Börse Dax beschleunigt Kursrutsch, Ölpreis schwankt stark

Mit stark fallenden Aktienkursen reagiert die Börse auf den russischen Angriff auf die Ukraine. Der Dax stürzte dabei unter die Marke von 13.700 Punkten. Größter Verlierer ist die RWE-Aktie. Der Ölpreis schwankt stark.
Ölpreis auf Achterbahnfahrt: Der Preis für ein Fass der Sorte Brent sprang zwischenzeitlich auf knapp 120 Dollar, rutschte aber wieder deutlich ab

Ölpreis auf Achterbahnfahrt: Der Preis für ein Fass der Sorte Brent sprang zwischenzeitlich auf knapp 120 Dollar, rutschte aber wieder deutlich ab

Foto: Bagus Indahono/ dpa

Der Dax  hat am Donnerstag angesichts des sich weiter zuspitzenden russischen Kriegs gegen die Ukraine seine Talfahrt beschleunigt. Nach einer kurzen Stabilisierung infolge freundlich gestarteter US-Börsen gab der deutsche Leitindex sein kleines Erholungsplus rasch wieder ab und sackte unter 13.700 Punkte. Mit einem Abschlag von 2,16 Prozent auf 13.698 Punkte ging das Börsenbarometer nur ganz knapp über seinem Tagestief aus dem Handel. Der MDax  der mittelgroßen deutschen Unternehmen büßte 2,47 Prozent auf 30 .33 Zähler ein. Ähnlich düster sah es in ganz Europa aus.

Dax

Die Ölpreise haben am Donnerstag anfängliche deutliche Gewinne vollständig wieder abgegeben. Zuvor hatten die beiden wichtigsten Erdölsorten Brent und West Texas Intermediate (WTI) abermals die höchsten Stände seit vielen Jahren erreicht. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete bis zu 119,84 US-Dollar und damit so viel wie zuletzt im Jahr 2012. Ein Fass der US-Sorte WTI wurde mit bis zu 116,56 Dollar gehandelt. Das war der höchste Stand seit dem Jahr 2008.

Zuletzt gerieten die Ölpreise dann wieder merklich unter Druck und drehten in die Verlustzone. Ein Barrel Brent kostete zuletzt 112,44 Dollar. Das waren 49 Cent weniger als am Vortag. Der WTI-Preis fiel um 99 Cent auf 109,61 Dollar.

Brent

Brent

Merck als einziger Dax-Wert im Plus

Die Berichtssaison trat angesichts der sich immer weiter zuspitzenden Lage in der Ukraine in den Hintergrund. Dennoch konnte sich die Aktie von Merck als einzige im Dax im Plus halten. Sie legte im schwer eingetrübten Marktumfeld um 1,3 Prozent zu und profitierte vor allem vom optimistischen Geschäftsausblick des Pharma- und Spezialchemieherstellers.

RWE und Uniper brechen ein

Schlusslicht im Leitindex war die RWE-Aktie mit minus 8,6 Prozent, während im MDax zugleich das Uniper-Papier um 17,6 Prozent absackte und dort die rote Laterne hielt. Der Krieg in Osteuropa hat schwerwiegende negative Folgen für die Geschäftsverbindungen vieler Unternehmen in Russland und der Ukraine. Uniper etwa ist ein bedeutender Importeur von Erdgas aus Russland und hat zudem die nun vor dem Aus stehende Gaspipeline Nord Stream 2 mit knapp einer Milliarde Euro mitfinanziert.

Mit einem Minus von etwas mehr als 8 Prozent zeigte sich auch die Lufthansa-Aktie sehr schwach. Nach zwei verlustreichen Pandemiejahren stellt sich die Fluggesellschaft wegen des Kriegs und damit auch angesichts der rasant steigenden Treibstoffpreise auf weiter schwierige Zeiten ein. Sehr schwach waren zudem ProSiebenSat.1 und Evonik, die ebenfalls Zahlen vorgelegt hatten.

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US-Börsen kaum verändert, nur die Nasdaq im Minus

Die Aussicht auf behutsame US-Zinserhöhungen stützte die Wall Street. Der US-Standardwerteindex Dow Jones und der breit gefasste S&P 500 behaupteten ihre jüngsten Kursgewinne und notierten jeweils kaum verändert bei 33.957 beziehungsweise 4386 Punkten. Der technologielastige Nasdaq gab ein knappes Prozent nach.

US-Notenbankchef Jerome Powell hatte bei einer Kongress-Anhörung für eine Zinserhöhung von einem Viertel Prozentpunkt plädiert. Damit nahm er Spekulationen auf einen doppelt so großen Schritt Wind aus den Segeln.

Nasdaq

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Bitcoin unter Druck

Für Kryptowährungen geht es nach der jüngsten Kursrallye wieder leicht bergab: Bitcoin fällt auf der Handelsplattform Bitstamp  um 4 Prozent auf 42.290 Dollar. Seit Beginn des Kriegs haben Kryptowährungen allerdings rund 20 Prozent zugelegt, da Kryptogeld als Fluchtwährung für russische Milliardäre gilt. Börsianer machten dafür vor allem ein gestiegenes Interesse russischer Anleger verantwortlich.

Bitcoin

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Mit Nachrichtenagenturen