Mittwoch, 11. Dezember 2019

Börsenschluss Starke Bilanzen können Anleger nicht überzeugen

Mehr Rendite bei Mercedes: Die Anleger honorierten die guten Nachrichten bei Daimler zunächst mit Aktienkäufen, strichen dann aber die Kursgewinne wieder ein drückten die Titel zum Handelsschluss in Deutschland in die Verlustzone
imago / Ralph Peters
Mehr Rendite bei Mercedes: Die Anleger honorierten die guten Nachrichten bei Daimler zunächst mit Aktienkäufen, strichen dann aber die Kursgewinne wieder ein drückten die Titel zum Handelsschluss in Deutschland in die Verlustzone

Der Dax schließt am Donnerstag leicht im Minus. Dabei hatten Daimler und Lanxess mit guten Geschäftsergebnissen die Stimmung am Aktienmarkt zunächst deutlich aufgehellt. Gewinnmitnahmen zogen den Dax dann aber wieder nach unten.

Trotz ermutigender Firmenbilanzen haben die Anleger am Donnerstag Vorsicht walten lassen. Der Dax Börsen-Chart zeigen schloss mit 11.512 Punkten knapp im Minus. Für den MDax Börsen-Chart zeigen mittelgroßer Werte ging es um 0,37 Prozent auf 20.749 Punkte nach unten. Der Technologiewerte-Index TecDax hingegen gewann 0,75 Prozent auf 1816 Zähler.

Dabei konnte der Autobauer Daimler Börsen-Chart zeigen die Erwartungen der Analysten mit seinem Quartalsbericht übertreffen, ebenso der Chemiekonzern Lanxess Börsen-Chart zeigen.

Nach Einschätzung von Börsianern wirkte die Enttäuschung über die Bilanzen der US-Tech-Riesen Apple Börsen-Chart zeigen und Microsoft Börsen-Chart zeigen noch nach. Andere Beobachter machten den anziehenden Euro für das Minus im Dax verantwortlich. Die Wall Street notierte zu Handelsschluss in Europa leicht schwächer, der EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen trat auf der Stelle.

Daimler Börsen-Chart zeigen konnte die Anleger selbst mit einem stärkeren Betriebsgewinn nicht überzeugen: Die Aktien des Autobauers verloren 0,6 Prozent, nachdem sie zunächst bis zu 2,6 Prozent auf 86,45 Euro zugelegt hatten. Analysten spendeten durchaus Applaus - vor allem für das Renditeniveau von 10,5 Prozent im Pkw-Geschäft. "Aber die Konkurrenz schläft nicht, und es wird auch wieder schwächere Jahre geben, in denen die Marge unter die 8 Prozent rutschen wird", sagte Frank Schwope von der NordLB. Momentan profitiere Daimler noch von seiner recht jungen Modellpalette. Die Aktien der Konkurrenten BMW Börsen-Chart zeigen gaben 0,5 Prozent nach, die Vorzüge von Volkswagen Börsen-Chart zeigen 0,2 Prozent.

Nach unten ging es auch für ThyssenKrupp Börsen-Chart zeigen , die sich um 0,9 Prozent verbilligten. Im Rennen um einen rekordverdächtigen U-Boot-Auftrag in Australien droht dem Unternehmen nach Reuters-Informationen Konkurrenz durch ein Bündnis aus Japan und Großbritannien.

Dem Chemiekonzern Lanxess verhalfen der starke Dollar und der Sparkurs zu einem kräftigen Ergebnisanstieg im zweiten Quartal. Das trieb die Aktien zeitweise um 5,4 Prozent auf ein Rekordhoch von 56,50 Euro. Die Analysten der Baader Bank gehen davon aus, dass der Konzern seine Prognose für das Gesamtjahr anheben dürfte.

Im MDax konnte eine höhere Jahresprognose des Triebwerkbauers MTU Aero Engines Börsen-Chart zeigen die Anleger nicht begeistern. Die Aktien fielen um 5,3 Prozent auf 83,12 Euro und waren damit größter Verlierer im Nebenwerteindex.

Für Gesprächsstoff sorgte in dem Nebenwerteindex zudem das Bieterrennen um die "Financial Times". Axel Springer AG Börsen-Chart zeigen wurde laut Medienberichten zeitweise als heißer Kandidat gehandelt, die Aktien verloren bis zu 2,6 Prozent. Der Konzern dementierte eine Kaufabsicht - wenig später teilte das britische Verlagshaus Pearson mit, dass das Traditionsblatt an die japanische Mediengruppe Nikkei gehen wird. Axel Springer schlossen 0,1 Prozent schwächer, Pearson gewannen 2,1 Prozent.

Mit Erleichterung reagierten Anleger auf die Geschäftszahlen von STMicroelectronics. Die Aktien des größten europäischen Chip-Herstellers stiegen an der Pariser Börse um bis zu 9 Prozent und machten damit ihr Vortagesminus mehr als wett. Papiere des Konkurrenten Infineon Börsen-Chart zeigen verteuerten sich um 2,3 Prozent und waren damit Spitzenreiter im Dax.

Bond-Kurs steigen nach Billigung griechischer Reformen

Am Devisenmarkt durchlebte der Euro am Donnersteg ein fröhliches Auf und Ab. Bis zum frühen Nachmittag kletterte er zunächst bis auf 1,1018 Dollar, robuste Arbeitsmarktdaten aus den USA drückten die Gemeinschaftswährung dann aber wieder auf 1,0967 Dollar. Hoch im Kurs standen die Staatsanleihen südeuropäischer Länder wie Italien, Spanien und Portugal. Die Renditen der zehnjährigen Staatspapiere fielen im Gegenzug und lagen zwischen 1,9 und 2,6 Prozent. Für Optimismus sorgte die breite Zustimmung zu weiteren Reformen im griechischen Parlament. "Athen hat geliefert und macht damit den Blick frei auf die an Fahrt gewinnende Berichtssaison in Europa", sagten die Analysten der NordLB. Andere warnten, es sei völlig ungewiss, wie die politische Stimmung in ein paar Monaten aussehen werde.

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rei/ts/dpa/dpa-afx

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