Börse Dax knickt ein, Bitcoin mit Kurssprung

Ein starker US-Arbeitsmarktbericht heizt die Inflations- und Zinssorgen weiter an. Der Dax schließt unter 15.100 Punkten. Amazon sorgt für Kursgewinne an der Nasdaq. Die Kryptowährung Bitcoin vollzieht einen Kurssprung.
Fallende Kurse: Amazon und Snapchat haben die Stimmung im Tech-Sektor verbessert. Doch Zinsängste drücken den Dax Richtung 15.000 Punkte

Fallende Kurse: Amazon und Snapchat haben die Stimmung im Tech-Sektor verbessert. Doch Zinsängste drücken den Dax Richtung 15.000 Punkte

Foto: DANIEL SORABJI/ AFP

Zinsangst belastet den deutschen Aktienmarkt: Der deutsche Leitindex Dax  ging am Freitag 1,75 Prozent oder 268 Punkte schwächer aus dem Xetra-Handel und beendete den Handel bei 15.099 Zählern. Das Tagestief hatte bei 15.060 Punkten gelegen. Der MDax sackte ebenfalls deutlich ab und ging 1,67 Prozent tiefer bei 33.080 Punkten aus dem Handel. Dagegen ging es an der US-Technologiebörse Nasdaq deutlich aufwärts, und auch Kryptowährungen wie Bitcoin legten teils zweistellig zu.

Dax

Der besser als erwartet ausgefallene Arbeitsmarktbericht aus den USA sei eine zusätzliche Legitimation für die US-Notenbank Fed, die Zinsen im März zu erhöhen, kommentierte Marktbeobachter Thomas Altmann von QC Partners. Trotz der Omikron-Welle entstanden in den USA im Januar 467.000 neue Jobs, nachdem Analysten lediglich mit 150.000 gerechnet hatten. Kopfschmerzen bereite vor allem das weiterhin hohe Lohnwachstum in den Vereinigten Staaten.

Zugleich hatte die EZB am Donnerstag angedeutet, dass sie die hohe Inflation "mit Sorge" beobachte. Börsianer rechnen nun damit, dass die europäische Notenbank nun doch bereits in diesem Jahr die Zinswende einleiten könnte. Ein mögliches Ende von Anleihekäufen sowie der Beginn von Zinserhöhungen wirken als Belastung für den Aktienmarkt. In Großbritannien werden bereits die Zinsen erhöht, in den USA wird der erste Schritt im März erwartet.

Anleger fürchten nun auch vermehrt einen negativen wirtschaftlichen Effekt wegen der Inflations- und Zinsspirale. Dazu passte, dass sich viele Autowerte am Freitag hinten im Dax versammelten. Für die Papiere von BMW , Volkswagen , Mercedes-Benz und dem Zulieferer Continental ging es um 2,7 bis 4,4 Prozent bergab.

Meta-Aktie fällt weiter, Amazon-Aktie springt 13Prozent hoch

An der Wall Street notierte der marktbreite S&P 500  am Freitag zum Handelsschluss in Europa 0,2 Prozent fester, für den Standardwerte-Index Dow Jones ging es mit dem gleichen Prozentsatz nach unten. An der US-Technologiebörse legte der Nasdaq 100  dagegen deutlich zu und baute seine Gewinne bis Handelsschluss auf 1,5 Prozent aus.

Nasdaq

Nasdaq

Während die Aktie von Meta am Freitag zunächst um weitere 3 Prozent nachgab, legte die Aktie von Amazon um mehr als 10 Prozent zu. Die Aktie des Meta-Konkurrenten Snap stieg sogar in der Spitze um fast 50 Prozent, nachdem das Unternehmen erstmals einen Quartalsgewinn gemeldet hatte. "Vor dem Hintergrund der schlechten Zahlen des direkten Konkurrenten eine starke Leistung", sagte Anlagestratege Jürgen Molnar vom Brokerhaus RoboMarkets. Snapchat steht im direkten Wettkampf mit Metas Instagram.

Deutsche Bank profitiert von Aussicht auf steigende Zinsen

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Die erholten Titel des Kochboxenlieferanten Hellofresh eroberten mit plus 2,44 Prozent die Dax-Spitze. Knapp dahinter folgten die Aktien der Deutschen Bank , die ihren jüngste Rally mit einem Anstieg um 2,40 Prozent fortsetzten. Neben der Aussicht auf steigende Zinsen, beflügelten wohl positive Nachrichten von BNP Paribas, wonach die von der EZB geforderten Kapitalquoten problemlos erfüllt würden. Titel der Deutschen Börse gewannen gut ein Prozent. Sie gelten in unruhigen Börsenzeiten als Profiteur wegen der dann steigenden Aktivität von Anlegern. Siemens Energy verloren 1,8 Prozent, hier nahm Morgan Stanley das positive Votum zurück.

Evotec brechen im MDax ein

Im MDax brachen die Aktien von Evotec um 16 Prozent ein. Der Wirkstoffforscher musste bei der Kooperation mit Bayer einen schweren Rückschlag hinnehmen. Der Partner stellte die Entwicklung des Wirkstoffs Eliapixant als Medikamentenkandidat gegen chronischen Husten ein.

Auf der positiven MDax-Seite war K+S mit einem Anstieg um 2,3 Prozent. Hohe Düngerpreise und gute Geschäfte mit Auftausalz trieben den Kali- und Salzkonzern im vergangenen Jahr stärker an als gedacht. Im Nebenwerteindex SDax profitierten Flatexdegiro mit einem Plus von 2,4 Prozent von einer positiven Einschätzung durch die Experten von Exane BNP Paribas.

Bitcoin mit Kursrallye, Kryptowährung steigt über 40.000 Dollar

Die weltweit bekannteste Digitalwährung Bitcoin hat unterdessen zu einer Erholung angesetzt und ist bis zum Abend über die Marke von 40.000 US-Dollar gestiegen. Damit notiert Bitcoin rund 11 Prozent höher als am Vorabend. Die Kryptowährung ist seit Jahresbeginn unter Druck. Im November vergangenen Jahres erreichte der Bitcoin noch ein Rekordhoch von 69.000 US-Dollar und war vor wenigen Wochen bis auf 34.000 US-Dollar Gefallen. Seitdem hat Bitcoin wieder knapp 20 Prozent zugelegt.

Bitcoin

Ölpreise ziehen an

Die Ölpreise haben am Freitag zugelegt. Der US-Ölpreis markierte den höchsten Stand seit Herbst 2014, die Nordseesorte Brent notierte knapp darunter. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) Brent 91,39 US-Dollar. Das waren 28 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 43 Cent auf 90,70 Dollar.

Brent

Getrieben werden die Ölpreise derzeit durch mehrere Entwicklungen. Für grundsätzliche Unterstützung sorgen ein knappes Angebot und die trotz Omikron-Welle solide Nachfrage. Hinzu kommt der zuletzt schwächere Dollar, der das in Dollar gehandelte Erdöl für viele Anleger rechnerisch günstiger macht und deren Nachfrage anregt.

Die Spannungen zwischen der Ukraine und Russland kommen als politischer Faktor hinzu. Da Russland ein großer Rohölproduzent ist, kalkulieren Erdölhändler derzeit mit einem Risikoaufschlag für den Fall einer Eskalation des Konflikts. Zahlreiche Bankanalysten haben zuletzt ihre Prognosen für die Ölpreisentwicklung angehoben und erwarten für dieses Jahr Preise von teils über 100 Dollar je Barrel.

Mit Nachrichtenagenturen