Börse Dax und Wall Street im Minus

Offenbar setzen russische Truppen ihren Aufmarsch an der Grenze zur Ukraine fort. Zugleich rücken Zinssorgen wieder in den Blick. Nachdem die Wall Street mit roten Vorzeichen eröffnet, schließt der Dax im Minus.
Wladimir Putin im Blick: Die Furcht vor einem Krieg lässt die Aktienkurse wanken

Wladimir Putin im Blick: Die Furcht vor einem Krieg lässt die Aktienkurse wanken

Foto: MIKHAIL KLIMENTYEV / AFP

Am deutschen Aktienmarkt hat am Mittwoch wieder die Vorsicht überwogen. Nach der Erleichterung über die einstweilige Entspannung im Ukraine-Konflikt am Vortag rückten zur Wochenmitte die Zinssorgen wieder etwas stärker in den Blick der Anleger. Am Abend steht die Veröffentlichung des Protokolls der jüngsten US-Notenbanksitzung auf dem Programm, von dem Marktteilnehmer weitere Hinweise auf den geldpolitischen Straffungskurs erwarten. Anleger fürchten, dass Aktien bei einer zu scharfen Gangart der Fed zur Bekämpfung der hohen Inflation gegenüber Anleihen an Attraktivität verlieren.

Dax

Der hiesige Leitindex Dax schloss 0,3 Prozent tiefer bei 15.370,30 Punkten. Der MDax der mittelgroßen Werte legte hingegen um 0,20 Prozent auf 33 532,54 Punkte zu.

Auch an der Wall Street hat sich die Erleichterung über Signale der Entspannung im Konflikt um die Ukraine am Mittwoch schon wieder verflüchtigt. Der Dow Jones Industrial gab im frühen Handel um 0,20 Prozent auf 34.915 Punkte nach.

Nasdaq

Nasdaq

Neben Konjunkturdaten rückt das Protokoll der vergangenen Sitzung der US-Notenbank Fed in den Fokus - und damit die Angst der Anleger vor schnell steigenden Leitzinsen. In das Bild einer unverändert hohen Teuerung passt, dass die Preise für importierte Güter in den USA im Januar um fast elf Prozent gestiegen sind. Analysten hatten hingegen mit einem geringeren Plus gerechnet. Der marktbreite S&P 500  sank um 0,5 Prozent auf 4451 Punkte. Stärker ging es für den technologielastigen Nasdaq 100 mit 1,2 Prozent auf 14.449 Zähler abwärts.

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Aktien von MTU und Fresenius gefragt

Am deutschen Aktienmarkt ging die Berichtssaison weiter mit Jahreszahlen des Triebwerkherstellers MTU. Experten lobten die Gewinnentwicklung im Schlussquartal. Den Ausblick auf 2022 bestätigte der Konzern. Unter den Favoriten im Dax gewannen die Papiere gegen Nachmittag knapp 5 Prozent. Aktien von Fresenius kletterte als zweitplatzierte um rund 2,6 Prozent. Die Privatbank Berenberg hat das Kursziel für Fresenius SE von 55,95 auf 60,25 Euro angehoben und die Einstufung auf "Buy" belassen. Nach einigen schwierigen Jahren stünden dem Medizinkonzern bessere Zeiten bevor, schrieb Analyst Tom Jones in einer am Mittwoch vorliegenden Studie.

Gewinnmitnahmen bei Delivery Hero

Bei den Aktien von Delivery Hero halten die kräftigen Kursbewegungen an. Nach der 15-prozentigen Erholung am Vortag verloren die Anteile des Essenslieferdienstes als Schlusslicht im Dax mehr als 4 Prozent. In der Vorwoche hatte der Konzern mit einem schwachen Ausblick einen Kursrutsch ausgelöst. Aktien von Continental gaben ebenfalls etwas mehr als 4 Prozent ab.

Bitcoin im Aufwind

Andere riskante Anlagen wie Kryptowährungen stehen wieder hoch im Kurs. Bitcoin notierte zuletzt auf der Handelsplattform Bitstamp  auf 44.152 Dollar. Investoren greifen auch bei Werten aus dem Kryptowährungssektor und Unternehmen, die sich mit der Bitcoin & Co zugrundeliegenden Blockchain-Technologie befassen, beherzt zu.

Bitcoin

Ölpreise geben nach

Wegen einer nachlassenden Furcht vor Lieferausfällen geht es für die Ölpreise abwärts. Die US-Sorte West Texas Intermediate  (WTI) verbilligte sich zuletzt auf 92,87 Dollar je Barrel (159 Liter). Rohöl der Nordseesorte Brent  verteuerte sich um 1,4 Prozent auf 94,60 Dollar je Fass. "Obwohl die Chancen auf eine friedliche Lösung steigen, unterstützen eine anziehende Nachfrage und ein knappes Angebot die Preise, wobei die Marke von 100 Dollar pro Barrel immer näher rückt", sagte Analyst Ricardo Evangelista vom Broker ActivTrades.

Brent

"Russland exportierte im Januar knapp 4,7 Millionen Barrel Rohöl pro Tag", rechnete Commerzbank-Analyst Carsten Fritsch vor. "Sollte im Falle einer militärischen Auseinandersetzung und aufgrund von westlichen Sanktionen ein Teil davon wegfallen, könnte dies nicht so ohne weiteres aufgefangen werden." Im Sog des fallenden Ölpreises gaben die Aktien von Konzernen wie Exxon oder Chevron bis zu 1,2 Prozent nach.

Mit Nachrichtenagenturen