahr 2022/23 senkte.

Börsen in Asien durchwachsen

Die asiatischen Aktienmärkte haben am Dienstag eine durchwachsene Entwicklung verzeichnet. Etwas stärker ging es an technologielastigen Märkten wie Hongkong und Südkorea nach unten. Sie folgten damit den Vorgaben der Nasdaq. Besser sah es in Japan, Australien und Indien aus. Erneut dämpften Sorgen vor einem Lockdown in China die Stimmung, wie die Marktstrategen der Deutschen Bank anmerkten. Verschärfte Restriktionen in betroffenen Städten verstärkten die Bedenken, die bereits zu Wochenbeginn belastet hatten.

Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten chinesischen Unternehmen an den Festlandbörsen stieg zuletzt um 0,1 Prozent, während der Hang-Seng-Index in der Sonderverwaltungszone Hongkong allerdings um mehr als 1 Prozent sank. In Japan schloss der Tokioter Nikkei-Index  um 0,6 Prozent höher.

Bitcoin über 16.000 US-Dollar

Die weltweit bekannteste Digitalwährung Bitcoin bleibt unter Druck und notierte auf der Handelsplattform Bitstamp  zuletzt bei 16,180 US-Dollar und bewegt sich nach einer Talfahrt wieder 0.62 Prozent im Plus. Im November vergangenen Jahres erreichte der Bitcoin noch ein Rekordhoch von 69.000 US-Dollar.

Bitcoin

Ölpreise stark schwankend

Die Ölpreise haben sich am Dienstag im frühen Handel zunächst kaum bewegt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  kostete am Morgen 87,44 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate  (WTI) sank geringfügig auf 79,95 Dollar.

Am Montagnachmittag hatte ein Pressebericht am Ölmarkt für große Aufregung und kräftige Preisschwankungen gesorgt. Das "Wall Street Journal" hatte berichtet, Saudi-Arabien diskutiere mit anderen Opec-Staaten über eine Förderanhebung. Daraufhin gaben die Erdölpreise stark nach. Als Saudi-Arabien den Bericht wenige Stunden später dementierte, legten die Ölpreise wieder auf ihr Ausgangsniveau zu.

Hintergrund der Berg- und Talfahrt ist, dass eine Produktionsausweitung dem erst kürzlich beschlossenen Kurs des Ölverbunds Opec+ entgegenstehen würde. Seit Anfang November fördern die von Saudi-Arabien und Russland angeführten rund zwanzig Staaten deutlich weniger Öl. Grund für die Kürzung waren die in den Sommermonaten deutlich gefallenen Rohölpreise – eine Folge der zunehmend schwachen globalen Konjunktur.

Mit Nachrichtenagenturen
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