Börse Dax springt auf Rekordhoch, Elon Musk belastet Bitcoin

Der Dax erreicht zum Wochenschluss ein Rekordhoch. Der Dow Jones legt nach schwachen US-Jobdaten wieder zu. Die Kryptowährung Bitcoin sackt dagegen ab - und das hat erneut mit einem Tweet von Elon Musk zu tun.
Bitcoin-Beweger: Tesla-Chef Elon Musk hält die Kryptoszene mit seinen Tweets in Atem

Bitcoin-Beweger: Tesla-Chef Elon Musk hält die Kryptoszene mit seinen Tweets in Atem

Foto: Brendan Smialowski / AFP

Dax auf Rekordhoch: Mit Rückenwind der Wall Street hat der Dax  am Freitag einen weiteren Höchststand erreicht. Der deutsche Leitindex kletterte zuletzt um 0,5 Prozent auf 15.701 Punkte. Die US-Arbeitsmarktdaten waren hinter den Erwartungen zurückgeblieben, was die Inflationssorgen der Anleger linderte. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50  gewann ebenso wie der MDax 0,3 Prozent hinzu. In den USA fiel der Beschäftigungsaufbau im Mai schwächer als erwartet aus: Sorgen am Markt, die Geldpolitik der Notenbanken könnte bald weniger expansiv werden, nahmen daraufhin ab und trieben den Dax auf das höchste Niveau seiner Geschichte.

Dax

Dax, Dow und Aktien auf einen Blick: Hier geht es zur Börsenseite 

Schwächster Dax-Wert waren die Aktien des Triebwerkherstellers MTU mit minus 1,4 Prozent. Vorne gewannen die Papiere des Pharma- und Chemiekonzerns Merck KGaA 1,7 Prozent. Die Papiere des Antikörperspezialisten Morphosys erholten sich mit plus 3,6 Prozent an der MDax Spitze weiter von ihrem Kursrutsch vor zwei Tagen. Auto1 steigt zum 21. Juni aus dem Nebenwerteindex SDax in den MDax auf. Dies hatte die Deutsche Börse am Donnerstag Abend bekannt gegeben. Mit plus 2,1 Prozent stabilisierten sich die Aktien des Online-Gebrauchtwagenhändlers nun etwas. An den zwei vergangenen Tagen waren sie deutlich gefallen bis auf den tiefsten Stand seit dem Börsengang im Februar. Vor allem eine Aktien-Platzierung hatte den Kurs belastet. Anleger griffen außerdem bei Beiersdorf zu. Die Aktien klettern in der Spitze um 1,9 Prozent auf 101,15 Euro und sind damit so teuer wie seit knapp sieben Monaten nicht mehr.

Der Euro zog nach den Daten vom US-Arbeitsmarkt deutlich an und kostete 1,2162 US-Dollar. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagnachmittag auf 1,2187 Dollar festgesetzt. Am Rentenmarkt blieb die Umlaufrendite bei minus 0,25 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,09 Prozent auf 144,54 Punkte. Der Bund-Future legte um 0,12 Prozent auf 170,10 Punkte zu.

Bitcoin sackt wieder ab, Tweet von Elon Musk macht Krypto-Investoren nervös

Der Kurs des Bitcoin ist am Freitag wieder deutlich gefallen und notierte am Vormittag nur knapp über der Marke von 35.000 US-Dollar. Am Donnerstag hatte die weltweit wichtigste und bekannteste Digitalwährung noch einen Erholungsversuch gestartet und knapp 40.000 US-Dollar gekostet. Der Bitcoin war wie die meisten anderen Kryptowährungen im Mai stark unter Druck geraten. Mit Minus 35 Prozent fuhr die Cyberdevise im Mai ihren ersten Monatsverlust seit mehr als zwei Jahren ein. Auslöser der abermaligen Kursturbulenzen war ein kurzer Tweet von Tesla-Chef Elon Musk (49). Er besteht aus dem Hashtag "#Bitcoin", einem Symbol für die Kryptowährung und einem zerbrochenen Herzen. Angehängt ist ein Bild, in dem ein Paar über seine Trennung diskutiert. "Dass bereits solch ein Tweet solche Auswirkungen auf den Kurs hat, sagt viel über Bitcoin als Anlageziel aus", sagte ein Börsianer.

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Der Bitcoin-Kurs war Mitte Mai zeitweise auf 30 000 Dollar gefallen, nachdem er einen Monat zuvor noch fast 65 000 Dollar gekostet hatte. Experten führten den Absturz auf kritische Äußerungen der chinesischen Zentralbank zu Digitalanlagen zurück.

