Börse Dax mit kleinem Plus – Rückschlag nach hohem Anfangsgewinn

Am letzten Handelstag der Woche startete der Dax einen Erholungsversuch, gestützt von der Zinssenkung in China, erleidet aber zum Handelsschluss einen Rückschlag. In den USA setzen Dow Jones und Nasdaq ihren Kursrutsch fort. Der Dax fällt wieder unter die Marke von 14.000 Punkten zurück.
Zentralbank in China: Die Zinssenkung in der Volksrepublik erfreut Investoren nur kurzzeitig - der Dax gibt im späten Handel seine Gewinne wieder ab

Zentralbank in China: Die Zinssenkung in der Volksrepublik erfreut Investoren nur kurzzeitig - der Dax gibt im späten Handel seine Gewinne wieder ab

Foto: JASON LEE/ REUTERS

Mit Rückenwind von den asiatischen Börsen hat der deutsche Aktienmarkt am letzten Handelstag der Woche zugelegt. Positive Impulse lieferte am Freitag die Nachricht, dass China einen wichtigen Referenzzins für langfristige Kredite gesenkt hatte.

Der deutsche Leitindex Dax  überwand in der ersten Tageshälfte die Marke von 14.000 Punkten und notierte bis zu zwei Prozent höher. Im Zuge der schwächelnden Wall Street bröckelte er im späten Handel jedoch merklich ab und rettete noch einen Gewinn von 0,72 Prozent auf 13.982 Punkte ins Ziel. Auf Wochensicht resultiert daraus ein Verlust von 0,3 Prozent. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen schloss am Freitag 0,57 Prozent höher bei 29.200 Punkten.

Auch die europäischen Leitbörsen gingen mit Aufschlägen aus dem Handel. Der EuroStoxx 50 stieg um 0,45 Prozent auf 3657 Punkte. Der Cac 40 in Paris gewann 0,2 Prozent. Für den FTSE 100 in London ging es um 1,2 Prozent bergauf. Der New Yorker Dow Jones Industrial notierte zum Handelsschluss in Europa hingegen rund 0,6 Prozent im Minus.

Dax

Vor allem in den USA hat die hohe Inflation und damit verbunden die Perspektive stark steigender Leitzinsen die Aktienbörsen in den vergangenen Wochen stark belastet. Im Vergleich zum US-Leitindex Dow Jones Industrial hatte sich der Dax zuletzt noch gut geschlagen.

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Hellofresh mit Kurssprung

Im Dax waren die Papiere des einstigen Corona-Profiteurs Hellofresh mit einem Kursplus von 2,3 Prozent besonders begehrt. Nach den hohen Verlusten in den vergangenen sechs Monaten könnten hier immer wieder mal Schnäppchenjäger auf den Plan treten, hieß es im Handel.

Einige Aktien notieren am Freitag mit Dividendenabschlägen niedriger, so etwa Telefonica Deutschland, LEG Immobilien und Deutsche Pfandbriefbank.

Im SDax der kleineren Titel fielen Instone Real Estate um 3,6 Prozent, belastet von einer gestrichenen Kaufempfehlung der Deutschen Bank.

Aktien der Metro gewannen 1,8 Prozent. Einer indischen Wirtschaftszeitung zufolge könnte sich der Handelskonzern für einen Milliardenbetrag vom Geschäft in Indien trennen. Das kam bei Anlegern gut an.

Außerhalb der Dax-Familie stiegen Borussia Dortmund um 4,3 Prozent. Der BVB trennt sich von Trainer Marco Rose. Dem TV-Sender Sky zufolge wird Edin Terzic sein Nachfolger.

Dow Jones und Nasdaq drehen ins Minus: Talfahrt setzt sich fort

Nach zwei teils schweren Verlusttagen haben die US-Indizes am Freitag ihre Talfahrt fortgesetzt. Zuletzt lag der Dow Jones Industrial rund 0,5 Prozent im Minus. Tags zuvor war er auf den tiefsten Stand seit März vergangenen Jahres abgesackt. Im Wochenverlauf bahnt sich aktuell für den bekanntesten Wall-Street-Index ein Verlust von knapp 3 Prozent an.

Der technologielastige Nasdaq 100 gab nach einer Stunde Handel um weitere 0,6 Prozent nach. Er war in der vergangenen Woche auf den tiefsten Stand seit November 2020 gefallen. Sein Wochenverlust liegt bei knapp 5 Prozent.

Nasdaq

Unter den Einzelwerten in den USA ziehen vor allem Foot Locker und Deere & Co das Anlegerinteresse auf sich. Nach soliden Zahlen zum ersten Quartal rechnet Andrew Page, Finanzchef des Sportartikelhändlers Foot Locker, nun damit, beim Jahresumsatz und bereinigtem Ergebnis je Aktie das obere Ende der Prognosespanne zu erreichen. Vorbörslich ging es für die Aktie um 4 Prozent nach oben.

