Mittwoch, 20. November 2019

Kursturbulenzen in Fernost Chinas Behörden untersuchen Kursrutsch - was vom Beben bei uns ankommt

2. Teil: Rally, Kurssturz, Regulierung - was ist die Vorgeschichte der Turbulenzen?

Am Montag hatte der chinesische Aktienmarkt das größte Tagesminus seit Februar 2007 verzeichnet. Die Kurse an den Handelsplätzen in Shanghai und Shenzhen brachen jeweils um mehr als 8 Prozent ein. Der auch für westliche Investoren leicht zugängliche Aktienmarkt in Hongkong hielt sich mit einem Minus von etwas mehr als 3 Prozent noch vergleichsweise gut.

Inzwischen gab die chinesische Finanzaufsicht bekannt, den historischen Kurssturz genauer unter die Lupe zu nehmen. Die Behörde prüfe, ob es zu Unregelmäßigkeiten gekommen sei, heißt es in einer Meldung der Nachrichtenagentur Xinhua. Zu dem Zweck schaue man sich Börsenreports genau an, ebenso wie Beschwerden, die es offenbar gab.

Hintergrund der Turbulenzen ist die Börsenentwicklung der vergangenen Monate. Im Sommer 2014 hatten die chinesischen Festlandbörsen Shanghai und Shenzhen zu einer rasanten Rally angesetzt. Bis Mitte dieses Jahres ging es um etwa 150 Prozent aufwärts. Dann kam der von vielen bereits befürchtete Einbruch: Im Juni rutschten die Kurse binnen kurzer Zeit um mehr als 30 Prozent ins Minus. Chinas Aktienmarkt verlor dadurch in wenigen Tage bis zu vier Billionen Dollar an Wert.

Die chinesische Regierung reagierte auf den Ausverkauf mit massiven Eingriffen und Stützungsmaßnahmen. So wurden Handelsverbote für Aktien ausgesprochen, die Liquidität im Handel erhöht und Konjunkturspritzen beschlossen.

Auf diese Weise gelang es, den Kursrutsch zunächst zu stoppen. In den vergangenen Tagen hatten die Aktien in Shanghai um 16 Prozent zugelegt - bis Montag der Ausverkauf erneut einsetzte.

© manager magazin 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung