Börse Tesla-Aktie stürzt ab, Bitcoin und Ether brechen ein

Dax, Dow und Nasdaq kippen ins Minus. Die Aktie von Tesla beschleunigt ihren Kurssturz. Am Kryptomarkt sorgen die Probleme der Kryptobörse FTX für ein Beben: Bitcoin und Ethereum brechen erneut zweistellig ein.
Tesla fällt, Bitcoin fällt: Binnen eines Jahres hat Bitcoin 70 Prozent und die Tesla-Aktie (im Bild Tesla-Chef Elon Musk) knapp 50 Prozent an Wert verloren

Tesla fällt, Bitcoin fällt: Binnen eines Jahres hat Bitcoin 70 Prozent und die Tesla-Aktie (im Bild Tesla-Chef Elon Musk) knapp 50 Prozent an Wert verloren

Foto: Brendan Smialowski / AFP

Der deutsche Aktienmarkt hat am Mittwoch leicht nachgegeben. Nach den wichtigen Zwischenwahlen in den USA agierten die Anleger vorsichtig. Der Leitindex Dax  fiel bis zum Xetra-Schluss (17.30 Uhr) um 0,2 Prozent auf 13.666 Punkte, nachdem er am Vortag noch den höchsten Stand seit Mitte August erreicht hatte. Damit wurde gleichwohl der Vortagesausbruch über die 200-Tage-Durchschnittslinie erst einmal bestätigt. Sie gilt als Indikator für den längerfristigen Trend. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen verlor am Mittwoch 0,82 Prozent auf 24 279 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab zuletzt um 0,2 Prozent nach.

Trotz hoher Inflation und schlechter Umfragewerte haben sich Biden und seine Demokraten bei den Midterms besser geschlagen als erwartet. Ein klarer Sieg der Republikaner, wie in Umfragen vorausgesagt, blieb aus. In den USA weiteten Dow Jones und Nasdaq ihre Verluste aus.

In der unsicheren Gemengelage mieden Anleger hierzulande vor allem konjunktursensible Chemiewerte. So büßten BASF , Bayer und Covestro zuletzt zwischen 2,1 und 4,7 Prozent ein.

US-Börsen mit deutlichen Verlusten, Tesla halbiert Börsenwert binnen elf Monaten

Die US-Aktienmärkte gaben nach den Zwischenwahlen am Mittwoch nach. Der Dow Jones Industrial fiel unter die runde Marke von 33.000 Punkten und notierte zuletzt knapp 2 Prozent tiefer. Der marktbreite S&P 500 verlor ebenfalls deutlich. Der technologielastige Nasdaq 100 sank um 2,4 Prozent.

Zu den größten Verlierern an der US-Börse zählte erneut die Aktie des US-Elektroautobauers Tesla. Die Aktie gab zuletzt um knapp 7 Prozent nach und fiel am Mittwoch Abend unter die Marke von 180 US-Dollar. Zu Jahresbeginn hatte die Tesla Aktie noch bei rund 350 US-Dollar notiert und hat binnen elf Monaten knapp 50 Prozent an Wert verloren.

Sehr negativ kamen zur Wochenmitte die Quartalszahlen und der Ausblick von Walt Disney an. Die Papiere sackten um mehr als 11 Prozent ab. Der Unterhaltungskonzern ächzt unter hohen Kosten. Disneys Streaming-Sparte machte einen Quartalsverlust von 1,5 Milliarden Dollar. JPMorgan-Analyst Philip Cusick bezeichnete das Quartal als insgesamt durchwachsen, schmerzlich seien die schwächeren Margen der Vergnügungsparks.

Die Meta-Aktien schnellten dagegen um 7,5 Prozent empor. Der Facebook-Konzern entlässt beim größten Stellenabbau seiner Geschichte mehr als 11 000 Mitarbeiter. Konzernchef Mark Zuckerberg betonte die Dringlichkeit von Effizienzsteigerungen. Auf das Kapital müsse stärker geachtet werden.

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Bitcoin-Crash: Probleme bei Kryptobörse FTX sorgen für Beben am Kryptomarkt

Die weltweit bekannteste Digitalwährung Bitcoin ist weiter stark unter Druck und gab den zweiten Tag in Folge zweistellig nach. Zuletzt verlor Bitcoin 15 Prozent und stürzte zeitweise unter die Marke von 17.000 US-Dollar. Binnen einer Woche hat Bitcoin damit rund 25 Prozent seiner Marktkapitalisierung verloren. Binnen Jahresfrist betragen die Verluste sogar mehr als 70 Prozent: Anfang November 2021 hatte Bitcoin noch ein Rekordhoch von rund 67.000 US-Dollar erreicht und hat seitdem um 50.000 Dollar nachgegeben.

