Börse Dax schließt im Plus, Tesla-Aktie schießt hoch

Der Dax schließt leicht im Plus, während die Indizes an der Wall Street ordentliche Gewinne verbuchen. Autowerte stützen den Dax, Bayer und FMC bremsen ihn. Der Ölpreis und der Bitcoin steigen. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe nähert sich dem jüngsten Achteinhalb-Jahres-Hoch.
Deutsche Börse in Frankfurt: Der Dax gab zum Handelsschluss am Dienstag einen Großteil seiner Gewinne wieder ab

Deutsche Börse in Frankfurt: Der Dax gab zum Handelsschluss am Dienstag einen Großteil seiner Gewinne wieder ab

Foto: Marius Becker / picture alliance / dpa

Nach den Kursverlusten der vergangen Wochen kehren immer mehr Anleger an die europäischen Börsen zurück. "Schnäppchenjäger hatten sich Einkaufslisten geschrieben und greifen nun zu", sagte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade. Kursverluste bei Bayer und Fresenius Medical Care (FMC) bremsten den Dax  am Dienstag allerdings aus. Er schloss 0,2 Prozent im Plus bei 13.292,40 Punkten. Der MDax  gewann 0,11 Prozent auf 27 512,54 Zähler. Zeitgleich bewegte sich der Dow Jones Industrial mit 1,8 Prozent im Plus und die New Yorker Technologiewerte zeigten sich sogar noch stärker. Der EuroStoxx 50  legte 0,7 Prozent auf 3492 Zähler

Hauptthemen an den Märkten bleiben die immens hohe Inflation und das Gegensteuern der globalen Notenbanken mit Zinserhöhungen. In der Vorwoche hatte der Dax die Marke von 13.000 Punkten nur knapp halten können und seit seinem Hoch bei rund 14.700 Punkten acht Handelstage zuvor mehr als zehn Prozent verloren. Dem gegenüber steht nun ein Plus von 2,2 Prozent binnen drei freundlicher Handelstage.

An der New Yorker Wall Street kletterte der Standardwerteindex Dow Jones rückte knapp zwei Prozent vor. Der marktbreite S&P 500  gewann 2,4 Prozent auf 3766 Punkte zum Handelsschluss in Europa. Der technologiewertelastige Nasdaq 100 legte zuletzt noch rund 2,78 Prozent zu. Die aktuelle Erholung sei nur eine Pause im übergeordneten Abwärtstrend, warnte Timothy Graf, Chef-Anlagestratege des Vermögensberaters State Street. Schließlich drohe eine Stagflation - eine stagnierende Wirtschaft bei gleichzeitig steigender Inflation. Dieses Szenario spiegele sich weder in den Aktienkursen noch in den Erwartungen für die Firmenbilanzen angemessen wider.

Rendite zehnjähriger Bundesanleihe auf Rekordkurs

Am Anleihemarkt hielt der Verkaufsdruck dagegen an. Dies trieb die Rendite der zehnjährigen Bundestitel auf 1,757 Prozent und damit in Reichweite ihres jüngsten Achteinhalb-Jahres-Hochs. "Die Zentralbanken haben realisiert, dass die Inflation ihren Höhepunkt noch nicht überschritten hat", sagte Portfoliomanager Mohammed Kazmi von der Privatbank UBP. Daher müsse mit aggressiveren Zinserhöhungen gerechnet werden. Vor diesem Hintergrund stieg der Euro um 0,4 Prozent auf 1,0550 Dollar.

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Tesla-Aktie schnellt um 11 Prozent hoch

In New York schnellte die Aktien von Tesla um mehr als 11 Prozent hoch. Der Elektroauto-Hersteller wird in den kommenden Monaten 10 Prozent der lohnabhängig Beschäftigten kündigen und zugleich mehr Stundenkräfte einstellen. Das stellte Firmenchef Elon Musk am Dienstag nach widersprüchlichen Berichten klar. Der Tech-Milliardär bekräftigte, dass er mit einer Rezession in den USA in nächster Zeit rechne.

Eine Stütze für den Dax waren am Dienstag die in dem erholten internationalen Börsenumfeld freundlichen Automobilwerte, wie Kursgewinne zwischen 1,2 und 1,9 Prozent bei BMW , Mercedes-Benz , Volkswagen und der VW-Holding Porsche zeigten. Auf der anderen Indexseite gerieten dagegen einzelne Unternehmen mit negativen Nachrichten in den Blick.

