Börse Dax baut Gewinne aus

Der Dax baut seine Gewinne aus, da sich die Erholung an der Wall Street fortsetzt. Aktien von SAP geraten dagegen unter Druck. Bitcoin steigt wieder deutlich.
Dax-Kurve: Am Mittwoch geht es wieder aufwärts

Dax-Kurve: Am Mittwoch geht es wieder aufwärts

Foto: Daniel Reinhardt/ picture alliance / dpa

Der Dax hat seine Erholung am Mittwoch fortgesetzt. Unterstützung kam wie bereits am Vortag aus den USA, wo die Börsenstimmung nach einem schwachen Wochenauftakt seit Dienstag wieder recht optimistisch ist. Mit Spannung wird hierzulande aber auch auf die Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) am Donnerstag gewartet.

Der deutsche Leitindex beendete den Xetra-Handel (17.30 Uhr) mit plus 1,3 Prozent auf 15 422 Punkte, nachdem er am Montag zeitweise bis knapp über 15 000 Punkte eingeknickt war. Der MDax zog zur Wochenmitte um 1,63 Prozent auf 34 503,48 Punkte an und auch europaweit war die Börsenlaune wieder bestens. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 1,78 Prozent auf 4026,68 Zähler und auch in Paris und London wurden kräftige Erholungsgewinne verzeichnet.

In den USA stieg der Dow Jones Industrial zum europäischen Handelsschluss um 0,6 Prozent und auch die technologielastige Nasdaq-Börse legte zu.

Dax

Dax, Dow und Aktien auf einen Blick: Hier geht es zur Börsenseite 

Warten auf die EZB am Donnerstag

"Während in den USA die laufende Berichtssaison für frische Impulse sorgt und die Aktienmärkte auf hohem Niveau hält, hoffen die Investoren auf dieser Seite des Atlantiks, dass die EZB der Börse neues Leben einhauchen kann", sagte Markanalyst Milan Cutkovic von Axi. Eigentlich war eine recht ereignislose Juli-Sitzung erwartet worden, bis EZB-Chefin Christine Lagarde verkündete, dass das kommende Meeting von Bedeutung sein werde.

Angekündigt wurden unter anderem neue Informationen zur Ausrichtung der Geldpolitik, um so die Weichen für die kommenden Jahre neu zu stellen. Stratege Robert Greil von Merck Finck erwartet unter anderem, dass die EZB etwa "das neue, symmetrische und glatte Zwei-Prozent-Inflationsziel" adressieren werde, "das ihr noch mehr Flexibilität gibt".

SAP hebt Ausblick an, Anleger verkaufen trotzdem

Im Blick der Anleger standen am Mittwoch aber erst einmal vor allem Unternehmen mit Quartalsberichten und Aussagen zu den Jahreszielen. So hob Europas größter Softwarehersteller SAP nach einem unerwartet robusten zweiten Jahresviertel seine Prognosen für das Gesamtjahr lediglich leicht an. Das enttäuschte so manchen, so dass die Papiere als klares Schlusslicht im Dax 2,5 Prozent einbüßten.

Die von Daimler gesenkte Absatzprognose für das Autogeschäft und drohender Gegenwind bei den Kosten drückten indes nur zeitweise auf den Aktienkurs. Letztlich schlossen die Anteilsscheine des Stuttgarter Auto- und Lkw-Bauers marktkonform mit plus 1,1 Prozent.

Nebenwerte: Hochtief und Krones gefragt

Im MDax ging es für Hochtief um 2,8 Prozent nach oben, nachdem die australische Tochter Cimic nach einem Umsatz- und Gewinnplus weiter zuversichtlich nach vorn schaut. Ein Kurssprung von 9,0 Prozent katapultierte zugleich die Papiere von Alstria Office an die Index-Spitze und auch auf das höchste Niveau seit Februar 2020. Der Nachrichtenagentur Bloomberg zufolge erwägt der kanadische Vermögensverwalter Brookfield laut mit der Angelegenheit vertrauten Personen eine Übernahme.

Um 4,2 Prozent ging es zudem im SDax für Pfeiffer Vacuum nach oben, denn der Hersteller von Vakuumpumpensystemen legte nach einem Rekordumsatz im ersten Halbjahr die Latte für das Gesamtjahr ein weiteres Mal höher.

Ansonsten erwiesen sich positive Analystenkommentare als Kurstreiber. So schnellten die Aktien des Motorenbauers Deutz nach einer Kaufempfehlung von Warburg Research an der Spitze des Nebenwerte-Index um knapp 10 Prozent in die Höhe. Die Anteilsscheine von Krones zogen angesichts einer Kaufempfehlung der Investmentbank Stifel um fast 6 Prozent an. Im Dax profitierten die Papiere der Munich Re mit einem Plus von 3,5 Prozent von einer Empfehlung der DZ Bank. Der Rückversicherer habe dank des hohen Quartalsgewinns die Chance, sein Jahresziel sogar zu übertreffen, hieß es.

