Börse Dax gibt Gewinne ab, Wall Street vor Fed-Entscheidung vorsichtig

Der Dax gibt seine Gewinne wieder ab. Auch an der Wall Street halten sich Anleger vor der nächsten Fed-Entscheidung zurück.
Börse Frankfurt am Main: Anleger bleiben nervös

Börse Frankfurt am Main: Anleger bleiben nervös

Foto: A3602 Frank Rumpenhorst/ dpa

Schwankungsreicher Wochenstart: Der deutsche Leitindex Dax  hat am Montag zuletzt um 0,5 Prozent nachgegeben, nachdem er zeitweise wieder über die Marke von 13.300 Zählern geklettert war. Wenige Tage vor einer erwarteten erneuten deutlichen US-Zinserhöhung bleiben Anleger zurückhaltend - auch in den USA. Außerdem bereiteten ihnen neue Lockdowns in China Kopfzerbrechen. Der MDax  tendierte seitwärts, der EuroStoxx 50  gab ebenfalls nach.

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Abgang von VW-Chef Herbert Diess: VW-Aktien geben nach

Am deutschen Markt standen der überraschende Führungswechsel bei Volkswagen (VW) sowie Quartalsberichte im Fokus. Die Vorzugsaktien des Autobauers und des Großaktionärs Porsche SE verloren in der Spitze mehr als 4 beziehungsweise 3,5 Prozent. Zuletzt konnten sie die Verluste auf 1,35 Prozent und rund 1 Prozent eingrenzen, womit sie gleichwohl hintere Plätze im Dax belegten. Am Freitag nach Börsenschluss hatte VW mitgeteilt, dass Vorstandschef Herbert Diess Anfang September ausscheidet und von Oliver Blume abgelöst wird, dem Chef der Sportwagentochter Porsche AG.

Bei Analysten stieß der Führungswechsel auf unterschiedliche Reaktionen. Bernstein-Experte Daniel Roeska kritisierte den Zeitpunkt angesichts der anstehenden Herausforderungen als unpassend. Dagegen betonte Jefferies-Analyst Philippe Houchois die Chance, die Unternehmensstrategie zu überdenken und mit einem ebenso versierten wie gut im Konzern verankerten Automanager einen Neustart zu wagen. Er sieht durch die Personalie auch den Zeitplan für den Börsengang der Porsche AG nicht in Gefahr.

Uniper setzt Kursrutsch fort, Gewinnmitnahmen bei Sartorius

Bei den Unternehmen gehörte Uniper erneut zu den großen Verlierern. Die Aktien des Gas-Versorgers fielen zuletzt noch um rund 7 Prozent auf ein Rekordtief von 6,65 Euro, nachdem sie am Freitag bereits um knapp 30 Prozent eingebrochen waren. Börsianer verwiesen auf die Verwässerung der Anteile der bisherigen Eigner durch den geplanten milliardenschweren Einstieg des Bundes.

Die Aktien von Sartorius gaben zuletzt noch rund 4 Prozent nach, was Analysten mit Gewinnmitnahmen erklärten. Die Titel hatten in der vergangenen Woche nach starken Geschäftszahlen insgesamt rund 20 Prozent zugelegt.

Bechtle-Titel zogen an der MDax-Spitze um 6,6 Prozent an, nachdem der IT-Dienstleister trotz Lieferengpässen eine Steigerung des Quartalsgewinns berichtet hatte. Beim im Nebenwerte-Index SDax gelisteten Mischkonzern Baywa sorgten Eckdaten für ein Kursplus von fast 8 Prozent und den Spitzenplatz.

Tech-Bilanzen trüben Stimmung in USA - Snap mit Kurssturz

Die US-Börsen sind stabil in eine mit Zinsentscheid und vielen Unternehmenszahlen vollgepackte Woche gestartet. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte stieg zur Eröffnung am Montag um 0,3 Prozent auf 31.984 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 notierte 0,2 Prozent fester bei 3968 Zählern. Der technologielastige Nasdaq-Index eröffnete wenig verändert bei 11.841 Stellen.

"Der wirklich große Teil der Bilanz-Saison ist da", sagte Dennis Dick, Händler bei Triple D Trading. "Die Zuversicht, die jetzt wieder aufkeimt, kann sich auch schnell wieder verflüchtigen, wenn Unternehmen wie Google und Microsoft am Dienstag enttäuschen."

Nasdaq 100

Vor der Bilanzvorlage im Wochenverlauf zogen Aktien von Apple, Amazon, Alphabet, Microsoft und Meta Platforms zum Handelsauftakt zwischen 0,4 und 1,6 Prozent an. Die Titel von Snapchat-Betreiber Snap setzten indes nach dem jüngsten Einbruch ihre Talfahrt fort. Sie gaben weitere bis zu drei Prozent nach, nachdem sie wegen schwächelnder Werbeeinnahmen am Freitag um rund 39 Prozent abgerutscht waren. Börsianer stellten sich die Frage, wo das Wachstum seinen Tiefpunkt erreichen könnte, wenn sich das wirtschaftliche Umfeld weiter abschwäche, hieß es bei den Analysten von Wells Fargo.

Aktien des Goldminen-Betreibers Newmont sackten rund sechs Prozent ab. Wegen den höheren Energie-, Arbeits- und Materialkosten verfehlte das Unternehmen seine Gewinnprognose. "Die Minengesellschaften haben seit über einem Jahr mit Kosteninflation und Produktionsunterbrechungen zu kämpfen, und die fallenden Rohstoffpreise sind ihre jüngste Herausforderung", sagte Adam Josephson, Analyst bei KeyBanc Capital Markets.

Ölpreise geben leicht nach

Die Ölpreise sind mit Verlusten in die Woche gegangen. Am Montagmorgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  102,22 Dollar. Das waren 98 Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate  fiel um 1,09 Dollar auf 93,61 Dollar. Belastet wurden die Preise von einer etwas trüberen Finanzmarktstimmung in Asien.

Die Erdölpreise bewegen sich nach wie vor auf hohem Niveau, tun sich derzeit aber schwer mit der Richtungssuche. Deutlichen Preisanstiegen folgen häufig und relativ rasch kräftige Gegenbewegungen - und umgekehrt. Entsprechend groß sind mitunter die Preisschwankungen am Markt.

Bitcoin gibt wieder nach

Die Digitalwährung Bitcoin ist wieder unter die Marke von 22 US-Dollar gefallen. Nach der jüngsten Erholung in der vergangenen Woche gab die weltweit bekannteste Kryptowährung wieder um rund 3 Prozent nach.

Bitcoin

Bitcoin ist gemeinsam mit dem Aktienmarkt seit Jahresbeginn unter Druck geraten: Im November vergangenen Jahres erreichte der Bitcoin noch ein Rekordhoch von 69.000 US-Dollar.

Mit Nachrichtenagenturen
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