Börse Dax schließt mit Gewinnen, Wall Street uneinheitlich

Die Furcht vor einem weiteren XXL-Zinsschritt in den USA ist an den Börsen zum Wochenstart wieder abgeflaut. Der Dax schließt am Montag knapp unter 13.700 Punkten. Aktien der Versorger wie RWE, Eon oder auch Siemens Energy stehen im Fokus. Die Ölpreise legen zu.
Börse Frankfurt: Nach dem Rückschlag Ende vergangener Woche schließt der Dax am Montag deutlich im Plus

Börse Frankfurt: Nach dem Rückschlag Ende vergangener Woche schließt der Dax am Montag deutlich im Plus

Foto: Boris Roessler/ picture alliance / dpa

Der deutsche Aktienmarkt hat zum Wochenstart seine Freitagsverluste mehr als wettgemacht. Positive Impulse kamen am Montagnachmittag von einer festeren Eröffnung an der Wall Street. Der Dax schloss mit einem Plus von 0,84 Prozent bei 13.687 Punkten. In der Vorwoche war der Leitindex auf den höchsten Stand seit fast zwei Monaten bis knapp unter 13 800 Punkte geklettert. Der MDax  der mittelgroßen Unternehmen gewann am Montag letztlich 0,28 Prozent auf 27.851 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50  gewann 0,85 Prozent hinzu.

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Jochen Stanzl, Analyst beim Broker CMC Markets, bleibt jedoch vorsichtig: "In dieser Woche sind alle Augen auf die neuen Daten zur Inflation in den USA gerichtet. Nach den starken US-Arbeitsmarktdaten aus den USA dürfte die US-Notenbank Fed weiter mit Volldampf in ihrem Bestreben agieren, die Inflation zu bekämpfen und die Leitzinsen aggressiv anheben." Das könnte sterben Anleger wieder neu verschrecken.

Indizes an der Wall Street nur wenig verändert

Zum Handelsschluss in Europa notierten die US-Börsen kaum verändert gegenüber dem Freitagsschluss. Zuletzt notierte der Dow Jones Industrial 0,09 Prozent höher auf 32.833 Punkten. Der marktbreitere S&P 500  trat mit 4145 Punkten ebenfalls auf der Stelle. Der technologielastige Nasdaq 100 notierte leicht im Minus bei 13.182 Punkten.

Nach dem überraschend starken US-Arbeitsmarktbericht am Freitag hatte unter den wichtigsten Indizes zumindest der Dow der Furcht vor zu schnell steigenden Zinsen getrotzt. Am Mittwoch dürfte die Debatte um den zukünftigen Kurs der US-Notenbank Fed zur Bekämpfung der hohen Inflation wieder Fahrt aufnehmen. Dann werden die Verbraucherpreisdaten für Juli veröffentlicht. Im Juni war die Teuerung in den USA auf 9,1 Prozent gestiegen und damit auf den höchsten Wert seit über 40 Jahren.

In den USA ist nach Aussagen von Mitgliedern der US-Notenbank Fed mit einem weiteren deutlichen Anstieg der Zinsen zu rechnen. Die Notenbank sei mit der Aufgabe, die Inflation zu senken, "noch lange nicht fertig", sagte die Präsidentin der regionalen Notenbank von San Francisco, Mary Daly. Nach Einschätzung des Fed-Mitglieds Michelle Bowman sollte die Notenbank auf der kommenden Sitzung "mit einer großen" Zinserhöhung wie zuletzt auf die hohe Inflation in den USA reagieren. Zuletzt hatte die Fed Ende Juli die Zinsen um 0,75 Prozentpunkte angehoben, um die Inflation einzudämmen.

Höhere Zinsen lassen Aktien im Vergleich zu anderen Anlageformen wie etwa Anleihen in einem schlechteren Licht erscheinen und Kredite verteuern, was das Wirtschaftswachstum bremsen kann. Aktuell aber vertrauen die Anleger darauf, dass die Fed die Inflation im Zaum halten kann, ohne die USA in eine tiefgreifende Rezession zu stürzen.

RWE und Eon gefragt

Unter den Einzelwerten stachen hierzulande im Dax die Energieversorger positiv hervor: Eon stiegen um 2,7 und RWE um 2,1 Prozent. Die US-Investmentbank Morgan Stanley ist inzwischen positiver für die Eon-Aktie gestimmt und stufte sie auf «Equal-weight» hoch. Das Analysehaus Jefferies bekräftigte derweil seine Kaufempfehlung für RWE und hob das Kursziel weiter an.

Aus dem MDax zogen die Aktien von Siemens Energy nach detaillierten Quartalszahlen und Aussagen zum Geschäftsjahr 2021/22 einige Aufmerksamkeit auf sich. Nach einer Berg- und Talfahrt verloren sie am Ende 1,0 Prozent. Analysten lobten unisono das starke Gas- und Stromgeschäft des Energietechnikkonzerns sowie die beibehaltenen operativen Geschäftsjahresziele.

Die VW-Dachgesellschaft Porsche SE verdiente im ersten Halbjahr dank steigender Gewinne bei Volkswagen ebenfalls mehr und bestätigte die Jahresziele. Die Aktie legte um 1,1 Prozent zu.

Bitcoin knapp unter 24.000 Dollar

Die weltweit bekannteste Digitalwährung Bitcoin notierte auf der Handelsplattform Bitstamp  zuletzt bei 23.902 US-Dollar.

Bitcoin

Ölpreise legen wieder zu

Die Ölpreise haben am Montag zugelegt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  zur Lieferung im Oktober kostete zuletzt 96,35 US-Dollar. Das waren 1,38 Dollar mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur September-Lieferung stieg um 1,35 Dollar auf 90,25 Dollar.

Im asiatischen Handel hatten Importdaten aus China die Ölpreise etwas gestützt. Daten vom Wochenende zeigten, dass sich die chinesischen Einfuhren an Rohöl im Juli erholt haben. Zuvor hatte Chinas Führung die Einschränkungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie gelockert, was die Wirtschaft des Landes etwas gestützt hat.

In der vergangenen Woche hatten wachsende Rezessionssorgen die Ölpreise belastet. Eine leichte Erhöhung der Fördermenge durch die im Verbund Opec+ organisierten Ölstaaten in der vergangenen Woche zeigt nach Einschätzung von Rohstoffexperten der Dekabank "kaum nachhaltige Wirkung".

Im weiteren Verlauf der Woche dürfte sich der Fokus am Ölmarkt verstärkt auf neue Prognosen zur Nachfrage nach Rohöl richten. Am Donnerstag werden Berichte der Internationalen Energieagentur (IEA) und des Ölkartells Opec erwartet.

Mit Nachrichtenagenturen
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