Mittwoch, 24. Juli 2019

Kursturbulenzen in Fernost Chinas Behörden untersuchen Kursrutsch - was vom Beben bei uns ankommt

3. Teil: Was sind die Gründe für den Kursrutsch in China?

Schlechte Aussichten: Anleger befürchten, dass sich Chinas Wachstum weiter abschwächt
Als unmittelbarer Auslöser für den Kurseinbruch am Montag gilt die zunehmende Sorge unter Investoren, die chinesische Wirtschaft könnte weiter an Schwung verlieren. Ohnehin lässt Chinas Wachstum seit einiger Zeit nach. Am Montag wurde dann bekannt, dass die Gewinne von Industrieunternehmen in der Volksrepublik im Juni leicht zurückgegangen sind. Zuvor hatte ein Index bereits angezeigt, dass Chinas Industrie zuletzt so stark geschrumpft ist wie lange nicht mehr.

Ein weiterer Belastungsfaktor ist Experten zufolge die kommende Zinserhöhung in den USA. Angesichts der guten Konjunkturerholung dort dürfte die Notenbank Fed die Zinsen in nächster Zeit erstmals seit Langem heraufsetzen. Das macht Investments im Dollar-Raum attraktiver - und sorgt für Geldabflüsse unter anderem an den Börsen Chinas.

Davon abgesehen hatten Beobachter von vornherein bezweifelt, dass es der Regierung in Peking gelingen könnte, die überhitzten Aktienmärkte in Shanghai und Shenzhen auf Dauer vor der erforderlichen Bereinigung zu bewahren. Durch die staatlichen Eingriffe, so die Meinung vieler, lassen sich Aktienverkäufe vielleicht hinauszögern. Komplett verhindern lassen sie sich auf lange Sicht aber kaum.

Das scheint sich nun zu bewahrheiten. Viele Investoren befürchten, Peking könnte die Stützungsmaßnahmen allmählich zurückfahren. Deshalb versuchen sie, lieber früher als später aus dem Markt auszusteigen. Dabei spielt offenbar auch eine Rolle, dass der Internationale Währungsfonds (IWF) die chinesische Regierung gedrängt haben soll, ihre Marktbeeinflussung zu beenden, wie die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet.

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