Kryptowährung schwankt stark Bitcoin mit neuem Kursrutsch

Die Hürde von 60.000 Dollar hat der Bitcoin am Wochenende erstmals genommen. Nach dem Höhenflug gibt die Kryptowährung zu Wochenbeginn wieder deutlich nach - Anleger nehmen Gewinne mit.
Starke Schwankungen: Nach dem Rekordhoch von rund 61.000 US-Dollar gibt Bitcoin am Montag wieder deutlich nach

Starke Schwankungen: Nach dem Rekordhoch von rund 61.000 US-Dollar gibt Bitcoin am Montag wieder deutlich nach

Foto: Dado Ruvic / REUTERS

Gewinnmitnahmen nach dem Rekordhoch: Die Kryptowährung Bitcoin hat am Montag zeitweise um knapp 10 Prozent nachgegeben und ist wieder unter die Marke von 56.000 US-Dollar gerutscht. Am Samstag hatte Bitcoin erstmals die Marke von 60.000 US-Dollar überwunden und hatte am Sonntagabend auf der Handelsplattform Bitstamp  sogar mit 61.700 Dollar ein neues Rekordhoch markiert. Daraufhin setzten Gewinnmitnahmen ein, Bitcoin verlor binnen weniger Stunden knapp 6000 US-Dollar an Wert und fiel bis Montagmittag wieder unter die Marke von 56.000 US-Dollar. Investoren machen Kasse, hieß es am Markt: Auch nach dem Überwinden der runden Marke von 50.000 US-Dollar war Bitcoin vor einigen Wochen um rund 20 Prozent abgestürzt, um dann seine Rekordjagd wieder fortzusetzen.

Bitcoin

Der jüngste Kursanstieg ist nach Einschätzung von Experten wie Marktanalyst Timo Emden unter anderem auf das 1,9 Billionen schwere Konjunkturprogramm in den Vereinigten Staaten zurückzuführen. Dadurch seien die Inflationssorgen und die damit verbundene Suche nach alternativen Anlageoptionen befeuert worden. Neben der Fiskalpolitik sorgten auch die Notenbanken mit ihren Maßnahmen gegen die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie für Unterstützung.

Zudem sorgten Spekulationen auf die Zulassung von börsengehandelten Fonds in den USA für Fantasie. "Für die Branche wäre eine Zulassung der zuständigen Aufsichtsbehörden ein Signal mit Folgewirkungen. Mittlerweile fragen sich die Börsenbetreiber nicht mehr, ob ein spezifischer Fonds zugelassen wird, sondern lediglich zu welchem Zeitpunkt", schrieb Emden in einer Studie am Samstag. Dadurch könnte die Akzeptanz unter Privatanlegern deutlich steigen.

Der Bitcoin befindet sich seit Wochen und Monaten im Höhenflug, der sich zuletzt noch einmal beschleunigte. So hatte der Bitcoin an Weihnachten noch rund 25.000 Dollar gekostet. Im Spätsommer 2020 lag der Kurs noch bei rund 10.000 Dollar. Im Februar hatte die Marktkapitalisierung des Bitcoins dann die Billionenschwelle geknackt, damit ist die Digitalwährung mit Abstand die größte.

Kritik von Notenbankern - Unterstützung von Unternehmen

Derart drastische Kurssteigerungen hat derzeit so gut wie keine andere Anlageform zu bieten. Kritiker warnen jedoch vor Übertreibungen und einer Blase, da derart extreme Kursanstiege selten nachhaltig seien. Auch vielen Notenbankern ist der Bitcoin inzwischen ein Dorn im Auge. Manche Beobachter sprechen schon vom Kampf der Geldsysteme.

Erst Anfang des Jahres hatten die ehemalige Chefin der US-Notenbank Fed - die neue US-Finanzministerin Janet Yellen (74) - und die Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB), Christine Lagarde (65), sich zum Bitcoin kritisch geäußert. Aber auch Regierungen beäugen Digitalwährungen kritisch, da ihnen auch der Einsatz für kriminelle Zwecke nachgesagt wird.

Rückenwind lieferte dem Bitcoin bei seinem steilen Anstieg in den letzten Monaten neben reinem spekulativen Interesse auch die zunehmende Akzeptanz durch namhafte Unternehmen. So hatte zunächst der Bezahldienstleister Paypal angekündigt, seinen US-Kunden den Handel mit und die Bezahlung in Bitcoin zu ermöglichen. Auch Mastercard hatte der Kryptowährung seine Unterstützung zugesichert. Die Akzeptanz der Digitalwährungen steigt somit immer weiter, ebenso wie die Hoffnung der Investoren, dass weitere Unternehmen folgen.

Angetrieben wurde der Kurs zuletzt unter anderem vom Elektrobauer Tesla und dessen Chef Elon Musk (49). Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben einen Milliardenbetrag in Bitcoin investiert und beabsichtigt, die Digitalwährung künftig als Zahlungsmittel zu akzeptieren. Zudem befeuert Musk den Bitcoin mit seinen ständigen Tweets zu dem Thema.

mg/dpa-afx
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