Freitag, 18. Oktober 2019

Wettbewerbswidriges Verhalten? Bitcoin unter Druck - EU knöpft sich offenbar Libra vor

Bitcoin-Buttons: Die Kryptowährung verliert 5 Prozent an Wert

Die Digitalwährung Bitcoin Börsen-Chart zeigen ist am Mittwoch deutlich unter Verkaufsdruck geraten. Am Vormittag stand der Kurs auf der Handelsplattform Bitstamp bei 10.140 US-Dollar. Das waren etwa 5 Prozent weniger als am Vortag.

Ursache für die Verkaufswelle könnte ein Bericht der Nachrichtenagentur Bloomberg sein, demzufolge sich bei den Wettbewerbshütern der Europäischen Union (EU) Widerstand gegen die vom Internetkonzern Facebook Börsen-Chart zeigen angekündigte Einführung der Digitalwährung "Libra" formiert. Die EU-Kommission untersuche derzeit "potenziell wettbewerbswidriges Verhalten", hieß es in dem Artikel. Bloomberg beruft sich auf ein Dokument, das der Agentur vorliege.

In der EU-Kommission gebe es demnach Bedenken, dass Facebook mit dem Bezahlsystem Libra Wettbewerber ausschließen werde. Der Internetkonzern könnte damit "mögliche Wettbewerbsbehinderungen" schaffen. Wie Bloomberg weiter berichtet, befindet sich die Untersuchung der EU-Kommission noch in einem frühen Stadium. Weder die EU-Kommission noch Facebook wollten einen Kommentar dazu abgeben, berichtete die Agentur.

Anleger hatten auf weitere Etablierung von Kryptowährungen gehofft

Mit Libra will Facebook eine durch einen Korb harter Währungen gedeckte digitale Währung schaffen. Das fordert etablierte Akteure im Finanzsystem wie zum Beispiel Zentralbanken heraus. "Facebook kann Libra-Dienste in seine digitalen Plattformen integrieren und von starken Netzwerkeffekten profitieren", hieß es in einer Studie der Deutschen Bank. Nach Einschätzung der Bank-Experten dürfte der Libra in Europa auf "einen wettbewerbsintensiven, aber fragmentierten Markt für digitale Zahlungen stoßen".

In den vergangenen Monaten hatten Meldungen über die geplante Einführung von Libra immer wieder Spekulationen auf Digitalwährungen befeuert und auch den Kurs des Bitcoin zeitweise stark nach oben getrieben. Anleger hofften, dass sich Kryptowährungen durch die Einführung des Libra auch in der klassischen Finanzwelt weiter etablieren würden. Durch die mögliche Untersuchung der EU sind Anleger nun auch wieder beim Bitcoin vorsichtiger geworden.


manager magazin und Mynd erklären: So funktionieren Kryptowährungen


Experten raten immer wieder zur Vorsicht bei Investitionen in Digitalwährungen und verweisen auf extrem starke Kursschwankungen. Ende Juni war der Bitcoin-Kurs noch auf knapp 14.000 Dollar gestiegen und hatte Ende Juli Regionen in der Nähe von 9000 Dollar erreicht.

mg/dpa-afx

© manager magazin 2019
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung