Börse Dax-Rally stoppt - Wall Street schwach

Angesichts einer schwachen Wall Street geht der Dax am Mittwoch kaum verändert aus dem Handel. Aktien des Autozulieferers Continental geben deutlich nach, die Aktie der Lufthansa ist stark gefragt. BASF-Papiere schaffen noch den Sprung ins Plus. Der Bitcoin notiert knapp unter 21.000 Dollar.
Börse Frankfurt am Main: Der Dax schließt am Mittwoch knapp unter 15.200 Punkten

Börse Frankfurt am Main: Der Dax schließt am Mittwoch knapp unter 15.200 Punkten

Foto: Boris Roessler / dpa

Der seit Jahresbeginn starke Anstieg des Dax ist am Mittwoch vorerst zum Erliegen gekommen. Angesichts der schwächelnden Wall Street gab der deutsche Leitindex am Ende um 0,03 Prozent auf 15.181 Punkte nach. Für den MDax der mittelgroßen Unternehmen hingegen ging es um 0,64 Prozent auf 28.819 Punkte hoch. Der EuroStoxx 50 , Leitindex der Eurozone, schloss prozentual unverändert mit 4174 Punkten.

Mit Blick auf die Börsenrally, die dem Dax seit Jahresbeginn inzwischen ein Plus von rund neun Prozent beschert hat, werde die Berichtssaison nun umso wichtiger, hob Portfoliomanager Thomas Altmann von QC Partners hervor. Denn die bereits deutlich gestiegenen Kurse müssten jetzt nachträglich mit Gewinnsteigerungen gerechtfertigt werden. "Wenn die Unternehmen auf der Gewinnseite liefern, erhalten die Kursgewinne ihre Legitimation. Andernfalls könnte schon bald Ungemach in Form fallender Kurse drohen", resümierte der Experte.

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Die Kurse von Continental und BASF untermauerten zum Teil die Aussagen des Börsenexperten: Der Reifenhersteller und Autozulieferer Conti hatte mit seinem am Vorabend überraschend vorgelegten Zahlenwerk enttäuscht. Zwar wurde der Umsatz 2022 deutlich gesteigert, aber wegen hoher Kosten gerieten die Margen und der freie Barmittelzufluss unter Druck. Die Aktien büßten am Dax-Ende rund drei Prozent ein.

Continental-Aktie rutscht ans Dax-Ende

Die Papiere von BASF aber schüttelten anfängliche deutliche Verluste schnell ab und gingen 0,6 Prozent höher aus dem Handel. Der Rückzug der Tochter Wintershall Dea aus Russland sowie daher hohe Abschreibungen hatten dem Chemiekonzern 2022 einen Milliardenverlust eingebrockt. Eine Überraschung sei dies aber nicht, urteilte JPMorgan-Analyst Analyst Chetan Udeshi. Belastungen infolge des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine und der in der Folge stark gestiegenen Energiepreise vor allem in Europa hatten sich bereits abgezeichnet.

BASF schließt im Plus, Lufthansa stark gefragt

Deutlich positiv reagierte die Anteilsscheine der Lufthansa auf Geschäftszahlen der Fluggesellschaft United Airlines. Die Papiere zogen an der MDax-Spitze um gut fünf Prozent an. Die Branchenkollegin aus den USA geht davon aus, dass ihr Gewinn im ersten Quartal mehr als doppelt so hoch sein wird als Analysten derzeit erwarten.

Derweil macht die Lufthansa bei der angestrebten Übernahme der italienischen Fluggesellschaft Ita Airways ernst. Der deutsche Konzern reichte beim Wirtschafts- und Finanzministerium in Rom ein Angebot für die Alitalia-Nachfolgerin ein. Lufthansa strebt zunächst eine Minderheitsbeteiligung an, will sich aber bereits beim Einstieg Optionen für den Erwerb der übrigen Anteile sichern. Die Lufthansa versucht seit Jahrzehnten, auf dem wichtigen Markt jenseits der Alpen Fuß zu fassen, der auch mit einem starken US-Geschäft glänzt.

Einem Händler zufolge rechnen indes Analysten beim Flughafenbetreiber Fraport mit guten Geschäftszahlen. Dessen Anteilsscheine schnellten um knapp fünf Prozent in die Höhe.

