Börse Powell gibt Wall Street und Bitcoin einen Schub

Dax und Dow verbuchen am Freitag Gewinne. Fed-Chef Jerome Powell legt sich noch nicht auf einen Zeitpunkt fest, ab dem die Notenbank ihre Wertpapierkäufe reduzieren soll. Davon profitiert auch Bitcoin. Die Kryptowährung startet durch.
Aufwärts: Dax im Plus, Dow auf Rekordhoch, Kursrallye bei Bitcoin

Aufwärts: Dax im Plus, Dow auf Rekordhoch, Kursrallye bei Bitcoin

Foto: DANIEL ROLAND/ AFP

Europas Börsen haben zum Wochenschluss zugelegt. Für Entspannung sorgte US-Notenbankchef Jerome Powell (68), der das Tempo beim Ausstieg aus dem geldpolitischen Krisenmodus bei abklingender Corona-Pandemie drosselte. Die Eskalation der Gewalt in Afghanistan schürte die Nachfrage nach als sicher geltenden Vermögenswerten wie Gold.

Dax

Der Dax  schloss bei 15.851 Punkten 0,4 Prozent fester. Der EuroStoxx50  legte 0,5 Prozent auf 4190 Stellen zu. An der Wall Street lag der Dow-Jones-Index am Nachmittag (Ortszeit) 0,7 Prozent im Plus bei 35.462 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 stieg um 0,8 Prozent auf 4507 Zähler, der Index der Technologiebörse Nasdaq um 1,25 Prozent auf 15.118 Stellen. Für den S&P und die Nasdaq bedeutete dies Rekordhochs. Auch die Kryptowährung Bitcoin legte deutlich zu und näherte sich wieder der Marke von 50.000 US-Dollar.

Nasdaq

Dax, Dow und Aktien auf einen Blick: Hier geht es zur Börsenseite 

Vonovia erhält fünf Milliarden für Deutsche-Wohnen-Kauf

Unter den Einzelwerten stiegen im Dax die Aktien von Vonovia um 1,3 Prozent. Der Immobilienkonzern hatte bekannt gegeben, Unternehmensanleihen über insgesamt fünf Milliarden Euro im Zusammenhang mit dem geplanten Kauf der Deutsche Wohnen platziert zu haben.

Bitcoin klettert um 2000 Dollar binnen weniger Stunden

Von der Entscheidung Powells, einen Zeitpunkt für die Drosselung der Geldflut (Tapering) noch nicht festzulegen, profitierten nicht nur die Indizes an der Wall Street, sondern auch die Kryptowährung Bitcoin. Nach der Rede Powells legte Bitcoin binnen kurzer Zeit um rund 2000 US-Dollar zu und näherte sich am Abend erneut der Marke von 49.000 US-Dolllar. Erst am Montag hatte Bitcoin die runde Marke von 50.000 Dollar erreicht, hatte dann aber wieder nachgegeben. Da sich die Notenbank noch nicht festgelegt hat, wann sie ihren geldpolitischen Kurs straffen will, rechnen Anleger mit weiter steigenden Inflationsrisiken. Diese haben Kryptowährungen wie Bitcoin in der Vergangenheit begünstigt.

Bitcoin

Seit Mitte Juli ist der Bitcoin um knapp 20.000 Dollar gestiegen. Von seinem Rekordhoch von knapp 65.000 Dollar, erreicht Mitte April, ist die Kryptowährung aber noch ein gutes Stück entfernt.

Aixtron, Morphosys und CTS Eventim im Plus

Unter den Nebenwerten zählten die Aktien von Aixtron mit plus 4 Prozent zu den größten Gewinnern. Erstmals seit 2011 überstieg der Kurs die Marke von 25 Euro.

Die Aktie von CTS Eventim gewann 2,3 Prozent. Der Veranstalter und Tickethändler hofft auf einen Großauftrag. Zusammen mit France Billet und Orange Business Service befindet sich CTS Eventim eigenen Angaben zufolge in der Endphase von Verhandlungen über ein Ticketingabkommen mit dem Organisationskomitee für die Olympischen und Paralympischen Spiele in Paris 2024.

Morphosys-Aktien gewannen 1,5 Prozent. Das Krebsmittel Minjuvi (Tafasitamab) des Biotechunternehmens hat die bedingte Zulassung der Europäischen Kommission erhalten.

Borussia Dortmund an der SDax-Spitze

An der Spitze des Nebenwerteindex SDax zogen die Anteilscheine von Borussia Dortmund um 5,5 Prozent an. Der Fußball-Bundesligist bekommt es in der Gruppenphase der Champions League mit Sporting Lissabon, Ajax Amsterdam und Besiktas Istanbul zu tun. Börsianern zufolge haben die Borussen damit keine allzu schweren Gruppengegner erwischt.

New York drosselt Gebühren der Lieferdienste

Unter Druck gerieten in Amsterdam die Aktien des Essenslieferdienstes Just Eat Takeaway mit Einbußen von 7,5 Prozent. Zum Stimmungsdämpfer wurde, dass die US-Metropole New York die Branche jetzt dauerhaft stärker regulieren will - und damit die US-Tochter Grubhub trifft. Eine bisher nur temporäre Regelung, wonach die Lieferunternehmen den Restaurants maximal 15 Prozent des Auftragswerts als Gebühr in Rechnung stellen dürfen, soll nun dauerhaft gelten.

Dollar gibt nach Powell-Rede nach

Der Euro profitierte von der Aussicht auf erst einmal weiterhin sehr niedrige Zinsen in den USA und notierte zuletzt bei 1,1791 US-Dollar. Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,46 Prozent am Vortag auf minus 0,47 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,03 Prozent auf 145,85 Punkte. Gold verteuerte sich um 0,9 Prozent auf 1808 Dollar je Feinunze. Der Bund-Future legte um 0,09 Prozent auf 176,01 Punkte zu.

Ölpreise legen kräftig zu

Spekulationen auf Versorgungsengpässe stützten die Ölpreise. Die Nordseesorte Brent verteuerte sich um 1,9 Prozent auf 72,42 Dollar je Fass. Ein Fass US-Leichtöl WTI kostete mit 68,66 Dollar 1,9 Prozent mehr. Ein nahender Hurrikan könnte Produktionsstörungen im Golf von Mexiko bedeuten, sagten Händler. Zudem werde es angesichts steigender Corona-Fälle weltweit wahrscheinlicher, dass die Opec+ ihre Ölproduktion vorerst nicht anhebe, sagte Oanda-Analyst Edward Moya.

Brent

Mit Nachrichtenagenturen
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