Börse Dax und Dow Jones unter Druck

Der Raketeneinschlag in Polen könnte die Anleger verunsichert haben, der Dax geht mit einem Prozent im Minus aus dem Handel. Auch an der Wall Street stehen die Kurse unter Druck – ein großer Einzelhändler blickt pessistisch aufs kommende Weihnachtsgeschäft.
Börse in Frankfurt: Die Finanzmärkte reagieren gelassen auf den Raketeneinschlag in Polen

Börse in Frankfurt: Die Finanzmärkte reagieren gelassen auf den Raketeneinschlag in Polen

Foto: Fredrik von Erichsen / picture-alliance/ dpa

Die mehr als einen Monat andauernde Kursrallye am deutschen Aktienmarkt hat am Mittwoch einen Dämpfer erhalten. Der Leitindex Dax fiel um 1,00 Prozent auf 14.234 Punkte. Unsicherheit kam auf, weil am Vortag im polnischen Grenzgebiet zur Ukraine eine Rakete auf Nato-Gebiet eingeschlagen war.

Nach Kursgewinnen von mehr als einem Fünftel seit dem Jahrestief Ende September hatten Börsianer zuletzt aber auch schon vor einer Überhitzung am Aktienmarkt gewarnt. Getrieben von der Hoffnung auf nachlassenden Inflations- und Zinsdruck hatte der Dax zuletzt schwungvoll den höchsten Stand seit Juni erreicht.

Der MDax gab mit einem Abschlag von 2,2 Prozent auf 25.610,9 Zähler noch deutlicher nach. Auf europäischer Ebene waren die Verluste hingegen geringer, wie der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 mit einem Abschlag von 0,8 Prozent zeigt. An der New Yorker Börse entwickelte sich der Dow Jones Industrial verhalten, während es für die Tech-Werte an der Nasdaq Verluste gab.

Ersten Erkenntnissen zufolge handelte es sich bei dem Raketeneinschlag auf polnischem Gebiet nicht um einen gezielten russischen Angriff, sondern mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine ukrainische Flugabwehrrakete. Nach Einschätzung des Analysehauses RBC erinnerte das Vorkommnis die Anleger aber daran, dass das Risiko einer internationalen Eskalation sehr präsent bleibt.

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Auf Unternehmensseite trumpfte Siemens Energy zunächst mit dem höchsten Aktienkurs seit August auf. Analyst Philip Buller von der Berenberg Bank lobte einen «hervorragenden Geschäftsjahresabschluss». Positive Stimmen gab es vor allem zum Auftragseingang und dem Barmittelfluss. Die Euphorie der Anleger kühlte sich aber ab, das Spitzenplus von fast 8 Prozent schrumpfte in dem nervöseren Marktumfeld auf nur noch 0,2 Prozent.

Am Dax-Ende versammelten sich mit deutlichen Verlusten die Autowerte. Anleger reagierten hier offenkundig irritiert darauf, dass Mercedes-Benz in China seine Preise für zwei Elektroauto-Modelle drastisch senkt. Als Grund dafür gilt die harte Konkurrenz. Die Mercedes-Titel sackten um 6,2 Prozent ab gefolgt von Volkswagen und BMW mit Abgaben von bis zu 4,2 Prozent.

Bremsspuren an der Wall Street

Eine düstere Prognose für das wichtige Weihnachtsgeschäft des US-Einzelhändlers Target bremst die Wall Street aus. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab am Mittwoch zuletzt 0,2 Prozent auf 33.530 Punkte nach. Der breiter gefasste S&P 500 büßte 0,5 Prozent auf 3974 Zähler ein. Der Index der Technologiebörse Nasdaq notierte knapp ein Prozent schwächer bei 11.260 Punkten.

Die Aktien von Target brachen zum Handelsauftakt mehr als 16 Prozent ein, nachdem der Konzern vor einem überraschenden Umsatzrückgang im Weihnachtsquartal gewarnt hat. Der Einzelhändler machte die steigende Inflation und "dramatische Veränderungen" bei den Verbraucherausgaben für den Rückgang der Nachfrage nach Spielwaren und Elektronikprodukten verantwortlich. Der größere Rivale Walmart, der allerdings in mehr als der Hälfte seiner Regalfläche Lebensmittel und andere Waren des täglichen Bedarfs führt, hatte dagegen am Vortag seine Umsatz- und Gewinnprognose für das Gesamtjahr angehoben.

Bitcoin weiter unter 20.000 US-Dollar

Die weltweit bekannteste Digitalwährung Bitcoin hat ihren Sturzflug der vergangenen Tage leicht fortgesetzt und notierte auf der Handelsplattform Bitstamp  am Mittwochmittag bei 16.713 US-Dollar. Die Kryptowährung ist seit Jahresbeginn unter Druck. Zuletzt hatte die Pleite der Handelsplattform FTX für heftige Turbulenzen am Kryptomarkt gesorgt. Im November vergangenen Jahres erreichte der Bitcoin noch ein Rekordhoch von 69.000 US-Dollar.

Bitcoin

Ölpreise steigen wieder

Die Ölpreise sind am Mittwoch wieder gestiegen. Am Mittag kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  94,41 US-Dollar. Das waren 55 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate  (WTI) stieg um 30 Cent auf 87,22 Dollar.

Marktbeobachter sprachen von einer nervösen Stimmung unter den Ölinvestoren nach einem Raketeneinschlag in Polen. Mittlerweile gehen Experten aber davon aus, dass es sich um eine Flugabwehrrakete aus der Ukraine handelt. Demnach soll sie nicht aus Russland abgeschossen worden sein, wie zuerst befürchtet wurde.

Mit Nachrichtenagenturen
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