Börse Erfreulicher US-Handel stärkt den Dax

Der deutsche Leitindex Dax müht sich am Donnerstag zunächst zu mäßigen Gewinnen, wobei Kursverluste von Autobauern belasten. Am Nachmittag kommt jedoch Rückenwind von der Wall Street.
Dax-Kurve in Frankfurt: Anleger sorgen sich darum, dass die Notenbanken womöglich zu schnell an der Zinsschraube drehen

Dax-Kurve in Frankfurt: Anleger sorgen sich darum, dass die Notenbanken womöglich zu schnell an der Zinsschraube drehen

Foto: Frank Rumpenhorst/ dpa

Eine Erholung im US-Technologiesektor hat dem deutschen Aktienmarkt am Donnerstag im späten Handel Schub gegeben. Der Leitindex Dax schloss mit plus 0,65 Prozent bei 15.912 Punkten auf seinem Tageshoch. Für den MDax der mittelgroßen Börsenwerte ging es um 0,6 Prozent auf 34 340,4 Zähler hinauf. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50  kletterte zunächst um 0,4 Prozent auf 4287 Zähler.

Dax

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Im Dax legten die Titel von Puma dank eines Rekordergebnisses 1,2 Prozent zu. "Die Zahlen waren top, da gibt es nichts auszusetzen", sagte ein Händler. Ein Wermutstropfen sei allerdings der Verzicht auf einen Ausblick.

Verluste bei den bislang in den ersten Wochen dieses Jahres gut gelaufenen Auto-Aktien bremsten den Dax: Volkswagen, Porsche, Continental, BMW und Daimler notierten am Ende des Dax mit Verlusten zwischen 1,0 und 2 Prozent. Covestro verloren am Dax-Ende rund 2,6 Prozent. Kursgewinner waren die zuletzt abgerutschten Papiere von Corona-Gewinnern wie dem Kochboxenlieferanten Hellofresh und dem Laborausrüster Sartorius mit Aufschlägen von 4,7 und 3,7 Prozent.

"Die Anleger an der Frankfurter Börse hoffen jetzt auf positive Signale von der Berichtssaison und vielleicht auch auf ein Licht am Ende des Tunnels der gerade rapide ansteigenden Infektionszahlen in Deutschland", sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst CMC Markets.

Erzeugerpreise steigen, Inflation in Europa bei 5 Prozent

Das Thema Inflation blieb an den Börsen indes ein heißes Eisen. Die deutschen Hersteller haben ihre Preise im Dezember wegen teurer Energie und Vorprodukte so stark angehoben wie noch nie. Die Erzeugerpreise gewerblicher Produkte stiegen um 24,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.

Einen Tag, nachdem die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe erstmals seit fast drei Jahren wieder über die Marke von null Prozent geklettert war, blickten Börsianer auch auf die Daten zur Teuerung in Europa. Hier stiegen die Verbraucherpreise im Dezember gegenüber dem Vorjahresmonat um 5,0 Prozent, bestätigte das Statistikamt Eurostat am Donnerstag eine erste Schätzung. Damit liegt die Inflationsrate so hoch wie noch nie seit der Einführung des Euro. Im Vormonat hatte die Teuerungsrate 4,9 Prozent betragen. Auch dies war bereits ein Rekord gewesen.

US-Börse startet Comeback-Versuch

Die Aktienkurse in New York und an der Nasdaq haben am Donnerstag erneut zu einer Erholung angesetzt. Nach zuletzt vier verlustreichen Börsentagen in Folge legte der Leitindex Dow Jones Industrial im frühen Handel um 0,9 Prozent auf 35.336 Punkte zu. Tags zuvor hatte der Dow bereits eine Stabilisierung versucht, diese war jedoch rasch zum Erliegen gekommen und die Kurse im späten Handel unter Druck geraten.

Nasdaq

Nasdaq

In den vergangenen Tagen hatten vor allem die unverändert hohe Inflation und die damit einher gehende Erwartung einer deutlich restriktiveren Geldpolitik der US-Notenbank die Börsen belastet. Einige Marktteilnehmer rechnen bei der Sitzung der Fed im März mit einer Erhöhung des Leitzinses um einen halben Prozentpunkt.

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Der marktbreite S&P 500 erholte sich am Donnerstag um 1 Prozent auf 4576 Punkte. Der technologielastige Nasdaq 100, der jüngst deutlicher unter Druck geraten war, legte mit 1,5 Prozent auf 15.271 Zähler nun auch stärker zu.

Bitcoin notiert bei rund 42.000 Dollar

Bitcoin

Bitcoin

Die weltweit bekannteste Digitalwährung Bitcoin tendiert weiter eher seitwärts. Die Kryptowährung ist seit Jahresbeginn latent unter Druck. Auf der Handelsplattform Bitstamp  notierte der Bitcoin zuletzt bei rund 42.000 Dollar.

Ölpreis knapp unter Siebenjahreshoch

Der jüngste Höhenflug der Ölpreise hat am Donnerstag eine zumindest kurze Pause eingelegt. Im frühen Handel notierten die beiden wichtigsten Rohölsorten Brent und WTI knapp unter ihren unlängst markierten siebenjährigen Höchstständen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete 88,37 US-Dollar. Das waren sieben Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate  (WTI) stieg dagegen leicht auf 87,27 Dollar.

Brent

Brent

Getrieben wurden die Ölpreise in den vergangenen Wochen vor allem durch ein knappes Angebot bei robuster Nachfrage. Laut Beobachtern bleibt der Ölverbund Opec+ teils deutlich hinter seinen selbstgesetzten Produktionszielen zurück. Die Nachfrage entwickelt sich dagegen trotz der Omikron-Welle solide, da der Virus zwar zu vielen Infektionen führt, die Krankheitssymptome aber häufig schwächer ausfallen als bei früheren Corona-Mutanten.

Mit Nachrichtenagenturen