Der Landmaschinen-Hersteller Deere & Co. zeigte sich nach der Vorlage seiner Zahlen zum zweiten Geschäftsquartal ebenfalls zuversichtlicher für das Gesamtjahr. Entsprechend schraubte er seine Prognosespanne für den Nettogewinn nach oben. Die Aktie reagierte jedoch mit heftigen Schwankungen und gab zuletzt um fast 6 Prozent nach.

Am Mittwoch hatte bereits der im S&P 100 vertretene Einzelhändler Target die Aktienkurse von US-Einzelhändlern mit seiner Gewinnwarnung auf Talfahrt geschickt. Die hohe Inflation und steigende Transport- und Lohnkosten bringen derzeit die Gewinnmargen in der Branche unter Druck.

Asiens Börsen nach Leitzinssenkung fester

Die wichtigsten asiatischen Aktienmärkte haben am Freitag zugelegt. Vor allem an den chinesischen Börsen ging es nach oben, aber auch die technologielastigeren Finanzplätze verzeichnete merkliche Gewinne. Auf Wochensicht liegen die Märkte der Region Asien-Pazifik trotz der Abgaben am Vortag nun leicht im Plus.

Der stärkste Impuls kam aus China. Das Land will mit der Senkung eines wichtigen Zinssatzes für langfristige Kredite die Abschwächung der Konjunktur mildern. Die Fünfjahres-Prime-Rate, eine Referenzgröße für Immobiliendarlehen, wurde von 4,6 auf 4,45 Prozent gesenkt, wie die chinesische Zentralbank am Freitag mitteilte. Volkswirte hatten mit einer Senkung gerechnet, allerdings in geringerem Umfang. Mit der Zinssenkung soll die Nachfrage nach Darlehen angekurbelt werden, da Corona-Lockdowns und eine Krise des Immobiliensektors die Stimmung bei Verbrauchern und Unternehmen drückt.

Der CSI-300-Index mit den 300 wichtigsten Unternehmen vom chinesischen Festland gewann 1,83 Prozent auf 4072 Punkte. Der technologielastige Hang Seng der Sonderverwaltungszone Hongkong zog im späten Handel sogar um 2,49 Prozent auf 20.622 Punkte an.

Nicht ganz so stark fielen die Gewinne am japanischen Aktienmarkt aus. Der japanische Nikkei-Index  schloss 1,27 Prozent höher mit 26.739 Punkten. Der Verbraucherpreisindex des Landes hatte im April den höchsten Zuwachs im Jahresvergleich sei Oktober 2014 verzeichnet, wie die Marktstrategen der Deutschen Bank anmerkten. Zudem sei der Anstieg deutlich höher als noch im März ausgefallen. "Damit sollte der zuletzt schwächelnde Yen weiter unter Druck bleiben", prognostizierte die Landebank Baden-Württemberg.

Bitcoin fällt wieder unter 30.000 US-Dollar

Die Digitalwährung Bitcoin schwankte am Freitag weiter um die runde Marke von 30.000 US-Dollar Zuletzt notierte die Cyberdevise auf der Handelsplattform Bitstamp  knapp unter dieser Marke. Vergangene Woche war der Bitcoin auf 26.283 US-Dollar gefallen. Im November vergangenen Jahres erreichte der Bitcoin noch ein Rekordhoch von 69.000 US-Dollar. Seitdem hat sich die Bewertung mehr als halbiert.

Bitcoin

Ölpreise kaum verändert

Die Ölpreise sind am Freitag gesunken. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  111,57 US-Dollar. Das waren 47 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-amerikanischen Sorte West Texas Intermediate  (WTI) fiel um 1,36 Dollar auf 110,85 Dollar. Marktbeobachter sprachen von einer leichten Gegenbewegung, nachdem die Ölpreise am Donnerstagabend mit einer allgemeinen Aufhellung der Stimmung an den Finanzmärkten noch deutlich gestiegen waren.

Im Verlauf der Woche sind die Ölpreise deutlich geschwankt. Zeitweise hat eine trübe Stimmung an den Finanzmärkten die Notierungen für Rohöl kräftig nach unten gedrückt. Generell stützt aber ein weltweit knappes Angebot die Nachfrage nach Rohöl und sorgte für Preissprünge am Ölmarkt. Hier spielen vor allem die harten Sanktionen der westlichen Industriestaaten gegen Russland wegen des Kriegs in der Ukraine eine Rolle.

Auch wenn ein Embargo von russischem Erdöl seitens der Europäischen Union wegen des Widerstands einiger Mitgliedsländer der EU weiter auf sich warten lässt, hat sich Brent-Öl aus der Nordsee seit Beginn des Jahres um mehr als 40 Prozent verteuert.

Mit Nachrichtenagenturen