Samstag, 21. September 2019

Börse Airbus-Zahlen beflügeln Aktie - China-Sorgen lassen Dax dümpeln

Zwei Aktienhändler in Frankfurt: Nach einer turbulenten Woche legt der Dax heute eine Ruhepause ein

Der deutsche Leitindex legt nach einer turbulenten Woche Ruhepause ein. In China sind die massiven Kurseinbrüche vorerst gestoppt, dennoch bleiben Anleger vorsichtig.

Der Dax Börsen-Chart zeigen hat sich am Ende einer ereignisreichen Woche eine Auszeit genommen. Am Freitagnachmittag notierte der deutsche Leitindex 0,10 Prozent im Minus bei 11 245,84 Punkten. Weder uneinheitliche Impulse der Übersee-Börsen noch weitgehend erwartungsgemäße Daten zu Arbeitsmarkt und Inflation in der Eurozone gaben eine Richtung vor.

Auf dem aktuellen Niveau würde der Dax Börsen-Chart zeigen ein Wochenminus von 0,89 Prozent einfahren. Zu Wochenbeginn war es in Folge des Kurseinbruchs in China auch in Frankfurt zunächst kräftig bergab gegangen; in den vergangenen Tagen hatten sich die Kurse aber wieder etwas erholt. Die Bilanz für den Juli fällt mit einem Plus von derzeit 2,75 Prozent freundlich aus.

Der MDax Börsen-Chart zeigen der mittelgroßen Werte legte am Freitag um 0,68 Prozent auf 20 704,96 Punkte zu und der Technologiewerte-Index TecDax Börsen-Chart zeigen gewann 0,14 Prozent auf 1763,93 Punkte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 Börsen-Chart zeigen sank hingegen um 0,22 Prozent auf 3575,89 Punkte.

Airbus und Hochtief steigen deutlich

Die Anleger verarbeiteten weiterhin die bis dato durchwachsene Berichtssaison der Unternehmen. Die Siemens-Titel Börsen-Chart zeigen setzten mit einem Kursanstieg von 0,84 Prozent ihre Erholung fort. Am Vortag hatten überraschend gute Quartalsresultate dem Elektrokonzern deutliche Kursgewinne beschert.

Zu den Verlierern gehörten dagegen die Aktien von Infineon Börsen-Chart zeigen, die 0,78 Prozent einbüßten. Zuletzt reduzierten mehrere Analysten ihre Kursziele für die Aktie.

Gute Quartalszahlen bescherten Hochtief Börsen-Chart zeigen im MDax Kursgewinne von 2,32 Prozent. Der Baukonzern profitierte von gut laufenden Geschäften sowie der Euro-Schwäche.

Für die Airbus-Aktien Börsen-Chart zeigen ging es an der MDax-Spitze um 4,57 Prozent hoch. Der Luftfahrt- und Rüstungskonzern verbuchte zwar eine hohe Sonderbelastung nach dem Absturz eines Militärtransporters A400M und musste im zweiten Quartal einen operativen Gewinnrückgang hinnehmen. Überschuss und Umsatz lagen aber dennoch höher als vor einem Jahr. Damit übertraf das Unternehmen die Erwartungen der Analysten.

Der Kurs des Euro stieg: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,0967 (Donnerstag: 1,0955) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9118 (0,9128) Euro.

China-Sorgen dämpfen Kauflaune der Investoren

Europaweit konnten die europäischen Aktienmärkte jedoch starke Firmenbilanzen nicht in Kursgewinne ummünzen - wegen anhaltender Turbulenzen auf den chinesischen Märkten.

Grund für die Kaufzurückhaltung der Anleger sei die Furcht vor einer Abkühlung der chinesischen Konjunktur, betonte Anlagestratege Carsten Klude von der Bank MM Warburg. "Denn China als mittlerweile zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt hat das Potenzial, den Rest der Welt mit sich zu ziehen." Zahlreiche Großonzerne haben wegen der Unsicherheiten in China zuletzt ihre Prognosen gesenkt.

Lesen Sie hier: Was von Chinas Kursverlusten in Deutschland ankommt

Vor diesem Hintergrund warteten Anleger gespannt auf die chinesischen Konjunkturdaten am Wochenende, sagte Aktienhändler Markus Huber vom Brokerhaus Peregrine & Black. Bei Anzeichen für eine anhaltende Konjunkturschwäche müsse mit erneuten Kursturbulenzen gerechnet werden.

Die Börse Shanghai verlor am Freitag 1,1 Prozent. Damit summiert sich das Minus trotz harter Eingriffe der chinesischen Regierung seit Anfang Juli auf mehr als 14 Prozent. Das ist der größte Monatsverlust seit sechs Jahren.

Die China-Sorgen drückten auch auf Rohstoff-Preise, schließlich ist das Reich der Mitte in vielen Fällen der weltweit größte Abnehmer. Kupfer verbilligte sich um 0,6 Prozent auf 5228 Dollar je Tonne. Gold gab zeitweise 0,7 Prozent auf 1079,50 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm) nach und steuerte mit einem Monatsverlust von etwa acht Prozent auf das größte Juli-Minus seit 1984 zu.

Investoren rätseln über Zeitpunkt der US-Zinserhöhung

Am Devisenmarkt drehten sich die Gespräche vor allem um die US-Geldpolitik. Die Wahrscheinlichkeit einer Zinsanhebung im September liege derzeit bei 50:50, sagte Adam Cole, Devisenstratege der Investmentbank RBC Capital Markets. Der überraschend schwache Anstieg der US-Lohnkosten gab am frühen Nachmittag allerdings Spekulationen auf einen späteren Zeitpunkt neue Nahrung. Der Anstieg des Lohnkostenindex blieb im zweiten Quartal mit 0,2 Prozent hinter der Markterwartung von 0,6 Prozent zurück.

Hingegen scheinen sich die Anleger an den Gedanken an höhere Zinsen in den USA immer mehr zu gewöhnen. "Die Marktteilnehmer verarbeiten immer noch die gestiegene Wahrscheinlichkeit einer Zinswende schon im September", sagte Marktexperte Andreas Paciorek von CMC Markets. "Die verhaltene Reaktion der Börsen aber zeigt, dass sich die Investoren zunehmend mit einer Zinserhöhung im Herbst anfreunden."

Unsere Börsenseite: Hier sehen Sie Dax und Dow in Echtzeit

wed/dpa/reuters

© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung