Kryptowährung springt auf Rekordhoch Warum Tesla-Chef Elon Musk 1,5 Milliarden Dollar in Bitcoin investiert

Tesla hat 1,5 Milliarden Dollar in Bitcoin investiert und will die Währung künftig auch als Zahlungsmittel akzeptieren. Ihr Wert steigt prompt auf ein Rekordhoch – und wirft ein neues Licht auf Elon Musk. Mit seinen zahlreichen Bitcoin-Tweets pusht er die eigenen Investments.
Elon Musk: Der Tesla-Chef investiert im großen Stil in Bitcoin - und heizt die Kursrallye mit zahlreichen Tweets an

Elon Musk: Der Tesla-Chef investiert im großen Stil in Bitcoin - und heizt die Kursrallye mit zahlreichen Tweets an

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ALEXANDER BECHER/EPA-EFE/Shutterstock

Tesla-Chef Elon Musk (49) sorgt für einen neuen Schub beim Bitcoin: Die Kryptowährung sprang am Montag zeitweise über die Makre von 44.000 US-Dollar und damit auf ein Rekordhoch. Der Grund: Der US-Elektroautobauer Tesla gab am Montag in seinem bei der US-Börsenaufsicht veröffentlichten Geschäftsbericht für 2020  bekannt, dass das Unternehmen seit Januar dieses Jahres 1,5 Milliarden Dollar in Bitcoin investiert habe. Zudem wolle Tesla bald auch Bitcoin als Zahlungsmittel akzeptieren. Zur Begründung für das Investment hieß es, Tesla wolle seine Cash-Reserven breit diversifizieren und so profitabel wie möglich einsetzen. Das Unternehmen habe daher im Januar 2021 seine Investmentstrategie angepasst. "Wir gehen davon aus, dass wir in naher Zukunft Bitcoin als Zahlungsmittel für unsere Produkte akzeptieren werden, vorbehaltlich geltender Gesetze und zunächst auf begrenzter Basis", heißt es in dem SEC-Dokument.

Das wirft auch ein neues Licht auf die Aktivitäten von Tesla-Chef Musk. In zahlreichen Tweets hatte er in den vergangenen Wochen Kryptowährungen wie Bitcoin, Ethereum oder Dogecoin empfohlen und gepusht. Vor rund zehn Tagen hatte Musk sogar in seiner Twitter-Bio den Begriff "#Bitcoin" mit aufgenommen und direkt neben einer Abbildung einer SpaceX-Rakete platziert. Der Bitcoin-Kurs war daraufhin binnen Minuten deutlich gestiegen.

Teslas Mission lautet Umstieg auf Elektromobilität - und auf Kryptowährungen?

Musk spielt damit in einer Doppelrolle sowohl als Bitcoin-Investor als auch als "Market Mover", da seine regelmäßigen Tweets bei seinen 46 Millionen Followern auf großes Interesse stoßen. Bereits vor mehreren Wochen hatte Michael Saylor (56), Chef von MicroStrategy und einer der großen Bitcoin-Investoren an der Wall Street, Musk dazu geraten, dass der Tesla-Chef einen Teil des Tesla-Kapitals in Bitcoin umschichten solle, um von dem Hype zu profitieren. Dies hat Musk nun getan.

In seinem Jahresbericht für die SEC hat Tesla als "Mission" des Unternehmens angegeben, den Umstieg der Menschen auf Elektromobilität und die Nutzung von nachhaltigen Energien zu beschleunigen. Setzt Musk seine Bitcoin-Investments konsequent fort, könnte als weitere Mission von Tesla auch der Umstieg der Menschheit von herkömmlichen Zahlungsmitteln auf Kryptowährungen hinzukommen.

Laut Bloomberg haben auch andere Unternehmen in Bitcoin investiert. So hatte MicroStrategy rund 1,1 Milliarden Dollar in die Kryptowährung gesteckt - dessen Chef wiederum hatte Musk ein Investment in Bitcoin wärmstens empfohlen. Im Oktober gab Square Inc. unter der Leitung des langjährigen Krypto-Fans Jack Dorsey (44) bekannt, dass es etwa 50 Millionen Dollar seines Gesamtvermögens bis zum zweiten Quartal 2020 in Token umgewandelt habe.

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Tesla hat reichlich Cash-Reserven zum Zocken - nicht nur für Bitcoin

Geld zum Bitcoin-Zocken haben Musk und Tesla offenbar genug. Tesla meldete für das abgelaufene Jahr einen Umsatz von 31,5 Milliarden Dollar und einen Gewinn von 721 Millionen Dollar. Das Jahr 2020 beendete Tesla mit Cash-Reserven von rund 19,4 Milliarden Dollar, 13 Milliarden Dollar mehr als 2019.

Um die operativ nicht benötigten Geldberge sinnvoll anzulegen, hat Tesla im Januar seine Investmentstrategie umgestellt. Der Autobauer habe sich vom Verwaltungsrat die Erlaubnis eingeholt, einen Teil der Cash-Reserven für Investments in verschiedenen Bereichen zu nutzen: Zu den möglichen Investments gehören nicht nur Kryptowährungen wie Bitcoin, sondern auch Goldbarren, Gold-ETF und andere "Reserve-Assets". Man halte sich die Möglichkeit offen, die Positionen in Digitalwährungen oder anderen Assets bei Gelegenheit aufzustocken.

Der Kurs des Bitcoin reagierte auf die Meldungen umgehend. Auf der Luxemburger Handelsplattform Bitstamp  notierte Bitcoin am Montag Nachmittag zeitweise bei 44.200 US-Dollar. Das ist das höchste Niveau seit Bestehen der Kryptowährung. Seit Jahresbeginn sind die Kursschwankungen vor allem an den Wochenenden hoch, da an vielen Kryptowährungs-Börsen durchgehend gehandelt wird.

Musk wirbt vor allem über den bei ihm beliebten Dienst Twitter immer wieder für einzelne Aktien oder Kryptowährungen. In den vergangenen Tagen trommelte er via Twitter noch für eine andere Kryptowährung. Der Wert des so genannten Dogecoin war in der Folge am Freitag um bis zu 50 Prozent in die Höhe getrieben. Musks Tweets über bestimmte Währungen und Firmen - inklusive Gamestop - haben deren Preise in den vergangenen Wochen stark steigen lassen. Am Montag setzte Dogecoin seine Klettertour fort und erreichte ebenfalls ein Rekordhoch. Ob diese Werbung der Kryptowährung einen nachhaltigen Kursschub beschere oder nur ein Strohfeuer auslöse, sei unklar, sagte Analyst Timo Emden von Emden Research.

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Seit Jahren gilt Musk in der Szene der privaten Aktien-Zocker als eine der wichtigsten Stimmen. So etwa im Reddit-Forum Wallstreetbets, das zuletzt mit dem Hype um die Gamestop-Aktien für Furore gesorgt hatte. Musk Tweets und Worte "werden in der Community aufgenommen, als würde Gott zu Moses sprechen", sagte ein Insider kürzlich dem manager magazin.  Musk hatte sich mehrfach schon bewusst mit dem Forum verknüpft. Vor dem Run auf die Gamestop-Aktie war jahrelang $TSLA, also die Tesla-Aktie, ein Herzensprojekt der Smartphone-Anleger. Posts über Bitcoin oder andere Kryptowährungen sind im Forum selbst allerdings verpönt.

Starke Kursausschläge vor allem an Wochenenden

Bemerkenswert ist auch, dass Bitcoin die größten Kursausschläge in jüngster Zeit vor allem über die Wochenenden verzeichnet. Während des ersten Wochenendes nach Weihnachten sowie an den ersten beiden Wochenenen des Jahres 2021 hatte Bitcoin jeweils noch zweistellig zugelegt - um nun, wiederum in der Nacht von Sonntag auf Montag, um mehr als 10 Prozent nachzugeben. Zugleich ist das Handelsvolumen an den Wochenenden auch deutlich größer als werktags, wie Analysen des Dienstes CryptoCompare zeigen. Wer bei Bitcoin mitspekulieren will, muss dies künftig wohl an 7 Tagen in der Woche tun - zu stark sind die Aktivitäten professioneller Händler an den Wochenenden.

Boom des Bitcoin birgt Risiken

Der Bitcoin erlebt bereits seit Monaten einen Preisboom. Beflügelt wird er auch dadurch, dass sich immer mehr professionelle Anleger für Kryptowährungen interessieren. Das Interesse von Profi-Anlegern gilt häufig als längerfristig, was den sehr schwankungsanfälligen Bitcoin-Kurs verstetigen könnte. Gesteigert wird das Interesse an Digitalwährungen auch durch die Corona-Pandemie und die mit ihr einhergehende stark steigende Staatsverschuldung. Einige Anleger fürchten deswegen eine mittel- bis längerfristig steigende Inflation, wogegen sie sich mit alternativen Anlagen absichern wollen. Allerdings ist die Investments auch mit hohen Risiken verbunden.

Dessen ist sich auch Tesla bewusst. Im SEC-Dokument wird das Bitcoin-Investment – genau wie die Abhängigkeit vom CEO Elon Musk – als eines der zentralen Risiken für den Unternehmenserfolg genannt. Der Kurs sei "hochgradig volatil", stellt das Unternehmen fest. Und ob ihr Wert von Investoren, Kunden und anderen Unternehmen langfristig anerkannt werde, sei "unvorhersagbar".

la/lhy/mmo
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