Börse Dax schließt im Minus, Dow dreht ins Plus

Nach einem schwungvollen Start dreht der Dax ins Minus und schließt fast unverändert zum Vortag. Auch verbesserte Daten zur Verbraucherstimmung in Deutschland konnten die Stimmung am deutschen Aktienmarkt kaum aufhellen. In den USA kämpft sich der Dow in die Gewinnzone.
Dax-Chart: Am Dienstag rutschen die Kurse erneut ab

Dax-Chart: Am Dienstag rutschen die Kurse erneut ab

Foto: Arne Dedert / dpa

Die Unsicherheit vieler Anleger über die anstehende Berichtssaison der Unternehmen hat den deutschen Aktienmarkt am Dienstag geprägt. Der Leitindex Dax  beendete den Handel in Frankfurt fast unverändert. Er ging um 0,07 Prozent zurück auf 15 093 Punkte. Für den MDax  der mittelgroßen Unternehmen ging es um 0,44 Prozent auf 28 567,00 Zähler abwärts. Der EuroStoxx 50  als Leitindex der Eurozone gewann zuletzt rund 0,1 Prozent.

Frische Konjunkturdaten lieferten ein durchwachsenes Bild: Während sich das Konsumklima in Deutschland im Januar leicht aufhellte, verschlechterte sich die Industriestimmung. "Die Phase von schwer einzuschätzenden Konjunkturentwicklungen hält an und zeigt sich verstärkt auch in einzelnen Branchen", kommentierte Marktexperte Andreas Lipkow.

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Rheinmetall-Chef kündigt höhere Erlöse an

Die Rheinmetall-Aktien profitierten von Aussagen von Konzernchef Armin Papperger zur mittelfristigen Umsatzentwicklung. Zuletzt stiegen sie um 1,7 Prozent auf 226 Euro und notierten damit nur knapp unter ihrem Rekordhoch Ende Juni bei 227,90 Euro.

Das Interesse potenzieller Investoren am Börsenkandidaten Ionos hält sich einem Zeitungsbericht zufolge in Grenzen. Sie hielten den angestrebten Börsenwert von etwa fünf Milliarden Euro für ambitioniert, schrieb die "Börsen-Zeitung" in ihrer Dienstagausgabe. Daran änderten auch die Wachstumsaussichten und die ebenfalls positiv gewertete Planbarkeit der Einnahmen nichts. Institutionelle Anleger störten sich unter anderem daran, dass die angebotenen Aktien allein aus den Beständen der bisherigen Eigner United Internet und Warburg Pincus stammten und Ionos kein frisches Geld zufließe.

Deutsche Post-Papiere geben in schwächerem Dax leicht nach

Mutmaßliche Gedankenspiele der Deutschen Post über einen Rückzug aus der Briefzustellung haben die Aktionäre des Dax-Konzerns am Dienstag kaltgelassen. Laut der "Welt" gibt es bei der Post Planspiele, aus der sogenannten "Universaldienstleistung" auszusteigen und die Pflicht einer flächendeckenden Briefzustellung an den Staat zurückzugeben. Ein Post-Sprecher dementierte das aber. Das Post-Papier drehte am Vormittag mit dem Gesamtmarkt ins Minus und fiel gegen Mittag um 0,14 Prozent. Damit pendelte der Kurs weiter um die runde 40-Euro-Marke.

Versicherer an Dax-Spitze

Papiere der Hannover Rück und Munich Re haben sich am Dienstag im leichteren Dax an die Spitze gesetzt. Dabei gewannen beide Aktien fast anderthalb Prozent. Hannover Rück hatten in der ersten Woche des Jahres mit knapp über 193 Euro ein Rekordhoch erreicht, bevor eine leichte Korrektur einsetzte. Munich Re stehen mit 330 Euro auf dem höchsten Niveau seit 2001.

