Börse Dax schafft den Sprung ins Plus

Dank einer festen Wall Street zeigt sich der Dax stabil und rettet zum Handelsschluss am Montag ein kleines Plus. Aktien von Henkel, Hellofresh und Uniper stehen im Fokus. Die Ölpreise sind zu Wochenbeginn deutlich gefallen.
Gute Stimmung an der Frankfurter Börse zum Handelsschluss

Gute Stimmung an der Frankfurter Börse zum Handelsschluss

Foto: Frank Rumpenhorst / picture-alliance/ dpa

Schwache Konjunkturdaten aus Übersee haben am Montag die jüngste Erholungsrally am deutschen Aktienmarkt ausgebremst. Angesichts negativer Nachrichten aus China rutschte der Dax  nach einem freundlichen Auftakt schnell ab. In der Folge pendelte der Leitindex vor dem Hintergrund ebenfalls enttäuschender US-Wirtschaftsdaten um seinen Schlussstand vom Freitag - am Ende schaffte er ein Plus von 0,15 Prozent auf 13.816 Punkte. Der MDax  der mittelgroßen Werte verabschiedete sich prozentual unverändert bei 27.908 Punkten aus dem Handel. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50  rückte um 0,34 Prozent vor.

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"Während sich die hohen Temperaturen draußen in Gewittern entladen, lassen sich die Anleger an der Börse nicht aus ihrer sommerlichen Ruhe bringen", kommentierte Analyst Konstantin Oldenburger vom Broker CMC Markets. Die schwachen China-Daten seien am Markt abgeprallt. Auch angesichts des massiven Rückgangs beim Empire State Index aus den USA halte sich Deutschlands wichtigster Aktienindex noch ganz gut, ergänzte Andreas Lipkow, Marktbeobachter bei der Comdirect Bank.

Wachstum in China verliert an Fahrt

Als Zeichen einer schwächelnden Konjunktur blieben wichtige Wirtschaftsdaten in China im Juli erneut hinter den Erwartungen zurück. So verlangsamte sich das Wachstum der Einzelhandelsumsätze im Vergleich zum Vorjahr. Auch die Industrieproduktion legte weniger zu als von Analysten erwartet; gleiches gilt für die Anlageinvestitionen. Um der Wirtschaft neuen Schwung zu geben, senkte Chinas Zentralbank daher erstmals seit Januar den Zinssatz für einjährige Refinanzierungsgeschäfte mit den Banken. Die Daten zeigten, dass die Wachstumslokomotive im Reich der Mitte an Fahrt verliere, sagte Christian Henke, Analyst beim Broker IG. Er merkte zudem an, dass die Energie- und Rohstoffpreise immer noch deutlich zu hoch seien und die Inflation noch Welten von dem Zielwert der Notenbanken entfernt.

Zum Handelsschluss in Europa waren Aktienindizes an der New Yorker Wall Street wieder in den grünen Bereich zurückgekehrt: Der Dow Jones notierte zuletzt 0,33 Prozent höher bei 33.837 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500  gewann 0,22 Prozent auf 4289 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq 100 rückte noch stärker um 0,47 Prozent auf 13.630 Punkte vor.

Nasdaq 100

Zuvor hatte es schwache US-Konjunkturdaten gegeben: So rutschte der Empire State Index für das verarbeitende Gewerbe im August auf minus 31,3 Punkte. Im Vorfeld war mit plus 5,0 Punkte gerechnet worden. "Die US-Empire-Daten waren miserabel und haben die Fed daran erinnert, dass sie mit ihrer Geldpolitik besonders vorsichtig sein muss, da die US-Wirtschaft eine Notbremse gezogen hat", sagte Naeem Aslam Marktanalyst des Brokerhauses AvaTrade.

Als wenig hilfreich für den Aktienmarkt erweist sich zudem der weiter sinkende Rheinpegel. Damit drohen Einschränkungen für die Schifffahrt auf dem für die Wirtschaft so wichtigen Transportweg. Nach dem Streit um den Taiwan-Besuch der US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi vor etwa zwei Wochen sorgt außerdem die Visite einer weiteren US-Delegation in Taipeh für neue geopolitische Spannungen.

