Börse Dax und Dow im Plus, Symrise-Aktie knickt ein

Gestützt von den starken US-Börsen geht der Dax am Montag mit Gewinnen aus dem Handel. Deutlich im Minus notierte die Aktie von Symrise. Wieder bergauf geht es dagegen für die Kryptowährung Bitcoin. In den USA erholen sich vor allem Techwerte.
Welche Richtung nimmt der Dax? Skyline von Frankfurt am Main

Welche Richtung nimmt der Dax? Skyline von Frankfurt am Main

Foto: Frank Rumpenhorst / dpa

Der deutsche Aktienmarkt hat zu Beginn der neuen Woche mit Rückenwind aus New York zugelegt. Der Leitindex Dax  schloss mit 15.103 Punkten 0,5 Prozent höher. Für den MDax  der mittelgroßen Unternehmen ging es um 0,8 Prozent auf 28.693 Punkte nach oben. Der EuroStoxx 50  als Leitindex der Eurozone ging mit einem Plus von 0,75 Prozent aus dem Handel.

Am Nachmittag brachten die steigenden US-Börsen noch etwas Schwung in den ansonsten weitgehend ruhigen Handel. An der Wall Street wirkten Börsianern zufolge jüngste Äußerungen aus dem Umfeld der US-Notenbank Fed positiv, die auf moderatere Zinserhöhungen schließen lassen. Vor allem Technologiewerte zogen dort an vor wichtigen Quartalsberichten aus der Branche, die demnächst anstehen.

Hierzulande warten die Anleger nach der starken Jahresauftaktrally auch auf Impulse von der Berichtssaison, die in den kommenden Tagen Fahrt aufnimmt. Nun müssten die Unternehmensgewinne als "Treibstoff an den Börsen" die Kursanstiege rechtfertigen, erklärte Analyst Thomas Altmann von QC Partners. "Mit zu vielen zu großen Enttäuschungen in der Berichtssaison würde der aktuellen Rally ganz schnell der Treibstoff ausgehen", so der Experte.

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Symrise unter Druck

Unter den Einzelwerten rückten die Aktien von Symrise in den Anlegerfokus. Eine Wertberichtigung auf eine Beteiligung in Schweden hat 2022 am Gewinn des Aromen- und Duftstoffherstellers gezehrt. Das operative Ergebnis (Ebitda) fiel um gut 2 Prozent. Symrise versprach dennoch, für 2022 eine "attraktive Dividendenpolitik beizubehalten". Der Umsatz legte dank Übernahmen und höherer Verkaufspreise deutlich zu. Die Papiere sackten auf den tiefsten Stand seit mehr als drei Monaten ab und notierten zuletzt 6,1 Prozent im Minus.

Aus Branchensicht schlugen sich am Montag die Immobilienwerte recht gut. Vonovia legten am Montag als Dax-Spitzenreiter um 2,2 Prozent zu. Aroundtown konnten anfängliche Verluste wieder aufholen und gewannen 1,2 Prozent.

Die Papiere von Salzgitter stiegen um 1,9 Prozent. Der Stahlhersteller will bis 2033 etwa 500 bis 800 Stellen abbauen. Im Zuge der Umstellung der Produktion auf klimaschonendere Verfahren seien künftig weniger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nötig, sagte Vorstandschef Gunnar Groebler der "Braunschweiger Zeitung" am Sonntag. Die Stellen könnten "allein über die Alterspyramide sozialverträglich über die Zeit reduziert werden".

US-Börsen setzen Erholung fort

Die abgeflaute Zins- und Rezessionsfurcht treibt die Kurse an der Wall Street weiter nach oben. Vor einer Flut an Firmenbilanzen legten der Dow-Jones-Index der Standardwerte und der breiter gefasste S&P 500 zum Wochenstart jeweils um rund ein Prozent auf 33.705 und 4032 Punkte zu. Der technologielastige Index Nasdaq preschte mehr als 2 Prozent auf 11.390 Zähler vor und knüpfte damit an die Gewinne vom Freitag an, dem besten Handelstag seit Ende November.

Gefragt waren auf beiden Seiten des Atlantiks vor allem Technologiewerte. "Ein Dauerthema im Technologiesektor bleibt die laufende Entlassungswelle", sagte Konstantin Oldenburger, Marktanalyst beim Brokerhaus CMC Markets. Nach Microsoft, Amazon und der Google-Mutter Alphabet folgte nun der Musikstreaming-Dienst Spotify mit der Ankündigung, etwa sechs Prozent seiner Belegschaft entlassen zu wollen. Die Nachricht kam an der Börse gut an: Spotify-Aktien kletterten um rund 3 Prozent.

Gute Quartalszahlen von Unternehmen wie Microsoft, Tesla und Boeing könnten in den kommenden Tagen der mögliche Lichtblick in wirtschaftlich angespannten Zeiten sein, sagte CMC Markets-Analyst Jochen Stanzl. Zudem erhofften sich Investoren Hinweise auf die Konjunkturaussichten von den Einkaufsmanagerindizes für die Eurozone und die USA am Dienstag. Börsianer rechneten damit, dass sich die Daten in Europa stärker verbessert haben als in den Vereinigten Staaten.

Asien: Rückenwind für japanische Börse

Mit Rückenwind von der Wall Street hat die Börse in Tokio zum Wochenstart zugelegt. Der japanische Leitindex Nikkei 225 schloss am Montag mit 26.906 Punkten und damit 1,3 Prozent höher als vor dem Wochenende. Die chinesischen Aktienmärkte bleiben wegen des Neujahrsfestes geschlossen.

Bitcoin mit Kurssprung am Wochenende

Die Digitalwährung Bitcoin hat in der Nach zu Samstag deutlich zugelegt und ist über die Marke von 22.000 US-Dollar gesprungen. Zuletzt notierte die Cyberdevise auf der Handelsplattform Bitstamp  noch 0,5 Prozent höher bei 22.882 US-Dollar. Im November 2022 war die Währung unter dem Eindruck des Zusammenbruchs der Kryptobörse FTX von über 21.000 US-Dollar auf rund 16.000 US-Dollar eingebrochen. Ein Jahr zuvor erreichte der Bitcoin noch ein Rekordhoch von 69.000 US-Dollar.

Bitcoin

Ölpreise legen zu

Die Ölpreise sind zu Beginn der neuen Woche leicht gestiegen. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  zur Lieferung im März 88,26 US-Dollar. Das waren 63 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate  (WTI) stieg um 53 Cent auf 82,17 Dollar.

Am Markt war die Rede von einem ruhigen Handel. Da in einigen asiatischen Ländern wegen des dortigen Neujahrsfestes Ruhe herrscht, sei auch die Handelsaktivität geringer als üblich ausgefallen. Unterstützung erhalten die Erdölpreise weiter durch die Aussicht auf eine konjunkturelle Erholung in China, nachdem sich die politische Führung von ihrer strikten Corona-Strategie verabschiedet hat.

Auch die Aussicht auf weniger starke Zinsanhebungen vor allem in den USA hellt die Stimmung am Ölmarkt auf. Zudem wird der US-Dollar durch diese Entwicklung geschwächt, was die Erdölnachfrage aus Ländern außerhalb des Dollarraums antreibt. Hintergrund sind Wechselkurseffekte, da Rohöl international in der US-Währung gehandelt wird. Fällt der Dollarkurs, vergünstigt das den Ölkauf für viele Interessenten.

Mit Nachrichtenagenturen
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