Börse Dax startet mit Gewinnen in die Woche

Der deutsche Leitindex legt zu Wochenbeginn deutlich zu.Der Dow Jones startet träge in die neue Woche. Die Aktie von Tesla klettert in die Höhe – der Elektroautobauer plant einen weiteren Aktiensplit.
Händlerin an der Deutschen Börse in Frankfurt am Main: Deutliche Gewinne zu Wochenbeginn

Händlerin an der Deutschen Börse in Frankfurt am Main: Deutliche Gewinne zu Wochenbeginn

Foto: ALEX DOMANSKI/ REUTERS

Der deutsche Aktienmarkt ist mit Gewinnen in die Woche gestartet. Der Tagesgewinn des Dax  schmolz bis zum Börsenschluss allerdings deutlich zusammen – am Ende blieb für den Leitindex ein Plus von 0,78 Prozent auf 14 417 Punkte übrig. Der MDax  der mittelgroßen Unternehmen behauptete einen Kurszuwachs von 0,21 Prozent auf 31.236 Punkte.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50  verabschiedete sich ein halbes Prozent fester aus dem Handel. Derweil fanden die Länderbörsen Frankreichs und Großbritanniens ebenso wenig eine gemeinsame Richtung wie die wichtigsten Aktienindizes in New York.

Dax

Die fallenden Ölpreise sorgten beim Dax zwar für Aufwind und könnten auch in den kommenden Tagen für eine positive Grundstimmung sorgen, schrieb Analyst Konstantin Oldenburger von CMC Markets. Der Grund dahinter werfe allerdings Fragen und neue Probleme auf. Denn der Lockdown in der chinesischen Metropole Shanghai mit dem größten Containerhafen der Welt könnte die Lieferketten stören.

Die Ruhe auf Europas Märkten trotz der Lage in der Ukraine könnte sich zudem als "die Ruhe vor dem Sturm" erweisen, befürchtete Oldenburger. Auch am Montag griff die russische Armee ukrainische Städte aus der Luft an. Am Dienstag sollen zwar Verhandlungen zwischen Kiew und Moskau beginnen. Die bisherigen Gespräche brachten allerdings kaum Ergebnisse.

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Delivery Hero mit Kurssprung

Im Dax zählte Delivery Hero mit einem Kurssprung von knapp dreieinhalb Prozent zu den Lieblingen der Anleger. Im Handelsverlauf hatten die Aktien des Essenslieferdienstes noch den tiefsten Stand seit April 2019 erreicht. Auch die zuletzt schwächelnden Papiere des Baustoffkonzerns Heidelbergcement waren mit einer Erholung um über zwei Prozent gefragt.

Die Deutsche Post profitierte mit einem Plus von knapp über zwei Prozent Börsianern zufolge von den Auswirkungen von Lockdowns in China. Einschränkungen der Lieferketten in der Pandemie und knappe Fracht-Kapazitäten gelten seit zwei Jahren schon als bedeutender Preistreiber für Luft- und Seefracht.

Dagegen büßten die Titel von Index-Schlusslicht MTU gut zweieinhalb Prozent ein, nachdem die britische Bank Barclays ihre Kaufempfehlung für den Triebwerksbauer aufgegeben hatte.

Im Rechtsstreit über Entschädigungszahlungen wegen der geplatzten Pkw-Maut musste der Bund eine erste Niederlage einstecken. Wie die einst vorgesehenen Betreiber CTS Eventim und Kapsch Trafficcom mitteilten, bejahte ein Schiedsgericht einen Anspruch auf Schadens- und Aufwendungsersatz gegen die Bundesrepublik. In einer zweiten Phase des Schiedsverfahrens wird nun über die Höhe des Anspruchs entschieden. Die Aktien von CTS Eventim zogen als größter Gewinner im MDax um über sieben Prozent an.

Am Indexende verloren die Anteilscheine von Varta fünf Prozent. Als Belastung erwies sich ein Bericht in der japanischen Tageszeitung "Nikkei" über eine verringerte Produktion von Apple-Produkten. Der Hersteller von Mikrobatterien gilt als Batterie-Lieferant für Apples schnurlose Kopfhörer.

Lockdown in Shanghai belastet Asiens Börsen

Ohne klare Richtung haben sich die Aktienmärkte in Fernost zum Wochenauftakt präsentiert. Die chinesischen Börsen litten unter der Nachricht, dass die Stadt Shanghai – Chinas Finanz- und Wirtschaftszentrum – abgeriegelt wird, um den Anstieg der Covid-Fälle einzudämmen und Massentests zu ermöglichen. Dies ließ Sorgen über Störungen des Geschäftsbetriebs und die Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum im Reich der Mitte aufkommen. Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Unternehmen vom chinesischen Festland fiel um rund 0,8 Prozent auf 4143 Punkte.

Japanische Aktien verzeichneten am Montag ebenfalls Verluste. Der Nikkei-Index  sank um rund 0,7 Prozent auf 27.943 Punkte. Die japanische Notenbank behält ihre ultralockere Geldpolitik bei, wie sie am Morgen mitteilte.

In Hongkong dagegen stieg der Hang Seng zuletzt um rund 0,7 Prozent auf 21.560 Zähler. Börsianer verwiesen auf Schnäppchenjäger, die nach der jüngsten Verlustserie zugegriffen hätten. Auch der australische S&P/ASX 200 schloss im Plus mit einem Gewinn von rund 0,1 Prozent auf 7412 Punkte.

