Kursrutsch an der Börse Dax und Dow Jones auf Talfahrt

Nach kräftigen Verlusten in Asien geht es auch am deutschen Aktienmarkt kräftig abwärts. Schwache US-Konjunkturdaten drücken die Stimmung der Anleger. Die Wall Street notiert ebenfalls mit Verlusten. Auch der Bitcoin knickt ein.
Händlerin an der Deutschen Börse: Der Dax gibt am Donnerstag nach

Händlerin an der Deutschen Börse: Der Dax gibt am Donnerstag nach

Foto: Arne Dedert / dpa

Rezessionssorgen in den USA haben am Donnerstag Gewinnmitnahmen auf dem deutschen Aktienmarkt ausgelöst. Der Leitindex Dax schloss 1,7 Prozent tiefer mit 14.920,4 Punkten. Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen ging es um 2,5 Prozent auf 28.100 Punkte abwärts. Der EuroStoxx 50 , Leitindex der Eurozone, büßte 0,8 Prozent auf 4119 Punkte ein.

Bereits am Vortag hatte der Schwung nachgelassen. Zunächst hatten Enttäuschungen über Quartalsberichte etwas auf die Stimmung gedrückt, am Nachmittag waren es insbesondere schwache Daten zur Industrieproduktion in den USA. Nach dem Börsenschluss in Europa machte außerdem der Konjunkturbericht der US-Notenbank Fed klar, dass die weltgrößte Wirtschaft zuletzt kaum mehr gewachsen ist und brachte die zuvor bereits schwächelnden US-Börsen damit weiter unter Druck.

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Conti rutscht weiter ab, Beiersdorf gefragt

Unter den 40 Werten im deutschen Leitindex litten die Aktien des Reifenherstellers und Autozulieferers Continental weiter unter den am Dienstagabend veröffentlichten schwachen Margen und deutlich verfehltem Ziel für den freien Barmittelzufluss 2022. Nach Verlusten von rund 3 Prozent am Mittwoch ging es nun um 5,3 Prozent abwärts auf den letzten Platz im Dax.

An der Spitze legten unterdessen die Papiere von Beiersdorf um 1,0 Prozent zu. Analyst Fulvio Cazzol von der Privatbank Berenberg hob sein Kursziel von 120 auf 144 Euro an und bekräftigte seine Einstufung "Buy". Beiersdorf sei bereits 2022 eine der besten unter den von ihm bewerteten Aktien gewesen und bleibe auch weiter eines seiner "Top Picks" im Haushalts- und Körperpflegesektor. Das neue Führungsteam, eine verbesserte operative Aufstellung und die Investitionsambitionen untermauerten sein Vertrauen in das Unternehmen, schrieb er.

Henkel dagegen büßten 1,1 Prozent ein. Händlern verwiesen vor allem auf den Wettbewerber HB Fuller. Der US-Klebstoffkonzern hatte unter anderem wegen hoher Rohstoffkosten und eines starken US-Dollar mit seinem vierten Quartal und auch dem Ausblick enttäuscht.

Ein laut Händlern "durchwachsener Quartalsbericht" samt der Aussagen zum neuen Geschäftsjahr belastete im SDax> die Anteile des Linux-Spezialisten Suse. Sie büßten 3,1 Prozent ein. Noch deutlicher ging es für die Papiere von Auto1 abwärts, die um knapp 13 Prozent absackten. Nachdem am Vortag die französische Investmentbank Exane BNP Paribas ihre Kaufempfehlung gestrichen hatte, folgte nun die US-Bank Goldman Sachs.

Kursverluste an der Wall Street

Getrieben von neuerlichen Rezessionsbefürchtungen haben die Anleger an den US-Aktienmärkten am Donnerstag ebenfalls Gewinne mitgenommen. Der Dow Jones sank zuletzt um 0,7 Prozent auf 33.063,3 Punkte. Der marktbreite S&P 500 verlor 0,8 Prozent auf 3897,8 Zähler und der technologielastige Nasdaq 100 büßte 0,9 Prozent auf 11.310 Punkte ein.

US-Konjunkturdaten hatten zunächst wenig Einfluss auf die Notierungen. Laut dem Philly-Fed-Index hellte sich das Geschäftsklima in der US-Region Philadelphia im Januar deutlicher als erwartet auf, signalisierte aber immer noch einen Rückgang der Wirtschaftsaktivität. Derweil ging die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe überraschend erneut zurück - Analysten hatten hingegen einen Anstieg erwartet. Weiter schwach zeigt sich der US-Häusermarkt: Im Dezember war sowohl die Zahl der begonnenen Neubauten als auch der Genehmigungen für neue Häuser weiter gesunken.

Bitcoin knickt ein

Die Digitalwährung Bitcoin ist am Mittwochabend deutlich abgesackt, konnte sich aber immer noch über der Marke von 20.000 US-Dollar halten. Zuletzt notierte die Cyberdevise auf der Handelsplattform Bitstamp  bei 20.844 US-Dollar und damit rund 2 Prozent schwächer als am Vortag. Im November 2022 war die Währung unter dem Eindruck des Zusammenbruchs der Kryptobörse FTX von über 21.000 US-Dollar auf rund 16.000 US-Dollar eingebrochen. Ein Jahr zuvor erreichte der Bitcoin noch ein Rekordhoch von 69.000 US-Dollar.

Bitcoin

Ölpreise geben weiter nach

Die Ölpreise haben am Donnerstag ihre Abschläge vom Vortag ausgeweitet. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  zur Lieferung im März 84,09 US-Dollar. Das waren 89 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate  (WTI) zur Februar-Lieferung fiel um 1,09 Dollar auf 78,39 Dollar.

Getrübt wurde die Stimmung am Rohölmarkt auch hier durch die schwachen Konjunkturdaten aus den USA. Damit steigen die Ängste vor einer Rezession in der weltweit größten Volkswirtschaft, die auch einer der größten Energieverbraucher ist.

Mit Nachrichtenagenturen

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