US-Aktienindizes im Minus

Die US-Aktienindizes notierten nach zunächst leichten Gewinnen zu Handelsschluss in Europa im roten Bereich. Der Dow Jones Industrial gab 1,16 Prozent auf 33.518 Zähler nach, der Nasdaq 100 rutschte um rund 0,8 auf 11.468 Punkte ab. Der S&P 500 gab rund ein Prozent auf 3952 Zähler nach.

Der Anstieg der Erzeugerpreise schwächte sich im Dezember zum sechsten Mal in Folge und zudem deutlicher als erwartet ab. Zudem ging der Einzelhandelsumsatz im Dezember überraschend stark zurück. Die Industrieproduktion sank im Dezember deutlich stärker als Ökonomen prognostiziert hatten. Im späten Handelsverlauf steht noch der Konjunkturbericht der Notenbank ("Beige Book") auf der Agenda.

United Airlines setzt Erholung fort

Die Aktien von United Airlines zogen dank eines erfreulichen Jahresabschlusses um 1,1 Prozent an und setzten damit ihren rasanten Höhenflug seit Anfang des neuen Jahres (plus 36 Prozent) fort. Die Fluggesellschaft erwirtschaftete dank der Erholung des Reiseverkehrs im vergangenen Quartal wieder einen deutlichen Gewinn und steigerten die Erlöse um gut die Hälfte. Die Zahlen übertrafen die durchschnittlichen Prognosen der Analysten klar. Auch dass die Airline 2023 das bereinigte Ergebnis je Aktie mehr als vervierfachen will, kam am Markt gut an.

Die Anteilsscheine von Microsoft reagierten mit einem Minus von zuletzt mehr als 1 Prozent auf die Nachricht eines Stellenabbaus des Software-Riesen. Angesichts der schwierigen Marktbedingungen plant der Konzern bis Ende des dritten Geschäftsquartals 2022/23 rund 10 000 Mitarbeitende zu entlassen. Das sind etwa fünf Prozent der Arbeitskräfte. Für diese und andere Maßnahmen fallen im zweiten Geschäftsquartal Aufwendungen von 1,2 Milliarden US-Dollar an.

Bitcoin gibt leicht nach

Die Digitalwährung Bitcoin notierte zuletzt bei 20.880 Dollar und damit rund 1,3 Prozent leichter. Im November 2022 war die Währung unter dem Eindruck des Zusammenbruchs der Kryptobörse FTX von über 21.000 US-Dollar auf rund 16.000 US-Dollar eingebrochen. Ein Jahr zuvor erreichte der Bitcoin noch ein Rekordhoch von 69.000 US-Dollar.

Bitcoin

Ölpreise legen zu

Die Ölpreise haben am Mittwoch an ihre Vortagsgewinne angeknüpft. Am Nachmittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März 87,37 US-Dollar. Das waren 1,42 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Februar-Lieferung stieg um 1,69 Dollar auf 81,85 Dollar.

Marktbeobachter verwiesen auf den Monatsbericht der Internationalen Energieagentur (IEA). Der Interessenverband von Industriestaaten rechnet zwar zu Beginn des Jahres mit einem Überschuss an Rohöl auf dem Weltmarkt. Im weiteren Verlauf des Jahres dürfte sich das aber ändern. Ab dem Frühjahr erwarten die IEA-Experten vor allem eine stärkere Nachfrage nach Rohöl in China. Dies habe den Ölpreisen Auftrieb verliehen, hieß es am Markt.

Generell sorgt die Lockerung der einst strengen Corona-Vorschriften in China für Zuversicht am Ölmarkt. Marktteilnehmer erhoffen sich dadurch eine spürbare konjunkturelle Erholung in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt, die auch auf die globale Wirtschaft und die gesamte Energienachfrage ausstrahlen könnte.

Optimistischer stimmt auch der absehbare Kurs vieler Zentralbanken, die ihren Kampf gegen die hohe Inflation in diesem Jahr etwas weniger intensiv führen dürften. Die konjunkturelle Belastung durch steigende Zinsen könnte geringer ausfallen, als noch vor einiger Zeit erwartet.

Mit Nachrichtenagenturen

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