Dienstag, 16. Juli 2019

Kryptowährung mit extremen Kursschwankungen Bitcoin fällt um 3000 Dollar - und setzt zur Erholung an

Bitcoin: Die Kryptowährung fiel zeitweise unter 11.000 Dollar - und damit um 3000 Dollar binnen 24 Stunden

Der Bitcoin bleibt sich und seinen extremen Kursschwankungen treu: Nachdem der Bitcoin am späten Mittwochabend seinen Höhenflug zunächst fortgesetzt hatte und bis knapp unter die Marke von 14.000 Dollar gestiegen war, gab er in den folgenden 24 Stunden um bis zu 3000 Dollar nach.

Das digitale Zahlungsmittel fiel auf der Plattform Bitstamp am Donnerstag Abend unter die Marke von 11.000 Dollar, nachdem die Cyberwährung zuvor noch ein 18-Monats-Hoch von knapp 14.000 Dollar erreicht hatte. Am Donnerstag Abend notierte die Digitalwährung rund 16 Prozent tiefer auf 10.836 Dollar, bevor am Freitag wieder eine leichte Erholung einsetzte. Zuletzt schwankte der Bitcoin wieder um die Marke von 11.500 US-Dollar.

Experten zufolge hatten die Pläne von Facebook zur Einführung eines eigenen Digital-Geldes in den vergangenen Tagen das Interesse an Kryptowährungen wieder aufflammen lassen. Außerdem drängten institutionelle Investoren verstärkt in den Markt. Einige Analysten warnten aber vor einer neuen Spekulationsblase, die jederzeit platzen könne. Extreme Kursausschläge sind bei Bitcoin keine Seltenheit, da hinter der Cyber-Devise kein Staat oder keine Notenbank stehen, die bei Bedarf eingreifen.

Höhenflug seit Januar - Libra stützt

In den vergangenen Wochen war der Bitcoin-Kurs stark und gestiegen. Seit Jahresbeginn belaufen sich die Kursgewinne auf rund 250 Prozent. Das erinnert an den massiven Höhenflug aus dem Jahr 2017, dem jedoch ein heftiger Absturz im Jahr darauf folgte.

Zuletzt profitierten der Bitcoin und andere Kryptowährungen vor allem durch die Ankündigung von Facebook und weiteren Unternehmen, eine globale Digitalwährung namens Libra schaffen zu wollen. Darüber hinaus nennen Marktbeobachter weitere Gründe für den Höhenflug, darunter die Aussicht auf eine lockerere Geldpolitik großer Notenbanken. Das Argument lautet, ähnlich wie beim Goldpreis, dass zinslose Anlagen bei fallenden Zinsen attraktiver würden.

Die Tatsache, dass Fed-Chef Jerome Powell erklärte, man werde die Entwicklung des Libra genau im Auge behalten, hatte die Kursrally des Bitcoin sogar noch beflügelt. noch an. Die Bedenken der Notenbanken werden derzeit eher als Indiz dafür gesehen, dass Kryptowährungen mittelfristig das Zeug haben, das Finanz- und Bezahlsystem grundlegend zu verändern.

"Investoren fiebern weiterhin 'Libra' entgegen und bleiben in Bezug auf eine erfolgreiche Lancierung der hauseigenen Kryptowährung Facebooks optimistisch, obwohl sich die Stimmen gegen die Pläne verschärft haben", sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. Führende Notenbanker fordern unterdessen eine stärkere Regulierung von Libra, Bitcoin & Co. Angesichts der Kursgewinne der ältesten und wichtigsten Cyber-Devise von mehr als 120 Prozent binnen sechs Wochen warnen Experten aber vor Kursrückschlägen. Genau das ist jetzt in der Nacht passiert.

Bitcoin und Libra: Geld ist leider dumm

Im Windschatten des Bitcoin-Höhenflugs hatten auch andere Kryptowährungen wie Ether oder Bitcoin Cash weiter zugelegt. Der Gesamtwert aller rund 2270 Kryptowährungen wurde zuletzt mit 350 Milliarden Dollar beziffert, ändert sich aber faktisch extrem schnell. "Das Mainstream-Interesse an Kryptowährungen ist derzeit riesig", so Emden. Die Situation erinnere ein wenig an den Sommer und Herbst 2017.

la/reuters

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