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Die größten Digitalwährungen: Bitcoin und die Alternativen

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Kritiker der Kryptowährung Acht Wege, auf den Sturz von Bitcoin zu setzen

Mehr als 11.000 Dollar für eine virtuelle Münze mit kaum praktischem Nutzen, Geschichten von sagenhaftem Reichtum aus dem Nichts, Bitcoin  in den Fernsehnachrichten - die Zeichen verdichten sich, dass die Bitcoin-Manie sich ihrem Zenit nähert.

An Skeptikern und Warnungen mangelt es nicht. Die Jagd nach immer höheren Preisen erscheint als pure Zockerei. Das müsste doch auch umgekehrt gehen: Wenn der Absturz von Bitcoin nur noch eine Frage der Zeit ist, ließe sich auch das Zurück auf den Boden der Realität zu leicht verdientem Geld machen. Selbst wer an die Zukunft der Blockchain-Währung glaubt, kann auf einen heftigen Kurseinbruch spekulieren, wie er schon mehrfach vorübergehend vorkam. Doch das ist gar nicht so einfach.

Bitcoins rechtzeitig verkaufen

Der einfachste und offensichtliche Weg, von einem Preissturz zu profitieren, ist Bitcoins rechtzeitig zu verkaufen und den Gewinn aus dem Boom einzustreichen - natürlich unter der Voraussetzung, dass man vorher Bitcoins besessen hat, was für die meisten Skeptiker eher ausgeschlossen ist. "Bloomberg" beschreibt einige Möglichkeiten , Bitcoin zu shorten, also auf fallende Preise zu setzen.

Differenzkontrakte

Contracts for Difference (CFDs) sind Derivate, also von dem eigentlichen Bitcoin-Kurs abgeleitete Finanzprodukte. Wer einen solchen Kontrakt schließt, handelt also nicht mit Bitcoin selbst, sondern geht schlicht eine Wette mit dem Broker ein. Die Parteien können sich im Prinzip frei über die zugrunde liegenden Werte einigen, auf steigende oder fallende Kurse setzen.

Das ist eine hoch riskante Spekulation. Neben dem offensichtlichen Risiko, sich in Zeitpunkt, Ausmaß und Richtung der Kursbewegung zu irren, könnte auch noch der Broker pleitegehen - durchaus auch in Deutschland schon vorgekommen. Dann droht der Totalverlust, sogar wenn die Wette selbst aufgeht. Die Anbieter jedenfalls wittern steigendes Interesse wegen der Aufsehen erregenden 10.000-Dollar-Marke. "CFDs sind aktuell ein großartiger Markt, wenn Sie Bitcoin shorten wollen", zitiert "Bloomberg" den Analysten Naeem Aslam vom Londoner Broker TF Global Markets.

Margin Trading

Diese Möglichkeit wird auch von manchen der Bitcoin-Börsen wie der führenden Plattform Bitfinex angeboten. Hierbei handelt es sich um Termingeschäfte - wiederum in beide Richtungen möglich -, für die nur ein Teil des gehandelten Wertes (Margin) als Sicherheit vorab gezahlt werden muss. Beim volatilen Bitcoin sind die Margin-Anforderungen jedoch recht hoch.

Beim Margin Trading lässt sich auch der Einsatz hebeln - also zum Beispiel eine Auszahlung von 1000 Euro für den Fall, dass der Bitcoin-Preis in einem bestimmten Zeitraum um 100 Euro sinkt. Im schlimmsten Fall ist jedoch noch viel mehr Geld weg als der ursprüngliche Einsatz.

Bitcoin "meiden wie die Pest"

Bitcoin leihen und verkaufen

So geht das klassische Short-Geschäft bei Aktien: Vermögenswerte leihen, solange der Kurs hoch ist, und die Rückzahlung zu einem späteren Zeitpunkt versprechen - in der Hoffnung, dass sie dann billiger zu kaufen sind. Das ist laut "Bloomberg" an einigen Bitcoin-Börsen wie Bitfinex auch ohne Hebel möglich - schon weniger riskant.

Futures

In der Welt der Derivate ist dies der vergleichsweise regulierte Bereich. Optionsscheine auf einen klar festgelegten Wert von Bitcoin zu einem zukünftigen Zeitpunkt werden bisher allerdings kaum angeboten, in den USA von der Krypto-Börse LedgerX. Die etablierte Chicagoer Derivatebörse CME plant in dieses Geschäft im Dezember einzusteigen.

Exchange Traded Notes shorten

ETN sind Derivate, die den Börsenwert eines bestimmten Finanzinstruments - beispielsweise Bitcoin - abbilden, vergleichbar mit Exchange-Traded Commodities (ETC). Im Unterschied zu diesen sind sie jedoch nicht mit dem Original besichert - was für Bitcoin-Skeptiker egal sein dürfte. Die Schweizer Privatbank Vontobel hat Mitte November ein erstes Bitcoin-ETN aufgelegt, das mit Long- und Short-Optionen auch an der Schweizer Börse SIX gehandelt wird.

Bitcoin-verbundene Aktien shorten

Manche Beobachter stellen fest, dass der Kurs der Chipproduzenten Nvidia  und AMD  einigermaßen parallel zu dem von Bitcoin  verlaufe. Die Hersteller der zum "Schürfen" von Digitalgeld begehrten Grafikchips verweisen selbst auf einen Nachfrageboom - das ist wohl die unmittelbarste Folge des digitalen Goldrauschs bisher für die Realwirtschaft.

Und mit Aktien zu handeln ist vergleichsweise leicht, auch wenn man auf fallende Kurse setzt. Zumindest entfällt die Registrierung bei exotischen Handelsplätzen; der heimische Online-Broker reicht. Allerdings kann die Industrie noch andere Absatzziele finden, wenn Bitcoin einbricht - oder umgekehrt von der Bitcoin-Gemeinde verlassen werden, weil der horrende Stromverbrauch die Miner zu weniger energieintensiven Techniken treibt. "Krypto-Mining wird 2018 ein weitaus weniger bedeutsamer Markt für AMD und Nvidia sein", verkündete bereits Mizuho-Analyst Vijay Rakesh.

Bitcoin meiden "wie die Pest"

All diese Möglichkeiten sind etwas für versierte Anleger, die sich des enormen Risikos bewusst sind und hohe Verluste verschmerzen können, falls die Wette schiefgeht. An die anderen richtet sich der Rat des Gründers der Fondsgesellschaft Vanguard, Jack Bogle: "Meiden Sie Bitcoin wie die Pest."

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