Positive Prognosen Vermögensverwalter erwarten gutes Aktienjahr 2016

Börse im Fokus: Viele Investmentprofis glauben, dass die Aktienkurse 2016 weiter steigen werden

Börse im Fokus: Viele Investmentprofis glauben, dass die Aktienkurse 2016 weiter steigen werden

Foto: Michael Probst/ AP

Trotz der Turbulenzen an der Börse erwarten deutsche Vermögensverwalter weiterhin mehrheitlich eine positive Entwicklung des hiesigen Aktienmarktes im kommenden Jahr. Das ergab eine Umfrage, die die Münchener V-Bank eigens für manager-magazin.de unter Vermögensverwaltern durchgeführt hat.

Die Umfrage wurde zwar durchgeführt, bevor die US-Notenbank am Mittwochabend zum ersten Mal seit beinahe zehn Jahren ihre Zinsen anhob. Der Zinsschritt kam aber nicht überraschend dürfte von den meisten Vermögensverwaltern bereits gedanklich berücksichtigt worden sein.

Auf die Frage, welche Geldanlagen Investoren 2016 am meisten Freude bereiten würden, nannte der größte Teil der knapp 20 Investmentprofis zuallererst deutsche und europäische Aktien. Zur Begründung führten die Umfrageteilnehmer verschiedene Aspekte an, von der weiter lockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) mit den entsprechenden Auswirkungen auf den Euro-Kurs über niedrige Rohstoffpreise bis hin zu nach wie vor günstigen Aktienbewertungen in Deutschland und Europa.

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"Der schwache Euro und die tiefen Energie- und Rohstoffpreise wirken sich sehr positiv auf die Gewinnmargen aus", sagt etwa Hans Heimburger, Geschäftsführer Gies & Heimburger in Bad Krozingen. "Dieser Trend wird 2016 anhalten." Der gleichen Meinung ist Burkhard Wagner, Vorstand Partners Vermögensmanagement AG in München. Er verweist zudem auf den "Beginn der Europa-Restrukturierungsmaßnahmen", der ebenfalls zum "hervorragenden Mix an fundamentalen Daten" beitrage.

Nebenwerte bevorzugt

"Wir sehen im deutschen Markt die günstigsten KGVs im internationalen Vergleich sowie gute Dividendenrenditen", sagt zudem Torsten Kahl, Portfoliomanager bei PMP Vermögensmanagement in Düsseldorf. Und auch Claus Walter, Geschäftsführer bei der Freiburger Vermögensmanagement GmbH, beobachtet: "Die KGVs für europäische Aktien liegen nur moderat über dem langfristigen Durchschnitt."

Konkret vermuten einige Vermögensverwalter besonders gute Anlagechancen in der zweiten Reihe des Aktienmarktes. Also bei kleineren Unternehmen und Konzernen, die nicht im Leitindex Dax, sondern eher im Mittelklasseindex MDax oder noch darunter notiert sind.

Lothar Koch etwa, Portfoliomanager bei GSAM + Spee Asset Management, sagt: "Für 2016 erwarte ich für Nebenwerte in Europa die insgesamt beste Entwicklung." Der Grund seien die beispielsweise im Vergleich zu den USA oder zu Schwellenländern guten Konjunkturdaten auf dem alten Kontinent. "Die USA leiden jetzt schon unter den schwachen Konsumdaten und dem starken US-Dollar", so Koch. "Dieselbe Dollar-Stärke belastet ebenfalls die Währungen und Entwicklung in den Schwellenländern."

Auch PMP-Manager Kahl sagt, der MDax werde "weiterhin von einer gewissen Übernahmefantasie in einigen Bereichen getragen".

Allerdings gibt es auch mahnende Stimmen. Josef Leibacher etwa, Portfoliomanager bei der KSW Vermögensverwaltung AG in Nürnberg, erwartet, dass sich die Aktienkurse nach sieben Jahren des Anstiegs im kommenden Jahr verhaltener entwickeln werden. Auch Rainer Beckmann, Geschäftsführer Ficon Börsebius Invest, Düsseldorf, glaubt, dass es im Jahresverlauf eine "schwerere Börsenstrecke" geben wird.

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Rolf Ehlhardt, Portfoliomanager der ICM Mannheim, rechnet für das kommende Jahr mit "höherer Volatilität". Und Thomas Buckard, Vorstand Michael Pintarelli Finanzdienstleistungen in Wuppertal, bringt es so auf den Punkt: "Der deutsche Aktienmarkt ist nur mit Vorsicht zu genießen. Ein- und Ausstiegszeitpunkt sind 2016 entscheidend."

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