Börsenschluss Kursrutsch bei Allianz bremst Dax etwas aus

Gute Vorgaben aus den USA bescherten dem Dax zum Monatsstart zwar ein freundliches Umfeld. Allerdings belastete ein Kursrutsch des Dax-Schwergewichts Allianz den Index. Im Blick stand auch ein erneuter Übernahmeversuch im Immobiliensektor.
Händlerin an der Börse: Der Dax legt zu Wochenbeginn zunächst deutlich zu, kräftige Kursverluste beim Dax-Schwergewicht Allianz dämpften das Index-Plus allerdings

Händlerin an der Börse: Der Dax legt zu Wochenbeginn zunächst deutlich zu, kräftige Kursverluste beim Dax-Schwergewicht Allianz dämpften das Index-Plus allerdings

Foto: Fredrik von Erichsen/ picture-alliance/ dpa

Robuste Konjunkturdaten und Kursgewinne an der Wall Street haben dem deutschen Aktienmarkt einen freundlichen Monatsstart beschert. Nach den zum Wochenschluss erlittenen Verlusten rückte der Leitindex Dax am Montag um 0,16 Prozent auf 15.568 Punkte vor. Gebremst wurde das Börsenbarometer aber von einem Kursrutsch bei den Aktien der Allianz. Der MDax  der mittelgroßen Werte stieg um 0,68 Prozent auf 35.384 Punkte. Zum Handelsende gewann der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50  0,67 Prozent auf 4116 Punkte.

Dax

Die Lockerungen der Corona-Beschränkungen haben die Geschäfte der Einzelhändler in Deutschland im Juni überraschend kräftig angekurbelt. Ökonomen gehen davon aus, dass der Privatkonsum Europas größte Volkswirtschaft auch in den kommenden Monaten anschieben wird.

Dax, Dow und Aktien auf einen Blick: Hier geht es zur Börsenseite 

Neuer Vonovia-Anlauf erfreut Aktionäre, Allianz-Aktie leidet unter US-Problemen

Die Papiere der Allianz  gerieten wegen drohender Sonderbelastungen mit einem Minus von 7,8 Prozent unter Druck und waren damit klares Schlusslicht im Leitindex. Nach Klagen und einer Untersuchung der Wertpapieraufsichtsbehörde SEC habe nun auch das US-Justizministerium eine Untersuchung in Zusammenhang mit den sogenannten Structured Alpha Fonds der Konzerntochter Allianz Global Investors eingeleitet, teilte der Versicherungskonzern mit. Händlern zufolge sorgt dies unter den Anlegern für größere Unsicherheit.

Ein neuer Anlauf für eine Fusion von Deutsche Wohnen und Vonovia kam vor allem bei den Aktionären des Bieters gut an. Die Papiere von Vonovia zogen um gut 2 Prozent an. Jene von Deutsche Wohnen näherten sich mit einem Plus von 0,30 Prozent auf 52,80 Euro der auf 53 von zuvor 52 Euro erhöhten Vonovia-Offerte. Der Bieter peilt erneut mindestens die Hälfte der Anteile an, war an dieser Schwelle aber im jüngsten Anlauf gescheitert.

Die am Freitag infolge erhöhter Jahresziele eingeleitete Rally bei Fuchs Petrolub setzte sich am Montag nach einem positiven Analystenkommentar fort. Die Papiere des Schmierstoffherstellers kletterten als einer der besten MDax-Werte um knapp drei Prozent nach oben.

Bitcoin über 40.000 US-Dollar

Die Cyber-Devise Bitcoin notierte am Morgen auf der Luxemburger Plattform Bitstamp knapp über der Marke von 40.000 US-Dollar.

Bitcoin

Ölpreise geben nach - Konjunkturdaten aus China belasten

Die Ölpreise sind am Montag gesunken und haben die Verluste aus dem frühen Handel bis zum Mittag ausgebaut. Marktbeobachter verwiesen unter anderem auf enttäuschende Konjunkturdaten aus China, einem der wichtigsten Importländer von Rohöl. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete gegen Mittag 74,39 US-Dollar. Das waren 1,02 Dollar weniger als am Freitag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 1,15 Dollar auf 72,80 Dollar.

In der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt hat sich die Stimmung von Einkaufsmanagern in der Industrie unerwartet stark eingetrübt. Ein vom Wirtschaftsmagazin "Caixin" veröffentlichter Indexwert fiel um 1,0 Punkte auf 50,3 Zähler und damit auf den tiefsten Stand seit dem Frühjahr 2020. Eine trübere Stimmung in der Wirtschaft könnte ein Hinweis auf weniger Wachstum und damit auf eine schwächere Nachfrage nach Rohöl sein.

Brent

Darüber hinaus spielte auch die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus eine Rolle beim Handel mit Rohöl. In Teilen von Asien steigen die Infektionszahlen und damit am Ölmarkt die Sorge vor neuen Einschränkungen der Mobilität. So wurden in Teilen von Australien neue Maßnahmen eingeführt. Aber auch in China werden steigende Infektionszahlen gemeldet.

mit Nachrichtenagenturen