Kryptowährungen US-Börsenaufsicht bremst Bitcoin-Pläne der Finanzbranche

In den USA bremst die Börsenaufsicht die Bitcoin-Pläne der Finanzbranche. So warnt die SEC vor Sicherheitsproblemen und will vorerst kein grünes Licht für entsprechende Anlageprodukte geben. Deutschland und Frankreich wollen beim nächsten G20-Gipfel einen gemeinsamen Vorschlag zur Regulierung von Bitcoin vorlegen. Die Schweiz prüft bereits eine mögliche Regulierung.

Die US-Börsenaufsicht SEC dämpft Hoffnungen der Finanzbranche, rasch auf den Siegeszug von Bitcoin & Co aufspringen zu können. In einem Schreiben an Fonds-Verbände warnte die Behörde vor Sicherheitsproblemen bei Anlageprodukten, die auf Kryptowährungen basieren. Die zuständige SEC-Vertreterin Dalia Blass machte deutlich, dass es erst dann grünes Licht geben werde, wenn die Bedenken ausgeräumt seien.

Der Bitcoin  notierte auf der Plattform Bitstamp am Freitagmorgen knapp unter der Marke von 11.500 Dollar und damit nur wenig verändert gegenüber dem Vorabend.

"Es gibt eine Reihe substanzieller Probleme mit dem Investorenschutz, die geprüft werden müssen, bevor die Emittenten diese Fonds Investoren anbieten", betonte Blass in dem am Donnerstagabend bekanntgemachten Brief. Sie forderte darin Antworten auf mindestens 31 detaillierte Fragen zum Zuschnitt der geplanten Produkte.

So müsse geklärt werden, wie bei den anvisierten Investmentfonds und börsennotierten Fonds (ETFs) die Anlegergelder geschützt sind und die Preise festgelegt werden. Wichtig sei ferner, dass die Investoren die Risiken verstehen und eine Manipulation der Bitcoin-Märkte verhindert wird.

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Die Kursexplosion bei Bitcoin und anderen Cyberdevisen im vergangenen Jahr hat große Begehrlichkeiten in der Finanzindustrie geweckt. Allerdings äußerte die SEC bereits vor einigen Tagen grundsätzliche Bedenken. Daraufhin zogen mehrere Fondsanbieter ihre Zulassungsanträge für Kryptowährungsfonds zurück, die sich auch an Privatanleger richten sollen. Insidern zufolge will sich der US-Senat im kommenden Monat mit den Risiken von Bitcoin & Co befassen. Demnach ist für Anfang Februar eine Befragung der Chefs von SEC sowie der Derivate-Aufsicht (CFTC) geplant.

Schweiz nimmt Kryptowährung unter die Lupe

Derweil nimmt die Schweizer Regierung Kryptowährungen unter die Lupe: Bis zum Jahresende soll eine Arbeitsgruppe die rechtlichen Rahmenbedingungen für die Blockchain-Technologie prüfen, auf der diese virtuellen Währungen basieren. Besonderes Augenmerk soll dabei den sogenannten Initial Coin Offerings (IOC) gelten, teilte das beim Finanzministerium angesiedelte Staatssekretariat für internationale Finanzfragen (SIF) mit. Dabei sammeln Firmen Geld bei Anlegern ein und geben statt Aktien oder Anleihen digitale Anteile (Token) aus. Diese werden dann als Kryptowährung an speziellen Börsen gehandelt.

Bitcoin-Regulierung: Deutschland und Frankreich legen Plan vor

"Ziel dieser Arbeiten sind die Erhöhung der Rechtssicherheit, die Aufrechterhaltung der Integrität des Finanzplatzes und die Sicherstellung einer technologieneutralen Regulierung", wie das SIF erklärte. Neben dem SIF sind auch die Finanzmarktaufsicht Finma und das Justizministerium eingebunden. Die Finma hatte vergangenes Jahr Anbieter aus dem Verkehr gezogen, die Kunden über das Internet die selbst erfundene Scheinkryptowährung E-Coin angeboten haben.

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Die größten Digitalwährungen: Bitcoin und die Alternativen

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Deutschland und Frankreich wollen beim G20-Gipfel im März einen gemeinsamen Vorschlag zur Regulierung von Bitcoin vorlegen. Immer mehr Länder schieben dem Handel mit Kryptowährungen inzwischen einen Riegel vor: Südkorea denkt über ein komplettes Verbot nach, China will den Handel offenbar unmöglich machen. Angesichts der ungewissen Zukunft des Handels befindet sich der Bitcoin, die bekannteste virtuelle Währung, auf einer Talfahrt.

rei mit Nachrichtenagenturen