Börse Dax sackt wegen Omikron-Unsicherheiten weiter ab

Die Sorgen um die neue Virusvariante Omikron lassen den Dax erneut einknicken. Besonders unter Druck stehen die Aktien von Infineon. Die Kurse an der Wall Street stabilisieren sich dagegen nach dem jüngsten Kursrutsch wieder.
Händlerin an der Deutschen Börse in Frankfurt am Main: Die neue Virusvariante Omikron belastet die Aktienmärkte weltweit

Händlerin an der Deutschen Börse in Frankfurt am Main: Die neue Virusvariante Omikron belastet die Aktienmärkte weltweit

Foto: Niklas Rüge/ dpa

Die hohen Schwankungen am Aktienmarkt seit dem Auftauchen der neuen Coronavirus-Variante Omikron haben sich am Donnerstag fortgesetzt. Nach seiner deutlichen Vortageserholung ging es für den deutschen Leitindex Dax  wieder bergab. Zum Handelsschluss notierte der Dax 1,4 Prozent schwächer bei 15.263 Punkten. Der MDax  der mittelgroßen Werte sank um 1,6 Prozent auf 33.774 Punkte. Der EuroStoxx 50  als Leitbarometer der Eurozone verlor 1,9 Prozent.

Dax

Experten sehen die Schwankungen weiter als Ausdruck der Nervosität der Anleger. Die Coronavirus-Variante Omikron hat die Märkte im Griff. Nachrichten dazu bewegen die Kurse nach wie vor deutlich. In den USA wurde inzwischen der erste Omikron-Fall nachgewiesen, worauf die New Yorker Börsen am Vorabend mit deutlichen Abschlägen reagiert hatten. Einige Marktteilnehmer zeigten sich über diese Reaktion überrascht, da eine rasche Verbreitung von Omikron in vielen Ländern nicht wirklich erstaunen sollte.

In den USA wurde inzwischen der erste Omikron-Fall nachgewiesen, worauf die New Yorker Börsen am Vorabend mit deutlichen Abschlägen reagiert hatten.

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Tech-Firmen wegen Apple unter Druck

Papiere von Pandemie-Profiteuren wie Delivery Hero, Zalando und Hellofresh wurden am Donnerstag verkauft, Delivery Hero sackten als Schlusslicht im Dax um mehr als sechs Prozent ab.

Ein Bericht über eine offenbar nachlassende Nachfrage nach dem neuen iPhone von Apple belastete zudem Papiere von Halbleiterunternehmen und Apple-Zulieferern. Infineon verloren 4,6 Prozent.

Nach Bekanntgabe der Prognosen fielen im MDax die Anteile des Immobilienportal-Betreibers Scout24 auf ein Tief seit April 2020. Zuletzt belief sich das Minus auf 8,3 Prozent.

Der Kurs von Teamviewer sank nochmals auf ein Rekordtief, zuletzt büßten die Titel 6,4 Prozent ein. Der Softwarehersteller muss im Zuge der in drei Wochen anstehenden Veränderungen in den großen europäischen Indizes den breit gefassten Stoxx Europe 600 verlassen. Er teilt dieses Schicksal mit dem Immobilienkonzern Grand City Properties und dem Online-Händler für Haustiefbedarf Zooplus. Der Abstieg von Teamviewer folgt auf den starken Kursverfall der vergangenen Monate, nachdem das Unternehmen seine hochgesteckten Wachstumsambitionen deutlich zusammengestutzt hatte.

Thyssenkrupp lieferten Aussagen des Industrie- und Stahlkonzernsanlässlich seines Investorentages nicht lange Rückwind. Bereits im späten Vormittagshandel drehten die Titel ins Minus, zuletzt standen sie fast vier Prozent tiefer.

USA: Omikron vernichtet Erholung

Nach dem jüngsten Kursrutsch stabilisiert sich die Wall Street. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 legten zur Eröffnung am Donnerstag bis zu ein Prozent zu, nachdem sie am Mittwoch jeweils mehr als ein Prozent verloren hatten.

Nasdaq

Der Kursrutsch als Reaktion auf das Auftauchen der neu entdeckten Omikron-Variante in den USA sei überzogen gewesen, sagte Analyst David Madden vom Brokerhaus Equiti Capital. "Die Leute werden merken, dass sie kein großes Problem für die Erholung der US-Wirtschaft darstellt." Allerdings werde die Nervosität die Börsen noch einige Zeit begleiten, bis Wissenschaftler mehr über die Gefährlichkeit des Erregers herausgefunden hätten, gab Sam Stovall, Chef-Anlagestratege des Research-Hauses CFRA, zu bedenken.

Zu den Favoriten am US-Aktienmarkt gehörte Boeing mit einem Kursplus von 4,4 Prozent. Die chinesische Flugaufsicht verteilte an Fluggesellschaften Direktive mit notwendigen Änderungen an Fliegern des Typs 737 MAX. Dies gilt als Voraussetzung für eine Freigabe der Maschinen für den Betrieb. Nach mehreren Abstürzen hatten zahlreiche Staaten diesen Fliegern vor etwa zweieinhalb Jahren die Flugerlaubnis entzogen. China sei ein sehr wichtiger Markt für den Airbus-Rivalen, schrieb Analystin Sheila Kahyaoglu von der Investmentbank Jefferies. Rund 20 Prozent aller Bestellungen für 737 MAX komme aus diesem Land.

Asien: Auch hier belastet Omikron

Die Virusvariante Omikron verunsichert auch die Anleger in Asien. "Es gibt eine Reihe offener Fragen zu der neuen Variante, die weitgehend unbeantwortet bleiben und noch Tage oder Wochen unbeantwortet bleiben werden", sagte Kyle Rodda, Analyst bei IG Markets in Melbourne. Angesichts der Tatsache, dass die US-Notenbank ihre Stimulierungsmaßnahmen reduziere und sich auf eine Zinserhöhung vorbereite, sei dies das erste Mal seit langer Zeit, dass die Märkte eine schlechte Entwicklung nicht als weiteren Vorwand nehmen, um Aktien in Erwartung einer Liquiditätserhöhung durch die Fed zu kaufen.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index  lag im Verlauf 0,7 Prozent tiefer bei 27.751 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 0,5 Prozent und lag bei 1928 Punkten. Die Börse in Shanghai lag unverändert. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 0,2 Prozent.

Bitcoin

Die weltweit bekannteste Digitalwährung Bitcoin bewegt sich weiter in einer engen Spanne. Zuletzt notierte die Cyberdevise kaum verändert bei 56.500 US-Dollar.

Bitcoin

Ölpreise

Die Ölpreise sind am Donnerstag vor neuen Beschlüssen des Ölverbunds Opec+ gestiegen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  mit Lieferung im Februar 69,77 US-Dollar. Das waren 90 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) mit Lieferung im Januar stieg um 87 Cent auf 66,44 Dollar.

Brent

Nachdem das Auftauchen einer als besorgniserregend eingestuften Omikron-Variante des Coronavirus die Ölpreise in den vergangenen Handelstagen mehrfach stark belastet hatte, rückt ein Treffen des Ölverbunds Opec+ in den Mittelpunkt des Interesses am Ölmarkt. Im Verlauf des Tages werden Beschlüsse zur weiteren Förderpolitik des Ölverbunds erwartet, in dem sich die Mitgliedstaaten der Opec und andere wichtige Ölstaaten, darunter Russland, zusammengeschlossen haben.

Mit Nachrichtenagenturen
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