Kurssturz Bitcoin bricht ein, Nasdaq rutscht ab

Corona-Sorgen, Inflation und die drohende Pleite von Evergrande schütteln nicht nur die Aktienmärkte durch. An den Kryptomärkten brechen Bitcoin und Co ein. Die wichtigste Kryptowährung der Welt verliert rund 20 Prozent an Wert. Anleger fliehen.
Bitcoin: Die Kryptowährung stürzt um rund 20 Prozent

Bitcoin: Die Kryptowährung stürzt um rund 20 Prozent

Foto: DADO RUVIC/ REUTERS

Kurssturz an den Kryptobörsen: Ein Ausverkauf bei den Kryptowährungen Bitcoin und Ether hat in der Nacht auf Samstag auch die kleineren Kryptowährungen auf Talfahrt geschickt. Anleger scheuen angesichts der weltweiten Verbreitung der Corona-Mutation Omikron, einer drohenden Pleite des Immobilienriesen Evergrande in China sowie angesichts einer hohen Inflation das Risiko und bringen Geld in Sicherheit. Sie verkauften Aktien wie auch Krypto-Assets im großen Stil. Die weltweit wichtigste Kryptowährung Bitcoin stürzte in der Nacht auf Samstag um rund 20 Prozent ab und fiel auf 47.500 US-Dollar. Das ist das tiefste Niveau seit Ende September.

Vor vier Wochen hatte Bitcoin noch bei 68.000 US-Dollar notiert. Seitdem hat die Cyberdevise rund 30 Prozent an Wert verloren.

Bitcoin

Auch die Kryptowährung Ethereum konnte sich der Verkaufswelle nicht entziehen. Sie brach zeitweise um 15 Prozent ein und fiel auf 3600 US-Dollar. Die Angst vor einem weiteren Kursrutsch an den weltweiten Börsen führt dazu, dass auch Krypto-Investoren Geld in Sicherheit bringen und Gewinne sichern: Anfang des Jahres hatte Bitcoin noch rund 32.000 US-Dollar gekostet und sich bis zu seinem Rekordhoch Anfang November mehr als verdoppelt.

Auch Aktienmärkte unter Druck

Auch die weltweiten Aktienmärkte hatten am Freitag Schwäche gezeigt, insbesondere die hoch bewerteten US-Tech-Werte. Zur Verkaufswelle trug bei, dass der chinesische Immobilienriese Evergrande am Freitag Nachmittag vor einer möglichen Zahlungsunfähigkeit warnte.

Der Index der Technologiebörse Nasdaq 100 brach am Freitag zeitweise um rund 3 Prozent ein und schloss dann knapp 2 Prozent schwächer bei 15.712 Punkten. Anleger trennten sich von großen Tech-Werten wie Tesla, Nvidia, Microsoft und Apple, die jeweils zwischen 4 und 6 Prozent nachgaben.

Nasdaq

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte konnte dagegen seine Verluste in den letzten Handelsminuten begrenzen und schloss nur minimal tiefer.

Didi zieht sich zurück von der US-Börse

Der geplante Rückzug von der Wall Street setzte den Aktien von Didi zu. Die Papiere des chinesischen Fahrdienstvermittlers brachen in New York um bis zu 16,7 Prozent auf ein Rekordtief von 6,50 Dollar ein. Auch Aktien anderer chinesischer Konzerne wie Alibaba, JD.com und Vipshop gaben deutlich nach. Uber-Konkurrent Didi hatte seinen US-Börsengang trotz der Aufforderung seitens der chinesischen Regierung, die Pläne zu verschieben, vor fünf Monaten durchgezogen und steht seither im Visier der Aufsichtsbehörden in der Volksrepublik.

Gold und Staatsanleihen gefragt

Der Dollar ging auf Berg- und Talfahrt, der Euro pendelte sich nach einem zwischenzeitlichen Anstieg wieder bei knapp unter 1,13 Dollar ein. Staatsanleihen waren als sicherer Hafen gefragt. Die Rendite der zehnjährigen US-Papiere fiel im Zuge dessen auf 1,387 Prozent. Damit lag sie erstmals seit September wieder unter der Marke von 1,4 Prozent. Auch der Goldpreis zog an, die Feinunze verteuerte sich um ein halbes Prozent auf 1777 Dollar.

Dax nur noch knapp über 15.000 Punkten

Kursverluste auch in Deutschland: Der Erholungsversuch des Dax  am Freitag ist erst einmal gescheitert: Der deutsche Leitindex  gab seine anfänglichen Gewinne wieder ab und baute seine Verluste im späten Handel aus. Zuletzt fiel der Dax unter die Marke von 15.200 Zählern - damit ist auch die runde Marke von 15.000 Punkte in Gefahr. Der MDax der mittelgroßen Unternehmen gab ebenfalls nach, ebenso wie der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50.

Dax

Die Experten der Landesbank Helaba sehen die Gefahr für den Dax noch nicht gebannt. Weiter im Fokus steht für sie der Kampf um die charttechnisch wichtige 200-Tage-Linie - zuletzt notierte der Index klar darunter.

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Ölpreise legen zu

Die Ölpreise zogen kräftig an, obwohl die großen Exportländer nicht wie erhofft mit ihrer monatlichen Ausweitung der Produktionskapazitäten pausieren. Die Sorte BrentLCOc1 aus der Nordsee verteuerte sich um mehr als 2,5 Prozent auf 71,40 Dollar je Barrel (159 Liter). An den Aktienmärkten gehörte der Öl- und Gassektor zu den größten Gewinnern. Die Papiere von Chevron gewannen 1,4 Prozent.

Brent

In den ersten Handelstagen im Dezember zeigten sich am Ölmarkt starke Preisschwankungen im Zusammenhang mit einem Treffen des Ölverbunds Opec+. Die von Saudi-Arabien und Russland angeführte Allianz von Ölstaaten hat zwar beschlossen, trotz globaler Sorgen um Omikron an ihrer geplanten Produktionserhöhung festzuhalten. Die Minister der Opec+ versicherten aber, dass sie die globale Corona-Entwicklung genau im Blick behalten "und falls nötig schnelle Anpassungen vornehmen werden".

Am Markt wurde der aktuelle Anstieg der Ölpreise mit der Versicherung der Opec+ erklärt, falls notwendig, auf eine Zuspitzung der Corona-Krise zu reagieren. Ende November hatte das Auftauchen der als besorgniserregend eingestuften Variante eine rasante Talfahrt der Ölpreise ausgelöst.

Mit Nachrichtenagenturen
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