Kryptowährungen Starkes Bitcoin-Comeback alarmiert Bankenverband

Mehr als 13.000 Dollar verlor der Bitcoin binnen Kürze. Nach dem Absturz meldet sich die Kryptowährung jetzt umso stärker zurück. Der Bankenverband ist alarmiert und verlangt eine scharfe Regulierung.
Schwankt erneut stark: Nach seinem Absturz zu Wochenbeginn notiert der Bitcoin am Mittwoch wieder über 51.000 Dollar

Schwankt erneut stark: Nach seinem Absturz zu Wochenbeginn notiert der Bitcoin am Mittwoch wieder über 51.000 Dollar

Foto: Rick Bowmer/ AP/dpa

Der Markt für Kryptowährungen hat sich zur Wochenmitte von seinem Kurseinbruch am Vortag erholt. Der Bitcoin als älteste und größte Digitalwährung stieg am Mittwochvormittag auf der Handelsplattform Bitstamp  gegenüber Dienstag in der Spitze um mehr als 8 Prozent auf zwischenzeitlich 51.326 US-Dollar. Auch andere Digitalwerte wie Ether, XRP und Litecoin erholten sich, zum Teil sogar deutlicher als Bitcoin. Der Marktwert aller rund 8500 Kryptoanlagen stabilisierte sich bei 1,5 Billionen Dollar.

In den vergangenen Tagen hatte der Markt für Digitalwährungen abermals eine heftige Berg- und Talfahrt hingelegt. Am Wochenende waren die Kurse zunächst stark gestiegen, der Bitcoin hatte sogar ein Rekordhoch bei etwas mehr als 58.000 Dollar markiert. Mit Beginn der neuen Woche brachen die Kurse jedoch ein, der Bitcoin fiel am Dienstag bis auf 45.000 Dollar. In der Folge sank der Marktwert aller verfügbaren Bitcoins von einem Rekordwert von mehr als einer Billion Dollar am Wochenende auf 850 Milliarden Dollar am Dienstag. Am Mittwoch lag er 100 Milliarden Dollar höher.

Dem Ruf von Bitcoin und Co. dürften derart drastische Kursschwankungen nicht zuträglich sein. Dabei hatten Kryptoanhänger gehofft, dass die Reputation von Digitalanlagen von dem steigenden Interesse seitens Unternehmen und Investoren profitieren könne. Vor allem der Elektroautohersteller Tesla und sein schillernder Chef Elon Musk haben zuletzt immer wieder für positive Schlagzeilen und Kursauftrieb gesorgt.

Bankenverband fordert mehr Regulierung, andere warnen davor

Der Bundesverband deutscher Banken jedoch stimmt in den Chor jener ein, die eine striktere Regulierung von Digitalwährungen fordern. "Zum einen, um nicht weiterhin Spekulationsobjekte mit großen Risiken für Anleger zu sein und zum anderen, weil Währungen nicht in private Hände, sondern unter staatliche Kontrolle gehören", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes, Andreas Krautscheid (60), den Zeitungen der "Funke Mediengruppe". "Große internationale Plattformen dringen immer mehr in Bereiche wie den Zahlungsverkehr vor und nutzen dort ihre enorme Datenmacht aus", führte der Bankenverbands-Chef aus. Daher sei es überfällig, eine europäische Regulierung zu erwirken, die einen fairen Wettbewerb und Datenschutz sicherstelle.

Vor zu viel Regulierung warnt das Centrum für Europäische Politik (CEP). "Die EU will sehr viel Spielraum, um politisch unerwünschte Stablecoin-Projekte abzulehnen. Aus unserer Sicht zu viel. Die EU sollte nicht vor lauter Furcht überreagieren. Hier muss nachgesteuert werden, da sonst die Innovationskraft des Sektors Schaden nehmen könnte", sagte CEP-Finanzmarktexperte Philipp Eckhardt der Funke-Gruppe. Stablecoins - Kryptowährungen die an reale Währungen wie den Dollar oder den Euro gekoppelt sind - böten insbesondere in Entwicklungsländern Chancen.

rei/dpa-afx/Reuters