Börsenausblick Dax behält die 13.000 Punkte im Visier

Der Dax befindet sich seit Wochen erneut im Vorwärtsgang. Experten zufolge dürfte sich daran auch in den kommenden fünf Handelstagen kaum etwas ändern.
Aktienhändlerin an der Frankfurter Börse

Aktienhändlerin an der Frankfurter Börse

Foto: Michael Probst/ AP

Der Dax  kratzt vermutlich auch in der kommenden Woche wieder an der 13.000-Punkte-Marke. Ob ein - womöglich nachhaltiger - Sprung darüber gelingt, könnte vom Ausgang des Sondergipfels der Europäischen Union (EU) zur Corona-Krisenbekämpfung am Wochenende abhängen. Zudem ist Rückenwind im Zuge der Unternehmensberichterstattung möglich. Zwar nimmt die Berichtssaison zunächst erst einmal in den USA weiter an Fahrt auf und vereinzelt sind Quartalszahlen europäischer Konzerne angekündigt, doch in jüngster Zeit stieg hierzulande die Zahl vorab veröffentlichter, überraschender Unternehmensbilanzen. Dieser Trend könnte andauern. Konjunkturdaten indes gibt es in der anstehenden Woche eher wenige.

"Weitere Neuigkeiten zum Handelskonflikt zwischen China und den USA sowie zur Zahl der Corona-Neuinfektionen dürften dem Dax zusätzlich Impulse in die eine oder andere Richtung liefern", erwartet Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank. Er rechnet daher alles in allem mit einer "atypisch spannenden Sommerwoche" für den Aktienmarkt.

Der Gipfel der Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union, der am Freitag in Brüssel begonnen hat, verläuft zäh. "Die EU könnte die Chance nutzen, gestärkt aus der Corona-Krise hervorzugehen, wenn eine Einigung über das 750 Milliarden Euro schwere Wiederaufbaupaket gelingt", schreibt Aktienstratege Frank Klumpp von der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Doch genau das gilt als unwahrscheinlich.

"Zwischen den Südstaaten und den sparsamen Vier - Österreich, Schweden, Dänemark und den Niederlanden - gehen die Meinungen weiterhin stark auseinander", begründet Analyst Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners die Skepsis. Und auch die Experten der Dekabank schreiben: "Angesichts der Unstimmigkeiten, was die Größe und Struktur des Wiederaufbaufonds anbelangt, bleiben wir skeptisch, dass dieser Gipfel schon eine Einigung bringen wird." Ein Scheitern allerdings wäre nach Altmanns Worten ein "verheerendes Signal", denn der Wiederaufbaufonds sei längst in die Kurse eingepreist. Jede Verzögerung könne daher zu unmittelbaren Kursverlusten führen.

Unternehmensseitig stehen hierzulande offiziell nur der Autobauer Daimler  und der Kunststoff-Hersteller Covestro  mit endgültigen Quartalszahlen auf der Agenda. Beide haben ihren detaillierten Bericht für Donnerstag angekündigt, und mit Spannung dürfte bei beiden auf Aussagen zum weiteren Jahresverlauf gewartet werden. Zudem wird am selben Tag auch der Maschinenbauer für die Chipindustrie Aixtron  Zahlen vorlegen. Vorher, am Mittwoch, wird die Software AG  berichten. Den Experten der Schweizer Bank UBS zufolge sollte auch bei den Darmstädtern der Ausblick von besonderem Interesse sein. Da die Zukunftssicht hinein ins zweite Halbjahr schlecht gewesen sei, stehe nun die Frage im Vordergrund, ob die Jahresziele aufrechterhalten werden, schreiben sie.

Unter den Konjunkturdaten dürften die Einkaufsmanager-Indizes für den Monat Juli des Datendienstes Markit am Freitag spannend sein, "vor allem diejenigen für Deutschland und den Euroraum", so LBBW-Stratege Klumpp. "Beide dürften wieder näher an die Expansionsschwelle heranrücken beziehungsweise im Falle des Euroraums sogar überschreiten", erwartet er. Zugleich sollte das Tempo der Erholung laut Commerzbank-Analyst Christoph Weil aber nachgelassen haben.

Einen Tag zuvor dürfte das deutsche Konsumklima Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Hierzu schreibt Analyst Stefan Mütze von der Landesbank Helaba: "Die Wirtschaftsindikatoren der letzten beiden Monate haben überwiegend signalisiert, dass die schwere Corona-Rezession allmählich überwunden wird. Dies sollte sich in der Berichtswoche mit einem Anstieg des Konsumklimas in der Eurozone und dem GfK-Konsumklima für Deutschland fortsetzen."

cr/dpa-afx
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