US-Börsen machen Verluste wett

Die US-Börsen haben am Dienstag ihre moderaten Verluste vom Handelsauftakt weitgehend wettgemacht. Dem bekanntesten Wall-Street-Index Dow Jones Industrial gelang sogar der Sprung ins Plus. Für Irritationen bei Anlegern sorgten zur Börseneröffnung enorme Kursschwankungen bei einer ganzen Reihe von Schwergewichten an der New Yorker Börse Nyse. Wie der Börsenbetreiber auf seiner Homepage inzwischen mitteilte, geht er nun einem "technischen Problem" nach. So hätten in einigen Fällen keine Eröffnungsauktionen stattgefunden, hieß es.

Der Dow rückte rund zwei Stunden vor dem Handelsschluss um 0,20 Prozent auf 33.695 Punkte vor. Der marktbreite S&P 500 erholte sich weitgehend und gab nur noch um 0,15 Prozent auf 4014 Zähler nach. Der technologielastige Nasdaq 100 machte seine Auftaktverluste ebenfalls fast wett und verringerte sein Minus auf 0,24 Prozent und damit auf einen Stand von 11.843 Punkten.

Im Zuge der allmählich an Fahrt aufnehmenden Berichtssaison legten eine Reihe von Unternehmen aus dem Dow Jones Quartalszahlen vor, die am Markt durchaus überzeugten. Entsprechend ließ der insgesamt eher geringe Verkaufsdruck rasch wieder nach. Die Stimmungsdaten aus der US-Industrie und dem Dienstleistungssektor dagegen wirken sich kaum auf den Handel aus.

Nikkei-Index legt deutlich zu

Die Anleger in Japan haben den Aufwärtstrend der vergangenen Tage weiter vorangetrieben. In Tokio legte der Nikkei-Index  am Dienstag um 1,5 Prozent auf 27.299 Punkte zu und glich damit seine Verluste seit der überraschenden Kurskorrektur der Bank of Japan im vergangenen Monat wieder aus. "Der Nikkei-Index ist auf das Niveau zurückgekehrt, auf dem er einmal war", sagte Chihiro Ohta, Investment-Expertin bei SMBC Nikko Securities. Die Bank of Japan (BOJ) hatte im Dezember überraschend beschlossen, einen stärkeren Anstieg der Zinsen für lang laufende Staatsanleihen zuzulassen und damit den Nikkei auf Talfahrt geschickt. Vergangene Woche entschied die BOJ jedoch, an ihren ultra-niedrigen Zinssätzen festzuhalten. Das hat die Anleger beruhigt und den Nikkei-Index in diesem Monat bereits mehr als 4 Prozent steigen lassen. Die Aktienmärkte in China, Hongkong, Singapur, Malaysia, Südkorea und Taiwan sind wegen des chinesischen Neujahrsfestes geschlossen.

Bitcoin weiter stark

Die Digitalwährung Bitcoin hat nach den Gewinnen vom Wochenende weiter zugelegt und die Marke von 23.000 US-Dollar übersprungen. Am Mittag gab die Cyberdevise einen Teil seiner Gewinne ab und notierte auf der Handelsplattform Bitstamp  zuletzt rund 0,1 Prozent höher bei 22.907 US-Dollar. Im November 2022 war die Währung unter dem Eindruck des Zusammenbruchs der Kryptobörse FTX von über 21.000 US-Dollar auf rund 16.000 US-Dollar eingebrochen. Ein Jahr zuvor erreichte der Bitcoin noch ein Rekordhoch von 69.000 US-Dollar.

Bitcoin

Ölpreise leichter

Die Ölpreise haben am Dienstag leicht nachgegeben. Zuletzt kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent  zur Lieferung im März 87,94 US-Dollar. Das waren 25 Cent weniger als am Tag zuvor. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate  (WTI) fiel um 12 Cent auf 81,50 Dollar.

Starke Impulse blieben am Rohölmarkt zunächst aus. Die kräftigen Verluste der ersten Januar-Woche wurden mittlerweile mehr als aufgeholt. Für Zuversicht sorgt vor allem der weniger strenge Corona-Kurs in China. Er weckt Hoffnungen auf eine konjunkturelle Belebung und eine höhere Energienachfrage in der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt.

Mit Nachrichtenagenturen
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