Der Euro kostete am Abend 1,1794 US-Dollar. Die EZB setzte den Referenzkurs am Nachmittag auf 1,1772 (Dienstag: 1,1775) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8495 (0,8493) Euro. Am Anleihemarkt stieg die Umlaufrendite deutscher Rentenpapiere von minus 0,47 Prozent am Vortag auf minus 0,46 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,05 Prozent auf 145,99 Punkte. Der Bund-Future gab um 0,19 Prozent auf 175,54 Zähler nach

Wall Street: Dow Jones setzt Erholung fort

An der Wall Street setzte der Dow Jones seine Erholung fort: Die großen Standardwerte dürften weiter auf der Erholungswelle reiten und positive Impulse aus Berichtssaison mitnehmen, die nun in den USA voll im Gange im Gange ist. Zuletzt notierte der Dow 0,44 Prozent im Plus auf 34 664 Zähler.

Ein mit Enttäuschung aufgenommener Ausblick des Streamingdienstes Netflix belastet indes die Technologiebörse - dort werden zum Auftakt leichte Abschläge erwartet. IG sah den technologielastigen Auswahlindex Nasdaq 100 zuletzt leicht mit 0,08 Prozent im Minus bei 14 715 Punkten.

Coca Cola und J&J gefragt

Zahlreiche Konzerne erfreuten die Anleger bereits mit aufgehübschten Prognosen für das Jahr, darunter auch die Limo-Ikone Coca Cola. Dass in Restaurants, Stadien oder Kinos - wo ein Großteil der Einnahmen des Konzerns entsteht - wieder mehr Betrieb einkehrte, bescherte dem Pepsi-Rivalen im vergangenen Quartal einen kräftigen Umsatz- und Ergebniszuwachs. Vorbörslich ging es für die Coca-Cola -Aktien deutlich nach oben.

Nasdaq

Auch beim Telekommunikationskonzern Verizon und dem Pharma- und Covid-19-Impfstoffhersteller Johnson & Johnson griffen die Anleger bereits vor dem offiziellen Handelsstart zu - auch hier lockten höhere Ziele für das Jahr.

Während Anleger darüber hinaus noch die Zahlen von Motorrad-Hersteller Harley Davidson zu verdauen haben, müssen sie sich bis zum Quartalsbericht von Texas Instruments noch etwas gedulden. Der US-Chipkonzern öffnet erst nach dem Börsenschluss seine Bücher.

Bitcoin steigt wieder über 31.000 US-Dollar

Die Cyberwährung Bitcoin erholte sich ebenso und notiere zuletzt mehr als 6 Prozent im Plus bei 31.500 US-Dollar. Am Montag war sie erstmals seit Mitte Juni wieder unter die Marke von 30.000 US-Dollar gefallen und hatte am Abend an der Börse Bitstamp  bei 29.755 Dollar gestanden, auch andere Digitalwerte waren unter Druck geraten. Aktuell lastet etwa Chinas harte Haltung gegenüber den Produzenten ("Minern") von Bitcoin und anderen Internetdevisen auf den Preisen. Außerdem verstärken große Zentralbanken wie die Europäische Zentralbank (EZB) ihre Bemühungen, im Rennen um die neuartigen Digitalwährungen nicht ins Hintertreffen zu gelangen.

Bitcoin

Kryptowährungen wie Bitcoin sind extrem schwankungsanfällig. Vor drei Monaten war ein Bitcoin etwa mehr als doppelt so viel wert wie aktuell. Mitte April wurde ein Rekordhoch von fast 65.000 Dollar markiert. Danach aber brachen die Kurse vieler Digitalwerte ein.

Ölpreise geben leicht nach

Die Ölpreise sind am Mittwoch im frühen Handel leicht gefallen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 69,03 US-Dollar. Das waren 32 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) sank um 28 Cent auf 66,92 Dollar.

Brent

Am Markt wurden die leichten Abschläge mit Lagerdaten aus den USA erklärt. Am Dienstagabend hatte das American Petroleum Institute (API) einen leichten Anstieg der landesweiten Erdölvorräte gemeldet. Am Mittwochnachmittag veröffentlicht das Energieministerium seine wöchentlichen Zahlen. Sollten die API-Daten bestätigt werden, wäre es der erste Anstieg der Rohölbestände seit mehreren Wochen.

Derzeit notieren die Ölpreise deutlich unter ihren Anfang Juli erreichten mehrjährigen Höchstständen. Belastet hatte zuletzt vor allem die Ausbreitung der ansteckenderen Delta-Variante des Coronavirus. Insbesondere in Asien breitet sich die Variante rasch aus. Die Entwicklung schürt die Furcht vor neuen Corona-Beschränkungen, die auf der wirtschaftlichen Entwicklung und damit der Ölnachfrage lasten würden.

mit Nachrichtenagenturen
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