Montag, 23. September 2019

Größter Verfallstermin seit vielen Jahren Dax und Dow knicken am Hexensabbat ein

Der Tag, an dem Optionen auf Aktien und Indizes auslaufen, heißt an der Börse Hexensabbat: Es wird mit starken Schwankungen und einem wilden Ritt an der Wall Street gerechnet - allein auf den S&P 500 Index verfallen heute Termingeschäfte im Wert von 1,1 Billionen Dollar

Der Dax Börsen-Chart zeigen hat zum Wochenschluss wieder nachgegeben. Der deutsche Leitindex verlor 1,2 Prozent und schloss bei 10.608,19 Punkten. Tags zuvor hatte die Erleichterung der Anleger über die Zinswende in den USA dem Dax noch kräftig Rückenwind verliehen.

"Nach dem doch anstrengenden Dezember mit dem US-Zinsentscheid und dem großen Verfallstermin dürften sich die Marktteilnehmer nun der Jahresendruhe widmen", sagte Sven Kleinhans, Managing Partner von Momentum Institutional GmbH.

Auch laut Marktexperte Daniel Saurenz vom Analysedienst Feingold Research "sollte es der Dax ruhig angehen lassen. Je näher der Dax das Jahr bei 11.000 Punkten beendet, desto eher wird aus einem ordentlichen ein sehr gutes Aktienjahr", so Saurenz. Aktuell steht Deutschlands wichtigstes Börsenbarometer etwas unter dieser runden und viel beachteten Marke.

Plus 8 Prozent auf Jahressicht

Doch auch so kann sich die bisherige Bilanz für 2015 sehen lassen: Mit einem Plus von über 8 Prozent hat der Dax mehr als doppelt so stark zugelegt wie der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 - ganz zu schweigen von der Wall Street, wo die Standardwerte-Indizes Dow Jones Industrial und S&P 500 auf Jahressicht in der Verlustzone stehen.

Seitdem die Fed im Herbst 2014 ihre Anleihekäufe beendet habe, "beschäftigten sich die Markteilnehmer mit der Frage, wann sie die Leitzinsen erhöhen wird", schrieb Analyst Markus Reinwand von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). "Nach langem Zögern hat sich die Fed nun getraut. Die ersten Reaktionen an den Aktienmärkten fielen positiv aus. Offensichtlich signalisiert dieser Schritt Vertrauen in die Robustheit der Wirtschaft."

An der Wall Street verlor der Dow Jones Börsen-Chart zeigen zuletzt 1,4 Prozent auf 17.262 Punkte. Sowohl in den USA als auch in Europa kam es heute zum größten Verfallstermin seit vielen Jahren, "weil viele Optionen auf das Jahresende 2015 hin gekauft oder verkauft wurden", sagte Jochen Stanzl von CMC Markets. In den USA verfielen nach Handelseröffnung "Optionen auf den S&P 500 Index im Gesamtvolumen von 1,1 Billionen US-Dollar, 60 Prozent davon favorisieren die Short-Richtung. Der doppelte Hexensabbat macht den Markt heute anfällig für größere Schwankungen", so Stanzl.

Stahlwerte gefragt

Mit Blick auf die Einzelwerte lieferten Analystenkommentare Impulse. Die Aktien des Industrie- und Stahlkonzerns ThyssenKrupp Börsen-Chart zeigen sowie des Stahlkochers Salzgitter Börsen-Chart zeigen verteuerten sich jeweils um mehr als 1 Prozent. RBC Capital Markets hatten die ThyssenKrupp auf "Outperform" und Salzgitter auf "Sector Perform" hochgestuft.

Für die Papiere des Dünger- und Salzproduzenten K+S ging es um 1 Prozent nach unten. Der Kasseler Dax-Konzern will laut Spartenvorstand Mark Roberts das Salzgeschäft in Asien ausbauen, wie das "Handelsblatt" schreibt.

Die Aktien des Telekomkonzerns Telefonica Deutschland Börsen-Chart zeigen büßten im TecDax hingegen rund 4 Prozent ein. Die Experten der US-Investmentbank Morgan Stanley sehen 2016 mögliche Herausforderungen bei der Umsatzentwicklung und stuften die Papiere auf "Underweight" ab.

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ts/la/rei mit Agenturen

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