Börse Kursrutsch - Dax baut Verluste aus

Der Dax notiert weiter unter 12.800 Punkten. Bei Stada entscheidet sich heute, ob die Übernahme durch Finanzinvestoren gelingt.

Verkaufswelle zum Wochenschluss. Der Dax  rutschte am Freitag um weitere 0,8 Prozent ab und fiel unter die Marke von 12.700 Punkten. Händler sagten, am Markt herrsche nach wie vor Unsicherheit wegen des starken Rückgangs der Ölpreise, der die Börsen in der zu Ende gehenden Woche belastet hat. Obwohl es mit den Preisen für Rohöl am Freitag leicht nach oben ging, zeigten Dax  und EuroStoxx  erneut Schwäche.

"Ab jetzt sollten Anleger verstärkt auf den Verlauf des Ölpreises achten", betonte Analyst Jochen Stanzl vom Broker CMC Markets. "Es besteht Ausverkaufsgefahr, sollte die Unterstützung bei 41 US-Dollar im Brent-Öl unterschritten werden." Investoren befürchten, dass die sinkenden Ölpreise auf eine Abschwächung des globalen Wirtschaftswachstums hindeuten und Inflationsängste wieder hochkochen.

Die richtungsweisende Sorte Brent aus der Nordsee verteuerte sich am Freitag um ein halbes Prozent auf 45,42 Dollar je Barrel (159 Liter). Im Laufe der Woche war der Brent-Preis auf den tiefsten Stand seit November zurückgefallen, mit 44 Dollar war ein Fass zehn Dollar billiger als noch vor einem Monat.

Die Experten der US-Investmentbank JP Morgan rechnen damit, dass der Preisverfall weitergeht. "Die Kombination aus einer rekordhohen US-Produktion und dem möglichen Scheitern der Opec-Förderbegrenzung könnte Öl wieder in den niedrigen bis mittleren 40-Dollar-Bereich drücken." Die Mitgliedstaaten des Opec-Kartells, allen voran Saudi-Arabien, haben ihre Vereinbarung zur Eindämmung der Ölproduktion Ende Mai verlängert. Dagegen pumpen die USA, die nicht Mitglied in der Opec sind, immer mehr Öl in den Markt. "Die steigenden Ölvorräte schüren Unsicherheit, dass die Bemühungen der Opec nicht effizient genug sind", erklärten die Analysten der Investmentbank Jefferies.

Frist für Stada abgelaufen

Im Blick hielten Investoren Stada-Aktien. Um Mitternacht lief die Annahmefrist für das Übernahmeangebot der Finanzinvestoren Bain und Cinven ab. Bis Donnerstagnachmittag hatten nur 45,3 Prozent der Stada-Aktionäre die Offerte über 66 Euro je Aktie angenommen. Mit einem Kursabschlag von einem Prozent auf 62,65 Euro gehörten Stada-Papiere zu den größten Verlierern im MDax .

Pfund Sterling dürfte unter Druck bleiben

Am Jahrestag des Brexit-Votums war die britische Währung bei Anlegern gefragt. Das Pfund Sterling gewann gut einen halben US-Cent auf 1,2726 Dollar. "Wenn das Brexit-Referendum heute Geburtstage feiert, ist allerdings mit Geschenken der EU nicht zu rechnen", sagte Commerzbank-Analyst Lutz Karpowitz. Großbritannien und Vertreter der Europäischen Union (EU) trafen sich in dieser Woche zu ersten Scheidungsverhandlungen - jedoch wurden kritische Themen wie die finanziellen Verpflichtungen Großbritanniens gegenüber der EU und die künftigen Handelsbeziehungen bislang nicht besprochen.

"Wegen der Unsicherheit nach den Wahlen dürfte das Pfund noch länger unter Druck bleiben, als wir gedacht haben", sagte Investmentmanager Paul Mumford vom Vermögensverwalter Cavendish Asset Management. Die britische Premierministerin Theresa May hatte bei den Parlamentswahlen vor wenigen Tagen überraschend ihre absolute Mehrheit verloren, was die Verhandlungen zum Brexit erschweren dürfte. Seit dem Brexit-Votum am 23. Juni 2016 rutschte das Pfund zum Dollar um mehr als 15 Prozent ab. Zum Euro verlor die Währung knapp 13 Prozent.

Commerzbank gefragt

Commerzbank -Aktien haben am Freitagmorgen nach einer Kaufempfehlung der Citigroup gegen den schwachen Trend im Dax leicht zugelegt. Die Analysten rechnen mit einer Aufhellung des Wettbewerbsumfeldes für Banken in Deutschland und einer Erholung von deren Profitabilität auf den langfristigen Durchschnitt. Die Commerzbank sei hierbei am besten aufgestellt. Daher stuften die die Papiere auf "Buy" hoch und nannten ein neues Kursziel von 12 Euro. Damit trauen sie den Aktien mittelfristig ein Plus von rund 29 Prozent zu.

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