Börse Dax setzt Rallye fort, Dow dreht ins Minus

Erfreuliche Erzeugerpreisdaten aus den USA geben den Börsen Schub. Der Dax schloss am Dienstag fester. In den USA bremsen jedoch Gewinnmitnahmen die Rallye, der Dow dreht ins Minus.
Die Kurse im Blick: Börsianerin in Frankfurt

Die Kurse im Blick: Börsianerin in Frankfurt

Foto: Fredrik von Erichsen / picture-alliance/ dpa

Der deutsche Aktienmarkt hat sich nach der Bekanntgabe der jüngsten US-Erzeugerpreise fester gezeigt. Der Dax  schloss knapp 0,5 Prozent im Plus bei 14.378 Punkten. Seit seinem Jahrestief Ende September hat sich das Börsenbarometer um mehr als 20 Prozent erholt. Der MDax  dagegen konnte seine Rally am Dienstag nicht fortsetzen: Er verlor 0,5 Prozent auf 26.181 Zähler. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50  legte zuletzt um rund 0,5 Prozent zu.

In New York bewegte sich der Dow Jones Industrial zuletzt fester. Dort zogen vor allem die Tech-Werte wieder an.

In den USA hat sich der Preisauftrieb auf Herstellerebene weiter abgeschwächt. Die Erzeugerpreise stiegen im Oktober zum Vorjahresmonat um 8 Prozent. Analysten hatten im Schnitt mit 8,3 Prozent gerechnet. Dies untermauerte die Hoffnung, dass die US-Notenbank Fed demnächst auf ihrem geldpolitischen Straffungskurs das Tempo drosseln könnte.

Bei Infineon hält die gute Stimmung der Anleger an. Am Vortag hatte der Chiphersteller ambitionierte Langfristziele bekanntgegeben und für einen Kurssprung von fast 8 Prozent gesorgt. Nun ging es für die Titel des Dax-Konzerns um weitere 1,8 bergauf, womit sie ihr höchstes Niveau seit Ende März festigten. Gesprächsthema war ein Engagement der Investorenlegende Warren Buffett beim weltgrößten Chipauftragsfertiger TSMC.

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Die Aktien von Hypoport beendeten ihre jüngste Erholungsrally mit einem Kurseinbruch von fast 15 Prozent. Seit Anfang November hatten die im SDax notierten Papiere des Finanzdienstleisters allerdings einen Kursanstieg von rund 45 Prozent hingelegt.

Die zuletzt deutliche Erholung der Aktien von Uniper setzte sich auch am Dienstag mit einem Kursplus von 8,8 Prozent fort. Seit vergangenem Mittwoch haben die Papiere des vor der Verstaatlichung stehenden Energiekonzerns damit bereits mehr als 60 Prozent an Wert gewonnen.

Ein gesenkter Gewinnausblick hat die Aktien von Nordex zunächst tief ins Minus befördert. Im weiteren Verlauf erholten sich die Papiere des Windturbinenherstellers aber deutlich und drehten ins Plus. Zuletzt notierten sie 0,8 Prozent fester.

US-Börsen geben Gewinne ab

Die am Dienstag zum Börsenstart wieder aufgenommene Rally am US-Aktienmarkt hat im Handelsverlauf einen Dämpfer erhalten. Nachdem zunächst weitere Signale eines tendenziell nachlassenden Inflationsdrucks der Wall Street Rückenwind bescherte, setzten rund zweieinhalb Stunden vor Börsenende Gewinnmitnahmen ein. Der Dow Jones gab rund zwei Stunden vor dem Börsenschluss um 0,4 Prozent auf 33.410,93 Zähler nach. Der marktbreite S&P 500 hielt sich mit 0,2 Prozent im Plus auf 3966,09 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100 gewann 0,8 Prozent auf 11.793,68 Zähler, nachdem er zuvor um bald drei Prozent gestiegen war.

