Börse Schwache Wall Street lässt Dax kräftig abrutschen

Verluste an der Wall Street ziehen auch hiesige Aktienkurse deutlich ins Minus. Der Dax verliert zeitweise mehr als 2 Prozent.
Börsianer in New York: Die schlechte Stimmung an der Wall Street schwappt über den Atlantik

Börsianer in New York: Die schlechte Stimmung an der Wall Street schwappt über den Atlantik

Foto: Mark Lennihan/ dpa

Nach dem positiven Wochenauftakt haben die US-Aktienmärkte am Dienstag wieder nachgegeben. Dabei steigt wenige Stunden vor Veröffentlichung der Geschäftszahlen einiger US-Technologiekonzerne die Nervosität an der Wall Street. Der US-Standardwerteindex Dow Jones und der breit gefasste S&P 500 fielen am Dienstag um jeweils etwa 1,5 Prozent auf 33.558 beziehungsweise 4225 Punkte. Der technologielastige Nasdaq büßte 2,6 Prozent ein.

Nasdaq

Die schlechte Stimmung an der Wall Street übertrug sich wie so oft auch auf den europäischen Handel. Dax und EuroStoxx50, die zunächst mehr als 1 Prozent zugelegt hatten, lagen am Abend jeweils etwa 1 Prozent im Minus bei 13.756,4 beziehungsweise 3725,6 Punkten. Zuvor waren die Indizes zeitweise um mehr als 2 Prozent eingebrochen.

Dax

Sollten der Software-Konzern Microsoft und die Google-Mutter Alphabet mit ihren Quartalsergebnissen enttäuschen, müsse mit zusätzlichen Verkaufen gerechnet werden, da die Stimmung ohnehin angeschlagen sei, warnte Analyst Julius de Kempenaer vom Anlageberater StockCharts.com. Aber selbst wenn sie positiv überraschten, werde dies wohl kaum ausreichen, um die Laune der Investoren nachhaltig aufzuhellen. Die Aktien der beiden Konzerne gaben jeweils rund zwei Prozent nach.

Am deutschen Aktienmarkt stiegen die Titel der Deutschen Börse dank eines Quartalsergebnisses über Markterwartungen und angehobener Gesamtjahresziele zunächst auf ein Zwei-Jahres-Hoch von 169,95 Euro. "Das ist zweifellos positiv und wird durch die anhaltende Kostendisziplin unterstützt, aber die Art der kurzfristigen Ertragsstärke des Unternehmens ist etwas vergänglich", gab Analyst Peter Richardson von der Berenberg Bank zu bedenken. Die Papiere der Börse schlossen ein knappes Prozent im Plus bei 165,35 Euro.

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Im Rampenlicht stand außerdem Twitter, nachdem das Management des Kurznachrichtendienstes der 44 Milliarden Dollar schweren Übernahmeofferte des Tesla-Chefs Elon Musk zugestimmt hatte. "Die schnelle Kapitulation des Twitter-Vorstands spiegelt wahrscheinlich die schwierigen Aussichten für den Social-Media-Sektor und die nur allmählich eintretende Trendwende durch Firmenchef Parag Agrawal wider", sagte Anlagestratege Ben Laidler vom Online-Broker eToro. Twitter-Titel fielen um 3 Prozent auf 50,13 Dollar, lagen damit aber immer noch rund 30 Prozent über dem Niveau vor Bekanntwerden der Übernahmepläne. Musk bietet 54,20 Dollar je Aktie.

Bitcoin bleibt im Plus

Die weltweit bekannteste Digitalwährung Bitcoin hat nach starken Verlusten am Montag im späten Handel wieder ins Plus gedreht. Am Dienstagmorgen notierte die Cyberdevise auf der Handelsplattform Bitstamp  wieder über der Marke von 40.570 US-Dollar. Im November vergangenen Jahres erreichte die Kryptowährung noch ein Rekordhoch von 69.000 US-Dollar. Auch die nach Bitcoin zweitwichtigste Kryptowährung Ether machte ihre frühen Verluste wieder wett und drehte am Abend in die Gewinnzone.

Bitcoin

Ölpreise legen wieder zu

Die Ölpreise sind am Dienstag im frühen Handel nach einer schwachen Tendenz an den Vortagen wieder gestiegen. Die Verluste der vergangenen Tage wurden aber nicht aufgeholt. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 103,73 US-Dollar. Das waren 1,41 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 1,07 Dollar auf 99,61 Dollar.

Brent

Zuletzt hatten vor allem Nachfragesorgen die Erdölpreise belastet, wenn auch auf hohem Niveau. Es geht vor allem um die strikte Corona-Politik Chinas, das mit strengen Maßnahmen auf regionale Virus-Ausbrüche reagiert. Nachdem in den vergangenen Wochen die Metropole Shanghai betroffen war, werden jüngst Massentests in der Hauptstadt Peking durchgeführt. Es besteht die Sorge, dass auch dort scharfe Corona-Maßnahmen folgen.

China ist einer der größten Ölverbraucher der Welt. Der straffe Corona-Kurs der politischen Führung sorgt für Befürchtungen, dass die Konjunktur der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt stärker in Mitleidenschaft gezogen wird. Über den Außenhandel wären auch viele andere große Volkswirtschaften betroffen, nicht zuletzt Deutschland. Der Ukraine-Krieg und das deutlich verminderte Angebot aus Russland sorgen weiterhin für Unterstützung am Ölmarkt.

Mit Nachrichtenagenturen