Gewinne an der Börse Kursrallye an der Nasdaq stützt den Dax

Kursrallye an der Nasdaq: US-Techwerte legen am Donnerstag im späten Handel deutlich zu, angeführt von Schwergewichten wie Tesla und Nvidia. Der Dax dürfte am Freitag seine Erholung zunächst fortsetzen.
Dax im Plus: Trotz fragiler Lage legten die Aktienkurse zu

Dax im Plus: Trotz fragiler Lage legten die Aktienkurse zu

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Boris Roessler / dpa

Rebound der Techwerte: Kräftige Kursgewinne der Technologieaktien haben am Donnerstag Abend den Tech-Index Nasdaq um knapp 3 Prozent in die Höhe getrieben. Der Index schloss 2,7 Prozent fester bei 12.892 Punkten. Vor allem Aktien von Tesla und Nvidia, die jeweils mehr als 4 Prozent zulegten, führten die Kursrallye an. Auch die Standardwerte in den USA setzten im Schatten der Techrallye zu einer Erholung an. Dow Jones und S&P 500 legten jeweils rund 1,2 Prozent zu und schlossen ebenfalls auf Tageshoch.

Für den Dax sind das gute Aussichten, seine Erholung am Freitag fortzusetzen. Bereits am Donnerstag war der deutsche Leitindex 1 Prozent höher aus dem Handel gegangen und dürfte am Freitag die Marke von 14.500 Punkten wieder hinter sich lassen.

Der MDax  legte um 1,63 Prozent auf 30.234 Zähler zu. Der EuroStoxx 50  folgte dem Dax mit 0,95 Prozent auf 3795 Punkte nach oben.

Dax

Auch eher enttäuschende Konjunkturdaten aus den USA steckten die Anleger gut weg, zumal dies der Notenbank Fed bei ihren geldpolitischen Straffungen nicht gerade mehr Druck macht. Im Fokus der Märkte stand vor allem die Ölallianz Opec+, die ihre Produktionserhöhungen im Sommer deutlich beschleunigen will, um den Ausfall Russlands am Erdölmarkt zu kompensieren. Laut dem Comdirect-Marktexperten Andreas Lipkow kann solch eine Maßnahme dazu beitragen, die Inflationsdynamik zu reduzieren und den Kostendruck der Unternehmen zu mindern.

Konsumlastige Konzerne gewinnen

Während aus der Tech-Branche Werte wie der Chipkonzern Infineon und der Essenlieferservice Delivery Hero um bis zu 4,5 Prozent zulegten, galt das Interesse der Anleger auch wieder zyklischen Branchen, wie zum Beispiel der freundliche Automobilsektor zeigte. Hier rückten die BMW-Aktien um 1,8 Prozent vor.

Unter den großen Dax-Gewinnern waren auch konsumlastige Sportartikelkonzerne, allen voran Puma mit einem Anstieg um 3,8 Prozent. Die Adidas-Aktien gewannen 2,3 Prozent. Sie waren zuletzt im Stoxx Europe 50 als Abstiegskandidat gehandelt worden, bleiben aber vorerst in dem gesamteuropäischen Leitindex.

In einen anderen europäischen Index aufgenommen werden dagegen die Papiere von Wacker Chemie, Aixtron und Telefonica Deutschland , was die Aufmerksamkeit internationaler Anleger erhöhen könnte. Die drei Papiere gehören demnächst zum marktbreiten Stoxx Europe 600 Index. Von den drei Werten waren vor allem Wacker mit einem Plus von 2,4 Prozent auffällig.

Größere Gewinner kamen ansonsten aus der Stahlbranche – angeführt von den Papieren von Salzgitter. Am Tag der Hauptversammlung legten sie um 5,7 Prozent zu. Die Aktionäre sollen 75 Cent pro Anteilschein bekommen – es ist die höchste Ausschüttung seit 2008.

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Wall Street auf Erholungskurs

Die US-Anleger haben ihre Zins- und Konjunktursorgen am Donnerstag zunächst beiseite geschoben und bei Aktien zugegriffen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg bis zum Handelsschluss in den USA um 1,2 Prozent. Der Index der Technologiebörse Nasdaq lag zum Handelsschluss 2,8 Prozent im Plus.