Zwar herrscht Erleichterung, dass sich der Preisauftrieb auf Herstellerebene im Oktober zum vierten Mal in Folge und zudem deutlicher als erwartet abschwächte. Auch, dass sich die Stimmung in der Industrie im Wirtschaftsraum New York im November überraschend stark aufgehellt hat, kam gut an. Allerdings spiegelt sich dies nach Ansicht von Marktkennern in der bereits vollzogenen Börsenerholung schon recht deutlich wider. Dabei wurde auch darauf verwiesen, dass einige kurzfristig orientierte Anleger bereits am Montag als Reaktion auf die jüngste Rally Kasse gemacht hatten.

Die US-Börsenrally hatte am vergangenen Donnerstag neuen Schwung erhalten - und zwar ebenfalls, nachdem Daten über ein Nachlassen des hohen Inflationsdrucks in den USA veröffentlicht worden waren. Schließlich untermauern sie die Hoffnung, dass mit Blick auf die Inflation das Schlimmste erst einmal vorbei ist und die US-Notenbank Fed bei weiteren Leitzinserhöhungen weniger aggressiv vorgehen könnte.

Steigende Kurse in Asien

Schwache Konjunkturdaten aus Japan und China können die Anleger an den Märkten in Asien am Dienstag nicht entmutigen. Auch schoben die Börsianer Bedenken über steigenden Corona-Infektionen in der Volksrepublik beseite. "Die steigenden Fallzahlen sind weiterhin ein zentrales Abwärtsrisiko. Neue Lockdowns können nicht ausgeschlossen werden, wenn die Fälle weiter ansteigen", schrieben die Ökonomen von ANZ in einer Notiz. Chinas Industrieproduktion und die Einzelhandelsumsätze verfehlten die Erwartungen der Analysten. Auch Japans Konjunktur bekam die globalen Verwerfungen zu spüren: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) brach erstmals seit einem Jahr ein - von Reuters befragte Volkswirte hatten mit einem Wachstum gerechnet.

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,1 Prozent höher bei 27.995 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 0,3 Prozent und lag bei 1963 Punkten.

Kryptomarkt ringt um Ruhe

Unter Druck blieb unterdessen der Kryptowährungsmarkt. Nach dem Kollaps der Kryptowährungsbörse FTX ringt die Branche um Stabilisierung. "Die Ansteckungsrisiken für weitere Unternehmen innerhalb der Branche sind und bleiben akut", warnte Analyst Timo Emden von Emden Research. Anleger seien dezeit "im Faktencheck" und fürchteten weitere Turbulenzen. Nach der Pleite wurden auch innerhalb der Branche die Rufe nach einer strengeren Regulierung lauter.

Bitcoin

Im Sog der FTX-Turbulenzen haben die beiden führenden Cyber-Devisen Bitcoin und Ethereum in den vergangenen Tagen jeweils rund 20 Prozent verloren. Zum Wochenstart verbilligte sich Bitcoin in der Spitze um knapp sechs Prozent auf 15.796 Dollar, Ethereum um fast acht Prozent auf bis zu 1170 Dollar. Am Freitag hatte FTX, nach Handelsvolumen bis dahin weltweit die Nummer fünf der Kryptowährungsbörsen, Insolvenz angemeldet.

Ölpreise geben weiter nach

Die Ölpreise sind am Dienstag gesunken und haben damit an die Verluste vom Vortag angeknüpft. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 92,71 US-Dollar. Das waren 43 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 62 Cent auf 85,25 Dollar.

Zum Wochenauftakt waren die Ölpreise noch deutlich stärker gefallen. Die Notierungen gingen am Montag um jeweils rund drei Dollar zurück, nachdem das Ölkartell Opec seine Nachfrageprognosen für dieses und das kommende Jahr gesenkt hatte. Begründet wurde der Schritt mit einer «erheblichen Unsicherheit hinsichtlich der Weltwirtschaft, begleitet von Ängsten vor einer weltweiten Rezession».

Mit Nachrichtenagenturen
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