Turbulenzen der Kryptowährung Bitcoin ringt um 30.000-Dollar-Marke

Der Bitcoin stürzt am Dienstag zeitweise unter die runde Marke von 30.000 US-Dollar, dann geht es wieder aufwärts. An der Wall Street geraten Firmen, die sich mit Kryptowährungen befassen, unter Druck.
Bitcoin in Schieflage: Die weltweit größte Kryptowährung stürzt auf ein 6-Monats-Tief

Bitcoin in Schieflage: Die weltweit größte Kryptowährung stürzt auf ein 6-Monats-Tief

Foto: Cristobal Herrera-Ulashkevich / epa

Nach dem starken Wochenbeginn kam der Dax  am Dienstag zunächst kaum von der Stelle. Zum Handelsschluss erreichte der deutsche Leitindex jedoch ein leichtes Plus von 0,2 Prozent und notierte zuletzt bei 15.636 Punkten. Der MDax  notierte kaum verändert bei 34.234 Punkten und blieb damit nahe Rekordniveau. Am Vortag war der Dax zunächst bis auf 15.309 Punkte gefallen und befand sich damit kurzzeitig unter der 50-Tage-Linie. Dann jedoch folgte ein Rebound - im Gegensatz zum Geschehen an den Kryptomärkten.

Dax

Bitcoin stürzt unter 30.000 US-Dollar - und kämpft sich wieder zurück

Ganz anders als an den Aktienmärkten bleibt der Verkaufsdruck an den Kryptomärkten hoch. Der Kurs der Kryptowährung Bitcoin fiel am Dienstag auf der Luxemburger Handelsplattform Bitstamp zeitweise bis auf 29.200 US-Dollar. Sollte die psychologisch wichtige runde Marke von 30.000 US-Dollar nachhaltig unterschritten werden, drohen Anschlussverkäufe. Mitte April hatte Bitcoin noch bei rund 65.000 US-Dollar notiert und hat sich seitdem mehr als halbiert.

Später machte der Bitcoin die Verluste größtenteils wieder wett. Zuletzt lag die Währung auf der Handelsplattform Bitstamp bei 32.356 US-Dollar - in etwa das Niveau, auf der der Bitcoin zu Anfang des Jahres lag.

Anlass für die erneute Nervosität im Kryptomarkt: Die chinesischen Behörden verschärften ihren Kurs gegen die Cyberdevise und ordneten am Wochenende die Schließung weiterer Serverfarmen, die für die Verschlüsselung und Validierung von Transaktionen genutzt werden, an. Zudem forderte Chinas Zentralbank unter anderem die China Construction Bank und den Bezahldienst Alipay auf, härter gegen den Handel mit Kryptowährungen vorzugehen. Dazu müssten Kundenkonten überprüft und entsprechende Zahlungskanäle gekappt werden. Bitcoin pendelt seit Mitte Mai unter teils starken Ausschlägen zwischen 30.000 Dollar und 40.000 Dollar, nachdem er im April bis auf fast 65.000 Dollar gestiegen war. Trotz der jüngsten Korrektur liegt er noch deutlich über dem Niveau von Mitte 2020, als der Kurs bei rund 10.000 Dollar lag.

Bitcoin

US-Börsen: Krypto-Firmen geraten stark unter Druck

In Erwartung weiterer Hinweise zur US-Geldpolitik schalten Wall Street-Anleger einen Gang zurück. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 kamen zur Eröffnung am Dienstag kaum vom Fleck, blieben aber in Schlagdistanz zu ihren jüngsten Rekordhochs. US-Notenbankchef Jerome Powell werde bei seiner Anhörung vor dem Kongress erneut hervorheben, dass der aktuelle Preisdruck vorübergehend ist, sagte Tony Minopoli, Chef-Anleger des Vermögensberaters Knights of Columbus. Laut vorab veröffentlichten Auszügen seiner Rede weist Powell darüber hinaus darauf hin, dass sich die Wirtschaft zwar kräftig erhole, die Risiken durch die Coronavirus-Pandemie aber noch nicht gebannt seien.

Zu den Verlierern am US-Aktienmarkt zählten Werte aus dem Kryptowährungssektor und Unternehmen, die sich mit der Bitcoin & Co zugrundeliegenden Blockchain-Technologie befassen. Sie litten unter dem Rutsch des Bitcoin-Kurses unter die psychologisch wichtige Marke von 30.000 Dollar. So fielen die Papiere von Coinbase, Riot, Marathon, Overstock und Silvergate um bis zu zehn Prozent.

Nasdaq

"Dax, Dow und Aktien auf einen Blick: Hier geht es zur Börsenseite "

Ölpreise markieren Mehrjahreshochs

Die Ölpreise haben am Dienstag weiter zugelegt und erneut mehrjährige Höchststände markiert. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete erstmals seit gut zwei Jahren wieder mehr als 75 US-Dollar, ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg auf mehr als 73 Dollar und kostete damit so viel wie zuletzt im Oktober 2018.

Am Morgen notierte der Brent-Preis auf 75,06 Dollar. Das waren 16 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass WTI fiel hingegen zuletzt leicht auf 73,56 Dollar. Gestützt werden die Ölpreise vor allem von der Aussicht auf eine weiter anziehende Nachfrage in großen Verbrauchsländern wie den USA oder China. Dort hat sich die Corona-Lage deutlich entspannt, was zu einem höheren Konsum an Rohöl, Benzin und Diesel führen dürfte. Zuletzt kam die insgesamt gute Aktienmarktstimmung hinzu, die riskanteren Anlageklassen wie Erdöl Auftrieb verlieh. Als Risiko gelten die kursierenden Corona-Varianten, die zu einer abermaligen Verschärfung der Pandemie-Situation führen könnten.

Brent

Börsen in Asien leicht erholt

Die asiatischen Märkte haben sich am Dienstag von ihrem Vier-Wochen-Tief erholt. Der Fokus der Anleger verlagerte sich weg von den Sorgen um einen frühzeitigen Anstieg der US-Zinsen hin zum Wirtschaftswachstum nach der Pandemie. "Die künftige Marktrichtung wird davon abhängen, wie weit der Konjunkturhöhepunkt noch entfernt ist und wie viel von dem vorübergehenden Aufschwung bei Wachstum und Inflation tatsächlich beständig ist", sagte Amundi Asset Management in seinem Anlageausblick für die zweite Jahreshälfte. "Derzeit mehren sich die Anzeichen, dass die Unternehmen den Preisdruck weitergeben und dass die Verbraucher weiterhin kaufen, während die Wirtschaft wieder voll in Gang kommt."

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 2,9 Prozent höher bei 28.822 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 2,9 Prozent und lag bei 1954 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 0,8 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 0,6 Prozent.

Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar 0,1 Prozent auf 110,39 Yen und gab 0,1 Prozent auf 6,4620 Yuan nach. Zur Schweizer Währung notierte er 0,2 Prozent höher bei 0,9192 Franken. Parallel dazu fiel der Euro um 0,1 Prozent auf 1,1908 Dollar und zog um 0,1 Prozent auf 1,0947 Franken an. Das Pfund Sterling verlor 0,1 Prozent auf 1,3914 Dollar.

mit Nachrichtenagenturen
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