Die zweitwichtigste Kryptowährung Ethereum verlor am Mittwoch knapp 24 Prozent an Wert und notiert aktuell nur noch bei 1170 US-Dollar. Auch Ether hat sich binnen Jahresfrist mehr als halbiert.

Bitcoin

Anlass für das erneute Beben am Kryptomarkt sind die Probleme der US-Kryptobörse FTX. So will die weltgrößte Kryptobörse Binance einen Teil des Rivalen FTX übernehmen. Eine entsprechende nichtbindende Absichtsvereinbarung sei unterzeichnet worden, teilte Binance-Chef Changpeng Zhao am Dienstag mit. Mit dem Schritt soll ein "akuter Liquiditätsengpass" beim Rivalen aufgefangen werden.

"FTX hat uns um unsere Hilfe gebeten. Es gibt einen signifikanten Liquiditätsengpass," teilte Zhao auf dem Kurznachrichtendienst Twitter mit. Um Nutzer zu schützen sei eine Absichtserklärung unterzeichnet worden, FTX.com vollständig zu übernehmen und zur Deckung des Liquiditätsproblems beizutragen. Binance stehe es frei, sich jederzeit aus der Vereinbarung zurückzuziehen. FTX-Chef Sam Bankman-Fried hatte seinen Mitarbeitern mitgeteilt, Anleger hätten binnen 72 Stunden rund 6 Milliarden Dollar aus FTX abgezogen.

Siemens-Healthineers-Aktie nach Prognose deutlich im Minus

Die Verunsicherung der Anleger zeigte sich auch in teils deutlichen Kursschwankungen von Einzelwerten. So drehten Papiere von Siemens Healthineers nach schwachem Auftakt um fast 4,8 Prozent ins Plus, wovon aktuell aber nur noch rund 3 Prozent verblieben. Der Medizintechnikkonzern geht für das im Oktober gestartete Geschäftsjahr von einer Abschwächung der Geschäfte aus und erwartet ein sinkendes bereinigtes Ergebnis je Aktie und einen nahezu stagnierenden vergleichbaren Umsatz. Analysten blieben in ersten Reaktionen aber gelassen.

Adidas überrascht mit weiterer Gewinnwarnung

Auch bei Adidas verarbeiteten die Anleger einen erneuten Stimmungsdämpfer gut. Wegen der inzwischen beendeten Partnerschaft mit dem Rapper Kanye West und seiner Marke Yeezy mussten die Herzogenauracher ihre Umsatzprognose abermals kappen. Der jüngsten Freude der Börsianer über den neuen, von Puma abwandernden Konzernchef tat das aber keinen Abbruch – nach anfänglichen Verlusten bauten sie ihre Erholung um 2,6 Prozent aus.

Bilfinger-Aktie bricht nach Zahlen zweistellig ein

Viele andere Unternehmen legten ebenfalls Geschäftszahlen vor - darunter Bilfinger , die um fast 14 Prozent einbrachen. Den Industriedienstleister belasteten die Kosten für sein Sparprogramm.

Ölpreise geben leicht nach

Die Ölpreise sind am Mittwoch im frühen Handel leicht gefallen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  kostete am Morgen 95,13 US-Dollar. Das waren 23 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate  (WTI) fiel um 32 Cent auf 88,59 Dollar.

Nach Abschlägen am Vortag hielten sich die Preisbewegungen zur Wochenmitte zunächst in Grenzen. Belastet wurden die Preise zuletzt durch enttäuschte Hoffnungen auf eine Lockerung der strengen Corona-Politik Chinas. Die teils drastischen Maßnahmen stellen eine erhebliche Belastung für die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt dar.

Als Gegenpol fungiert die Förderpolitik des Erdölverbunds Opec+. Die rund 20 Länder haben ihre Produktion zum Monatsbeginn reduziert. Dies ist eine Reaktion auf die teils deutlichen Preisabschläge in den vergangenen Monaten - die allerdings auf hohem Niveau erfolgt sind. Der Ukraine-Krieg und die Sanktionen vornehmlich westlicher Länder gegen Russland hatten die Preise zuvor stark getrieben.

Mit Nachrichtenagenturen
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