Donnerstag, 19. September 2019

Börse Dax erholt sich, Auto-Aktien drehen ins Plus

Dax im Abwärtstrend: Das Jahr 2018 bescherte dem Dax zweistellige Verluste

Der Dax verringert seine Verluste und nähert sich wieder der Marke von 10.900 Punkten. Aktien von Volkswagen, Daimler und BMW drehen ins Plus, nachdem China seine Sonderzölle auf US-Importautos für zunächst drei Monate ausgesetzt hat.

Sorgen um eine Abkühlung der Weltwirtschaft haben dem deutschen Aktienmarkt am Freitag einen neuen Dämpfer versetzt. Bereits die Börsen in Asien litten unter deutlichen Verlusten, nachdem eine Reihe wichtiger Daten aus China enttäuscht hatten. Doch am Mittag keimte erneut Hoffnung auf eine Entspannung im Handelsstreit zwischen USA und China auf, da Peking seine Strafzölle in Höhe von 25 Prozent auf US-Importautos bis Ende März aussetzen will.

Der Dax Börsen-Chart zeigen verringerte daraufhin seine Verluste und notierte zuletzt bei 10.871 Punkten. Die Aktien deutscher Autohersteller haben am Freitag ihre anfänglich deutlichen Kursverluste nach positiven Nachrichten im US-chinesischen Handelsstreit größtenteils in leichte Gewinne umgewandelt. So notierten die Papiere von BMW Börsen-Chart zeigen und Daimler Börsen-Chart zeigen zuletzt jeweils 0,1 Prozent im Plus. Die Anteilsscheine von Volkswagen präsentierten sich unverändert.

Auslöser der Kehrtwende war die Meldung, China setze die Sonderabgaben auf Importe von Autos und Autoteile aus den USA für drei Monate aus. Der Einfuhrzoll werde von 1. Januar an von 40 wieder auf 15 Prozent gesenkt, teilte das Handelsministerium am Freitag in Peking mit. Die höheren Zölle für Autos aus den USA trafen insbesondere auch die deutschen Hersteller Daimler Börsen-Chart zeigen und BMW, denn sie fertigen ihre teuren SUVs in den USA auch für den chinesischen Markt.

Wall Street: Dow Jones und Nasdaq mit Verlusten

Sorgen um die Weltwirtschaft haben am Freitag auch der Wall Street zugesetzt. Der Dow Jones Börsen-Chart zeigen sank rund eine halbe Stunde nach dem Handelsstart um 0,85 Prozent auf 24 388 Punkte. Damit folgte der US-Leitindex der schwachen Börsentendenz in Asien und Europa und steuert auf eine ausgeglichene Wochenbilanz zu. In der vergangenen Woche hatte er mit minus viereinhalb Prozent so deutlich wie seit März nicht mehr an Wert eingebüßt.

Auch die anderen US-Indizes kamen am Freitag wieder unter Druck: Der marktbreite S&P 500 gab um 0,76 Prozent auf 2630,28 Punkte nach und der technologielastige Auswahlindex Nasdaq Stock Market Börsen-Chart zeigen verlor 1,16 Prozent auf 6689,72 Zähler.

Schwache Konjunkturdaten aus China und maue Einkaufsmanagerindizes aus Europa untermauerten die Befürchtungen der Anleger, dass sich die Weltwirtschaft abkühlt. Die jüngsten, besser als erwartet ausgefallenen Wirtschaftskennziffern aus den USA konnten dies ebenso wenig kompensieren wie erste Fortschritte im US-chinesischen Handelsstreit.


Dax Realtime: Hier sehen Sie Dax und Dow Jones in Echtzeit


Scout 24 und Leoni im Blick

Unter den Einzelwerten dürften vor allem die Papiere von Scout und Leoni Börsen-Chart zeigen im Blick stehen. Beim Autozulieferer Leoni könnten weiter die Übernahmespekulationen Thema sein, nachdem die Nachrichtenagentur Reuters berichtet hatte, dass Leoni sich in Gesprächen mit dem japanisch-indischen Wettbewerber Motherson Sumi über einen möglichen Zusammenschluss befinde. Eine solche Fusion könnte den Angaben zufolge ein Volumen von mehr als einer Milliarde Euro haben, hieß es. Leoni hatte sich dazu nicht äußern wollen, die Aktie allerdings war um gut 18 Prozent hochgesprungen.

Scout24 erwägt offenbar Abschied von der Börse

Um rund 12 Prozent hoch ging es nun vorbörslich auf der Handelsplattform Tradegate für die Papiere des Onlinemarktplatz-Betreibers Scout24 . Dieser prüft laut der "Financial Times" einen Verkauf an Finanzinvestoren und damit den Abschied von der Börse. Der Betreiber von Immobilienscout24 und Autoscout24 habe Banken und Berater damit beauftragt, ihn bei einem möglichen Verkauf zu unterstützen, berichtete die Zeitung am Donnerstagabend unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Es sei nicht klar, ob der Prozess tatsächlich in einem Verkauf münde, hieß es weiter.

Vorläufige Geschäftsjahreszahlen für 2017/18 und einen Ausblick auf das neue Jahr gab Isra Vision Börsen-Chart zeigen . Der Spezialmaschinenbauer legte daraufhin auf Tradegate um etwas mehr als 2 Prozent zu.

Im Dax könnten außerdem die Aktien von Bayer Börsen-Chart zeigen nach einem Analystenkommentar einen Blick wert sein. Die US-Bank Morgan Stanley hält die Papiere des Agrarchemie- und Pharmaunternehmens wieder für interessant, um einzusteigen. Nachdem diese wegen der Furcht der Anleger vor finanziellen Risiken durch die Glyphosat-Klagen in den USA eingebrochen waren, seien sie nun wieder attraktiv bewertet, hieß es. Das schlimmstmögliche Szenario sei bereits eingepreist und am Ende dürfte das Ganze besser als aktuell erwartet ausgehen.

Euro am Freitag zunächst kaum verändert

Der Euro hat sich am Freitag kaum bewegt. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1356 US-Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Donnerstagnachmittag auf 1,1371 Dollar festgesetzt.

Damit konnten Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi vom Vortag den Euro nicht weiter belasten. Nach der Zinssitzung der Notenbank hatte sich Draghi vor der Presse etwas weniger zuversichtlich für die weitere konjunkturelle Entwicklung in der Eurozone gezeigt.

mit Nachrichtenagenturen

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