Autowerte stützen Dax, Bayer und FMC bremsen

Die Aktien von Bayer fielen um 2,1 Prozent. Hier machte sich Enttäuschung breit, weil das oberste US-Gericht in dem langwierigen Streit um angebliche Krebsrisiken glyphosathaltiger Unkrautvernichter einen Antrag des Dax-Konzerns zur Verhandlung eines Falls ablehnte. Wirklich überraschend kam die Ablehnung aber nicht, daher ließ die erste heftige Reaktion im Verlauf wieder nach. Analyst Richard Vosser von der US-Bank JPMorgan glaubt auch an einen nur kurzzeitigen Dämpfer.

Noch düsterer ging es bei Fresenius Medical Care (FMC) zu, und dies ebenfalls wegen einer Entscheidung des obersten US-Gerichts, die allerdings gegen den US-Konkurrenten Davita fiel. Sie weckt Sorgen über die Höhe der Erlöse mit Dialysediensten für bestimmte Patienten. Im Dax brachen die Papiere von FMC um neun Prozent ein. Dies belastete auch die Titel des Mutterkonzerns Fresenius mit fast fünf Prozent.

Bitcoin über 21.000-Dollar-Marke

Parallel zum Aktienmarkt ging es auch mit den Kryptowährungen wieder aufwärts. Der Bitcoin verteuerte sich auf der Handelsplattform Bitstamp  um 4,5 Prozent auf 21.350 Dollar. Rückenwind erhalte der Markt offenbar vom Kurssprung der kriselnden Kryptobank Celsius, sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. "Anleger hoffen verzweifelt, dass sich das Unternehmen wieder berappelt." Das Ausmaß der Celsius-Rally deute auf einen "Short Squeeze" hin. Dabei lösen Investoren in großem Stil Wetten auf fallende Kurse auf. Digitale Celsius-Anteilsscheine ("Token") stiegen binnen zwei Tagen zeitweise um fast 160 Prozent.

Bitcoin

Ölpreise legen weiter zu

Die Ölpreise sind am Dienstag weiter gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  verteuerte sich um 0,6 Prozent auf 114,87 Dollar je Barrel (159 Liter). Mit der Lockerung der Pandemie-Restriktionen in China, der Sommerreise-Saison auf der Nordhalbkugel und steigenden Temperaturen im Nahen Osten sei eine steigende Energienachfrage zu erwarten, sagte Analyst Giovanni Staunovo von der Bank UBS. "Da das Angebot der Nachfrage hinterherhinkt, rechnen wir mit weiter steigenden Preisen." Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate  (WTI) stieg um 1,95 Dollar auf 111,51 Dollar.

Nach der Talfahrt der vergangenen Woche scheinen sich die Ölpreise wieder zu stabilisieren. Für etwas Zuversicht am Ölmarkt hatten zuletzt Bemerkungen von US-Präsident Joe Biden gesorgt, der eine Rezession in den USA für nicht unabwendbar hält. Konjunktursorgen löst vor allem der entschlossene Kampf der US-Notenbank Fed gegen die hohe Inflation aus, den sie mit deutlichen Zinsanhebungen führt. Sollte die US-Konjunktur dadurch stark gebremst werden, hätte dies auch Auswirkungen auf den Verbrauch von Rohöl, Benzin und Diesel.

Commerzbank-Experte Carsten Fritsch verweist zudem auf die gestiegene Preisdifferenz zwischen WTI und Brent-Öl. Die Lieferausfälle in Libyen hätten zu dieser Differenz beigetragen und den Brent-Preis verteuert. Zudem werde die Preisentwicklung in den USA durch die gestiegene Bohraktivität gebremst. Dies führt zu einem wachsenden Angebot.

Ungeachtet dessen befinden sich die Ölpreise weiterhin auf hohem Niveau. Seit Jahresbeginn sind die Preise um knapp 50 Prozent gestiegen. Hauptgründe sind der Krieg Russlands gegen die Ukraine und die Reaktion des Westens in Form scharfer Sanktionen. Russland ist einer der größten Ölproduzenten der Welt.

Mit Nachrichtenagenturen