Vor allem bei großen Tech-Firmen wie Tesla, Nvidia, Apple, Google-Mutter Alphabet und Amazon langten die Anleger zu. Börsianer warteten mit Spannung auf die offiziellen Arbeitsmarktdaten am Freitag. Erste Signale kamen von den Daten des Personaldienstleisters ADP. Demnach wurden im Mai 128.000 Jobs geschaffen, Experten hatten mit einem Aufbau von 300.000 gerechnet.

Sollte der US-Arbeitsmarkt der schwächelnden Konjunktur trotzen, werde die US-Notenbank Fed wohl nicht wie erhofft vom Gas gehen, sagten Börsianer. Auch die stellvertretende Chefin der Fed, Lael Brainard, sagte dem Sender CNBC, sie sehe wenig Gründe für eine Pause bei den Zinserhöhungen im September.

Auf die Stimmung drückte zwischenzeitlich eine Prognosesenkung für das vierte Quartal von Microsoft. Ungünstige Wechselkurse stimmen den Softwarekonzern für das laufende Quartal vorsichtiger. Vor diesem Hintergrund rechnet das Unternehmen laut einer Mitteilung vom Donnerstag nun mit zusätzlichen Belastungen von fast einer halben Milliarde US-Dollar beim Umsatz und eine Viertelmilliarde beim Gewinn. Die Aktien fielen zunächst um 3 Prozent, erholten sich dann aber wieder.

Auch Hewlett Packard enttäuschte die Anleger mit seinen Quartalszahlen und Prognosen. Die Papiere verloren rund 6 Prozent.

Gemischte Daten vom US-Arbeitsmarkt

Vom Arbeitsmarkt kamen zunächst trübe Nachrichten: nach Daten des Personaldienstleisters ADP wurden im Mai nur 128.000 neue Jobs geschaffen, Experten hatten mit einem Aufbau von 300.000 gerechnet. Die Zahlen geben einen Vorgeschmack auf die offiziellen Daten am Freitag.

Unterdessen sind die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe auch in der vergangenen Woche gesunken. Die Zahl sei um 11.000 auf 200.000 gefallen, teilte das Arbeitsministerium in Washington mit. Es ist der zweite Rückgang in Folge. Analysten hatten im Schnitt mit 210.000 Anträgen gerechnet.

Das Niveau der Hilfsanträge liegt bereits seit einigen Monaten auf einem niedrigen Niveau, was wiederum auf einen robusten US-Arbeitsmarkt hindeutet. Die wöchentlichen Erstanträge gelten als kurzfristiger Indikator für die Entwicklung des US-Arbeitsmarkts. Die US-Regierung wird den offiziellen Arbeitsmarktbericht für Mai an diesem Freitag veröffentlichen.

Ölpreise steigen wieder

Die Ölpreise gerieten am Donnerstag zunächst stark unter Druck. Nachdem sich die Opec+-Staaten dann aber auf eine Erhöhung der Fördermenge geeinigt hatten, legten die Preise wieder zu. Die Rohöl-Sorte Brent  aus der Nordsee verteuert sich auf 117,49 Dollar je Barrel (159 Liter) – das waren 1,20 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 1,56 Dollar auf 116,80 Dollar.

Brent

Das Ölkartell Opec+ will seine Fördermenge im Sommer deutlich stärker anheben als in den vergangenen Monaten. Statt der zusätzlichen 430.000 Barrel, die im Juni in den Markt gepumpt werden sollen, soll die Tagesproduktion im Juli und August um jeweils rund 650.000 Barrel steigen, wie die Gruppierung nach einer Online-Sitzung ankündigte. Die Opec+ begründete ihre Entscheidung mit dem Ende von Lockdowns an wichtigen Wirtschaftsstandorten und dem saisonal erhöhten Bedarf von Raffinerien. Der Mitteilung war zu entnehmen, dass Russland trotz des angekündigten EU-Embargos auf russisches Öl auch weiterhin an den Fördervereinbarungen teilnimmt.

An den Märkten wurde offenbar mit einer noch deutlicheren Anhebung der Fördermenge gerechnet. Zudem hätte ein Ausschluss Russland wohl eine noch deutlichere Anhebung der Fördermenge für Länder wie Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiraten ermöglicht.

Bitcoin

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Bitcoin wieder über 30.000 Dollar

Die weltweit bekannteste Digitalwährung Bitcoin notierte auf der Handelsplattform Bitstamp  zuletzt bei 30.207 US-Dollar. Im November vergangenen Jahres erreichte der Bitcoin noch ein Rekordhoch von 69.000 US-Dollar.

Mit Nachrichtenagenturen
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