Absturz geht weiter - mehr als 50 Prozent Verlust seit Rekordhoch Bitcoin taumelt Richtung 9000 Dollar

Koppheister: Die Talfahrt (hier bei der Käsejagd im britischen Gloucester) nimmt auch beim Bitcoin Tempo auf

Koppheister: Die Talfahrt (hier bei der Käsejagd im britischen Gloucester) nimmt auch beim Bitcoin Tempo auf

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Es geht weiter abwärts für den Bitcoin (Kurswerte anzeigen): Nach dem heftigen Kursabsturz vom Vortag ist die Digitalwährung am Mittwoch auf der Handelsplattform Bitstamp zum ersten Mal seit dem 1. Dezember unter die wichtige Marke von 10.000 Dollar gerutscht. Seit dem Rekordhoch von knapp 20.000 Dollar kurz vor Weihnachten hat die Cyberwährung damit rund 50 Prozent nachgegeben.

Am Mittwoch Abend verschärfte sich der Kursrutsch noch einmal: Der Bitcoin  baute seine Kursverluste auf rund 18 Prozent aus und fiel auf 9200 US-Dollar zurück.

Am Dienstag war der Kurs bereits um etwa 25 Prozent eingebrochen. Auch viele andere Kryptowährungen verloren deutlich an Wert, darunter die zunehmend beliebten Bitcoin-Alternativen Ether und Ripple.

Wesentlicher Grund für den Kurseinbruch waren Befürchtungen, dass der noch weitgehend unkontrollierte Handel mit Kryptowährungen reguliert werden könnte. Zuletzt waren derartige Regierungsvorhaben etwa in der Bitcoin-Hochburg Südkorea bekannt geworden. Das südkoreanische Nachrichtenportal Yonhap hatte berichtet , dass Finanzminister Kim Dong-yeon einem lokalen Radiosender gesagt hatte, dass die Regierung eine Reihe von Maßnahmen einleiten werde, um den "irrationalen" Crypto-Währungsinvestitionswahn einzudämmen. Bereits zuvor hatte das Justizministerium mitgeteilt, dass es einen Gesetzesentwurf vor bereite, der den Börsenhandel mit Bitcoin und Co. untersagt.

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Die größten Digitalwährungen: Bitcoin und die Alternativen

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Die einstige Hochburg China hat bereits Schritte gegen Digitalwährungen ergriffen und erwägt offenbar, das Vorgehen zu verschärfen. Spekuliert wird über ein Verbot von Online-Diensten und Smartphone-Apps, über die auf ausländische Handelsplattformen zugegriffen werden kann. Außerdem gab es zuletzt Pressemeldungen, wonach die chinesische Regierung offenbar den hohen Stromverbrauchdurch das Schürfen von Kryptowährungen wie Bitcoin drosseln will. Der Bitcoin hat in Asien eine große Fangemeinde, weshalb die Kurse auf Nachrichten aus den Krypto-Hochburgen China und Südkorea besonders stark regieren.

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Hinzu kommen Befürchtungen, dass andere Länder es den Asiaten gleich tun könnten. Am Dienstag hatte Bundesbankvorstand Joachim Wuermeling gesagt, dass weitere Regulierungsschritte bei Digitalwährungen nur eine Frage der Zeit seien.

Der Bitcoin ist die bekannteste unter den mittlerweile rund 1400 Digitalwährungen. Er hatte im vergangenen Jahr eine heftige Rekordjagd hingelegt und verteuerte sich im Jahresverlauf von etwa 1000 auf fast 20.000 Dollar.

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Andere Digitalwährungen legten - prozentual betrachtet - teilweise noch stärker zu, etwa der Bitcoin-Konkurrent Ripple. Digitalwährungen sind hoch umstritten. Den einen gelten sie aufgrund fehlender staatlicher Kontrolle als Freiheitssymbol, den anderen wegen möglichen Missbrauchs wie krimineller Handlungen als Gefahr.

Inzwischen steigt auch das Interesse an den Bitcoin-Alternativen Bitcoin Cash sowie an der Kryptowährung Iota. Die Iota-Tokens haben es in die Top Ten der von Bitcoin angeführten Kryptowährungen geschafft.

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Die Europäische Union hat bereits im Dezember einen ersten Schritt zur Regulierung von Kryptowährungen getan. Anleger sollen laut einer neuen Geldwäscherichtlinie künftig nicht mehr anonym bleiben können, wenn sie digitales in staatliches Geld umtauschen. Insofern Digitalwährungen jenseits nationaler Gesetzgebungen und Grenzen funktionierten, sei allerdings eine "größtmögliche internationale Kooperation" nötig, mahnte Wuermeling.