CVC an Firmenkundensparte von Telecom Italia interessiert

Das Interesse des Finanzinvestors CVC an der Firmenkundensparte von Telecom Italia ermuntert Anleger zum Einstieg bei dem Ex-Monopolisten. Die Aktien des Telecom-Konzerns steigen in Mailand um 3,6 Prozent auf 0,34 Euro. Das Unternehmen verhandelt unabhängig davon mit dem Investor KKR über dessen unverbindliches 10,8 Milliarden Euro schweres Übernahmeangebot für den Gesamtkonzern.

Wall Street startet träge

Die US-Aktienmärkte starten träge in die neue Woche. Zuletzt taxierte der Broker IG den Leitindex Dow Jones Industrial praktisch unverändert auf 34.750 Punkte. Den technologiewertelastigen Nasdaq 100 signalisierte IG rund 0,8 Prozent im Plus bei 14.874

Die Investoren wägten die wirtschaftlichen Risiken der Inflation und der Straffung der Geldpolitik gegen die Aussichten eines anhaltenden Wachstums ab, hieß es am Markt. Positive Impulse kamen von den weiter fallenden Ölpreisen. Diese drückten allerdings die Aktien der Ölkonzerne vorbörslich ins Minus. So fielen die Papiere von ExxonMobil um 1,8 Prozent und Chevron um 1,5 Prozent.

Nasdaq

Tesla plant Aktiensplit

Ein geplanter Aktiensplit gibt Tesla Auftrieb. Die Aktien von Tesla setzten ihre jüngste Erholungsrally hingegen fort und stiegen vorbörslich zuletzt um 5,8 Prozent. Damit summiert sich das Kursplus seit Mitte März auf rund ein Drittel. Der Elektroauto-Hersteller hatte angekündigt, die Zustimmung der Aktionäre für einen weiteren Aktiensplit einholen zu wollen.

Apple produziert weniger als geplant

Unter den Einzelwerten dürften die Anteilsscheine von Apple einen Blick wert sein. Die japanische Tageszeitung "Nikkei" berichtete unter Berufung auf Kreise, Apple habe wegen einer dürftigen Nachfrage seine AirPod-Bestellungen in diesem Jahr um mehr als 10 Millionen Stück reduziert. Vom iPhone SE wolle Apple im nächsten Quartal 20 Prozent weniger produzieren als zunächst geplant, hieß es weiter. Vorbörslich fielen die Apple-Papiere um 1,4 Prozent. Dass der Apple-Film 'Coda' den Oscar als bester Film gewann, half da wenig.

Die Titel von HP fielen vorbörslich um 2,1 Prozent. Der Laptop- und Druckerkonzern will den Headset-Hersteller Plantronics im Rahmen eines 3,3 Milliarden Dollar schweren Deals übernehmen. Die Transaktion, die ausschließlich in bar abgewickelt werden soll, bringe den Plantronics-Aktionären 40 Dollar pro Aktie ein, was einem Aufschlag von 53 Prozent zum Schlusskurs vom Freitag entspreche, hieß es. Plantronics-Papiere schossen um rund 49 Prozent nach oben.

Bitcoin legt deutlich zu

Die weltweit bekannteste Digitalwährung Bitcoin hat am Wochenende deutlich zugelegt. Auf der Handelsplattform Bitstamp  notierte die Cyberdevise zuletzt bei rund 47.730 US-Dollar und damit so hoch wie seit drei Monaten nicht mehr. Im November 2021 hatte der Bitcoin ein Rekordhoch von 69.000 US-Dollar erreicht und war bis Ende Januar dann auf 35.000 US-Dollar abgestürzt. Seitdem hat sich die Cyberwährung wieder deutlich erholt. Sie spielt auch als Fluchtwährung für russische Oligarchen eine Rolle. Auch Moskau könnte versuchen, die Sanktionen des Westens mithilfe von Kryptogeld zu umgehen. Alle 18.500 Digitalanlagen sind nach Angaben von Coinmarketcap derzeit rund 2,1 Billionen Dollar wert. Das Rekordhoch von vergangenem November beträgt knapp drei Billionen Dollar.

Bitcoin

Ölpreise geben nach

Die Ölpreise haben zu Wochenbeginn auf hohem Niveau deutlich nachgegeben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  kostete am Montagmorgen 116,50 US-Dollar. Das waren 4,15 Dollar weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate  (WTI) fiel um 4,21 Dollar auf 109,69 Dollar.

Brent

Beeinflusst wurden die Preise durch zwei Entwicklungen. Zum einen durch den Lockdown in Chinas Finanzmetropole Shanghai. Derartige Ausgangssperren in Millionen-Metropolen lasten regelmäßig auf der Konjunkturentwicklung und der Ölnachfrage der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt.

Darüber hinaus haben die jemenitischen Huthi-Rebellen eine mehrtägige Feuerpause gegenüber Saudi-Arabien angekündigt. In den vergangenen Tagen hatten Angriffe auf saudische Ölanlagen immer wieder Sorgen über die ohnehin angespannte Erdölversorgung hervorgerufen. Die Lage am Ölmarkt gilt seit dem Einmarsch Russlands in die Ukraine als kritisch, da mit Russland einer der größten Ölförderer der Welt scharfen Sanktionen ausgesetzt ist.

Mit Nachrichtenagenturen
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