Börse Dax beendet eine starke Woche im Plus

Der Dax zeigt sich zum Wochenschluss von seiner Sonnenseite und schließt auf dem höchsten Stand seit mehr als zwei Monaten. Gute Stimmung auch an der New Yorker Börse. Aktien von Bayer führen die Gewinnerliste im Dax an. Der Ölpreis fällt.
New York Stock Exchange: Die Wall Street steuert auf einen Wochenschluss mit Gewinnen zu

New York Stock Exchange: Die Wall Street steuert auf einen Wochenschluss mit Gewinnen zu

Foto: Brendan McDermid / REUTERS

Der deutsche Aktienmarkt hat auch am Freitag Kursgewinne verbucht. Positive Impulse lieferten niedriger als erwartet ausgefallene US-Einfuhrpreise. Dies sowie die ebenfalls geringeren Wachstumsraten bei den Verbraucher- und Erzeugerpreisen in den USA waren laut Analyst Konstantin Oldenburger von CMC Markets in dieser Woche gute Nachrichten für die Börsen. "Aber es bleibt das Risiko, dass die positive Entwicklung nur eine Momentaufnahme darstellt und die überschwängliche Reaktion der Anleger etwas übertrieben war", warnte er.

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Der Dax  kletterte am Nachmittag mehrmals über die viel beachtete Marke von 13.800 Punkten und blieb am Ende nur minimal darunter, überwand aber immerhin das Vorwochenhoch bei 13.792 Zählern. Letztlich gewann der Leitindex 0,74 Prozent auf 13.795 Punkte und erklomm damit den höchsten Schlussstand seit mehr als zwei Monaten. Auf Wochensicht legte das Börsenbarometer um rund 1,6 Prozent zu. Der MDax  als Index der mittelgroßen Werte endete am Freitag 0,04 Prozent höher bei 27.907 Zähler. Der Eurozonen-Leitindexstieg EuroStoxx 50  stieg um 0,57 Prozent.

US-Börse steuert auf freundlichen Wochenschluss zu

Die US-Börsen notierten zum Handelsschluss in Europa deutlich im Plus und steuerten nach dem durchwachsenen Vortag auf einen positiven Wochenausklang zu. Der Leitindex Dow Jones gewann zuletzt 0,65 Prozent auf 33.553 Punkte. Der technologielastigen und zinssensible Nasdaq 100 gewann zuletezt rund 1,2 Prozent auf 13.448 Zählern. Auch auf Wochensicht stehen damit alle drei Indizes im Plus.

Mitte der Woche hatte die nachlassende Teuerung in den USA die Hoffnung angefacht, auch die US-Notenbank Fed könne die Leitzinsen möglicherweise etwas moderater erhöhen. Doch dem widersprachen am Freitag mehrere Fachleute. "Der Jubel an den weltweiten Börsen könnte ein wenig verfrüht gewesen sein", schrieb Analyst Christian Henke von IG Markets. Die Fed könne ihre straffere Geldpolitik noch eine Weile fortführen.

Darauf deuteten auch Äußerungen von Mary Daly hin, der Fed-Präsidentin in San Francisco. Die Inflation sei nach wie vor zu hoch, weshalb auch im kommendem Jahr mit einer restriktiven Geldpolitik zu rechnen sei, sagte sie. Daly hält einen weiteren Zinsschritt von 0,75 Prozentpunkten im September für möglich.

Unter den Einzelwerten hierzulande stiegen im Dax die Bayer-Aktien um knapp 5 Prozent. Der Konzern errang im Streit mit der BASF um den Verkaufspreis für das Saatgutgeschäft in den Jahren 2017 und 2018 einen Erfolg.

Freenet, Jungheinrich oder auch Knorr-Bremse standen wegen ihrer Quartalsberichte im Blick. Der Mobilfunk-Anbieter Freenet erhöhte nach guten Geschäften im zweiten Quartal die Prognose für das operative Jahresergebnis, was den Aktien im MDax ein Plus von 2,7 Prozent bescherte. Die Anteile des Gabelstaplerherstellers Jungheinrich pendelten nach einer zwar starken Auftragslage, aber zugleich hohen Kosten zwischen moderaten Gewinnen und Verlusten.

Knorr-Bremse waren dagegen nach endgültigen Quartalszahlen mit minus 8,4 Prozent Schlusslicht im Index der mittelgroßen Werte. Auch hier wurde die Auftragslage als Pluspunkt bewertet, aber die Aussagen des Bremssystemherstellers für Lkw und Schienenfahrzeuge zu den Aktivitäten in China seien negativ, so ein Analyst.

Uniper sprangen nach zwei Handelstagen mit Verlusten um fast 10 Prozent hoch. Ein Händler verwies auf Berichte, denen zufolge der schwer angeschlagene Energiekonzern vorgeschlagen hat, für Asien bestimmtes Flüssiggas aus den USA nach Europa umzuleiten und Asien über einen Kooperationspartner in Australien zu beliefern. Das Gas könnte so früher in Europa verfügbar sein und Lücken in der Gasversorgung stopfen

Bitcoin erreicht fast 24.000-Marke

Die weltweit bekannteste Digitalwährung Bitcoin notierte auf der Handelsplattform Bitstamp  zuletzt bei 23.836 US-Dollar und damit nur wenig verändert gegenüber Freitagmorgen. Die Kryptowährung ist seit Jahresbeginn unter Druck. Im November vergangenen Jahres erreichte der Bitcoin noch ein Rekordhoch von 69.000 US-Dollar.

Bitcoin

Ölpreise geben nach

Die Ölpreise sind am Freitag merklich unter Druck geraten. Am Freitag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  zur Lieferung im Oktober 97,91 US-Dollar. Das waren 1,65 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate  (WTI) zur September-Lieferung fiel um 2,05 Dollar auf 92,27 Dollar.

Am Vortag hatte eine Anhebung der Nachfrageprognose der Internationalen Energieagentur die Ölpreise noch angetrieben. Auch am Freitag legten sie zunächst zu. Dann belastete jedoch der gestiegene Dollarkurs die Ölpreise. Ein stärkerer Dollar mach Rohöl in anderen Währungsräumen teurer und belastet die Nachfrage.

Commerzbank-Experte Carsten Fritsch zeigt sich skeptisch mit Blick auf die weitere Preisentwicklung: "Die jüngste Erholung der Ölpreise nach dem massiven Rücksetzer in der Vorwoche dürfte ins Stocken geraten." Schließlich sollte der Ölmarkt vorerst mehr als reichlich versorgt sein. "Wir haben deshalb, aber auch aufgrund der zu befürchtenden Rezession in vielen Industrieländern, unsere Ölpreisprognose nach unten revidiert", schreibt Fritsch. Die Commerzbank erwarte gegen Jahresende nur noch einen Brentölpreis von 90 Dollar.

Mit Nachrichtenagenturen
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