Henkel, Hellofresh und Uniper mit Kursgewinnen

Im Dax zählte der Kochboxen-Anbieter Hellofresh nach endgültigen Quartalszahlen zu den größten Gewinnern: Die Aktien gewannen mehr als zweieinhalb Prozent. In den Details sahen Experten Licht und Schatten, verwiesen aber auch auf eher optimistische Managementaussagen zu den zuletzt gesenkten Jahreszielen.

Bei Henkel reichte es nach den Halbjahresergebnissen und einer erhöhten Umsatzprognose letztlich für ein Kursplus von einem halben Prozent. Etliche Analysten billigten dem Konsumgüterkonzern zwar besser als erwartete Zahlen zu. Sie relativierten diese aber auch etwas mit Blick auf die generell starken Resultate der Branche in der laufenden Berichtssaison.

Die Anteile von Uniper unternahmen am Montag bereits vor Veröffentlichung der Höhe der Gasumlage, mit der Versorger wegen der Gasdrosselung aus Russland erhöhte Beschaffungskosten an Kunden weitergeben können, einen weiteren Erholungsversuch. Sie gewannen am Ende als einer der besten MDax-Werte vier Prozent. Die Gasumlage wurde auf 2,419 Cent pro Kilowattstunde festgelegt. Das Wirtschaftsministerium war von 1,5 bis 5 Cent je Kilowattstunde ausgegangen.

Nach endgültigen Quartalszahlen ging es für die Aktien des Solar- und Windpark-Betreibers Encavis an der MDax-Spitze um fünfeinhalb Prozent hoch. Verluste von über neun Prozent verzeichneten hingegen die Titel des IT-Dienstleisters Adesso , ebenfalls nach finalen Zahlen - das bedeutete den letzten Platz im Nebenwerte-Index SDax.

Ölpreise fallen deutlich

Die Ölpreise sind am Montag deutlich gefallen. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  zur Lieferung im Oktober 94,11 US-Dollar. Das waren 4,00 Dollar weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate  (WTI) zur September-Lieferung fiel um 3,90 Dollar auf 88,20 Dollar.

Schwache Konjunkturdaten aus China schürten die Erwartung, dass die Nachfrage nach Öl in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt schwächeln könnte. So verlangsamte sich das Wachstum der Einzelhandelsumsätze im Juli im Vergleich zum Vorjahr überraschend. Auch die chinesische Industrieproduktion verlor unerwartet an Schwung.

Die Hoffnungen auf eine Wiederbelebung des Atomabkommens mit dem Iran belasteten die Ölpreise zusätzlich. Der Iran will in den Verhandlungen den Vermittlern bis Mitternacht (Ortszeit Teheran/21.30 MESZ) antworten. Dies sagte Irans Außenminister Hussein Amirabdollahian am Montag in Teheran, wie die staatliche Nachrichtenagentur Irna berichtete. Demnach gebe es noch drei Punkte, die diskutiert werden müssten. Sollte es eine Einigung geben und die Sanktionen gelockert werden, würde mehr iranisches Rohöl für den Weltmarkt zur Verfügung stehen, was entsprechend den Preis drücken dürfte.

Die Ölpreise befinden sich derzeit auf einem Niveau wie kurz vor dem Kriegsbeginn in der Ukraine am 24. Februar. Angesichts der Sanktionen gegen das Ölförderland Russland waren die Preise danach deutlich gestiegen. Zuletzt lasteten wachsende Rezessionssorgen auf den Ölpreisen.

Bitcoin knapp über 24.000Dollar-Marke

Die weltweit bekannteste Digitalwährung Bitcoin notierte am Abend (MEZ) auf der Handelsplattform Bitstamp  zuletzt bei 24.212 US-Dollar. Damit fiel sie im Vergleich zum Vortag noch um gut 1,3 Prozent. Im November vergangenen Jahres erreichte der Bitcoin noch ein Rekordhoch von 69.000 US-Dollar.

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Mit Nachrichtenagenturen
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