Bitcoin

US-Börsen: Schwache Jobdaten mildern Inflationsangst

An den US-Börsen ging es am Freitag nach den Arbeitsmarktdaten wieder leicht bergauf. Während der Dow Jones Industrial 0,3 Prozent im Plus notierte, lag der technologielastige Nasdaq-100-Index mit 0,6 Prozent im Plus. Außerhalb der Landwirtschaft wurden in den USA etwas weniger Stellen geschaffen als von Analysten erwartet. Dies schürte bei Investoren zunächst keine neuen Inflationssorgen und damit auch keine zusätzliche Angst, dass die US-Notenbank Fed bald bei ihrer extrem lockeren Geldpolitik gegensteuern muss. Laut der Helaba dürfte die Diskussion über eine straffere Geldpolitik keinen neuen Schub erhalten. Das Ergebnis enttäusche auch vor dem Hintergrund, dass der Bericht des privaten Dienstleisters ADP am Donnerstag auf eine deutlich größere Beschäftigung hingewiesen hatte. "Noch immer ist die Fed ein gutes Stück von der Zielerreichung entfernt und unmittelbare Straffungen der geldpolitischen Zügel wird es nicht geben", erklärten die Experten.

Nasdaq

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AMC und Facebook im Minus

Auf Unternehmensseite erregt AMC bei Anlegern weiter große Aufmerksamkeit. Die Aktie bleibt bei privaten US-Anlegern ein überaus beliebtes Spekulationsobjekt. Im frühen Handel knüpfte sie mit einem Abschlag von 5,4 Prozent an ihren Rücksetzer vom Vortag an, als die Kinokette den zuletzt vervielfachten Kurs erfolgreich genutzt hatte, um die eigene Kasse zu füllen. Mit einem knappen Minus zeigte sich die Facebook-Aktie kaum bewegt, obwohl die EU-Kommission eine förmliche Untersuchung gegen das soziale Netzwerk wegen des Verdachts auf Wettbewerbsverstöße beim Kleinanzeigendienst "Facebook Marketplace" startet.

Neue Spannungen zwischen China und USA bremsen Asiens Börsen

Die wichtigsten Aktienmärkte in Asien haben am Freitag erneut uneinheitlich tendiert. Dabei überwogen die Verlierer etwas. Allerdings waren die Veränderungen zum Vortag überschaubar. Auch auf Wochensicht zeigte sich eine seitwärts gerichtete Entwicklung. Vor den US-Arbeitsmarktdaten am Nachmittag herrschte Zurückhaltung.

Ohne großen Einfluss auf die Kursentwicklung blieben die Spannungen zwischen China und den USA. US-Präsident Joe Biden hatte das Vorgehen gegen chinesische Firmen mit angeblichen Verbindungen zum chinesischen Militär verschärft. Biden unterzeichnete eine Verfügung, wonach Amerikanern der Handel mit Wertpapieren von zunächst 59 chinesischen Firmen ab dem 2. August verboten wird. Die Liste habe im wesentlichen ein vorangegangenes Verzeichnis fortgeschrieben, begründeten die Marktstrategen der Deutschen Bank um Jim Reid die begrenzten Auswirkungen. Die Maßnahme baut auf einer Verfügung von Biden-Vorgänger Donald Trump vom November auf, in deren Folge mehr als 40 Firmen mit angeblichen Militär-Verbindungen auf die Schwarze Liste gesetzt wurden. In Tokio fiel der Leitindex Nikkei 225 um 0,40 Prozent auf 28 941,52 Punkte. Der CSI-300-Index , der die Aktien der 300 größten börsennotierten Unternehmen vom chinesischen Festland beinhaltet, stieg dagegen zuletzt um 0,11 Prozent auf 5261,01 Punkte. Der Hongkonger Hang Seng verlor im späten Geschäft 0,49 Prozent auf 28 825,04 Zähler.

Ölpreise steigen weiter - Brent auf Zweijahreshoch

Die Ölpreise sind am Freitag im frühen Handel leicht gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 71,40 US-Dollar. Das waren neun Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) legte um elf Cent auf 68,92 Dollar zu.

Am Donnerstag hatten die Rohölpreise mehrjährige Höchststände markiert, waren im Verlauf des Tages aber zurückgefallen. Für Belastung sorgte vor allem der auf breiter Front stärkere Dollar. Ein starker Dollar verteuert Rohstoffe, die international in der amerikanischen Devise gehandelt werden. Dies dämpft häufig die Nachfrage aus Ländern außerhalb des Dollarraums.

Für Unterstützung sorgt hingegen nach wie vor die entspanntere Corona-Lage in großen Verbrauchsländern wie den USA oder China. Auch in Europa hat sich die Lage in vielen Ländern entspannt. In einigen größeren asiatischen Ländern und in Südamerika ist die Virus-Situation hingegen wesentlich angespannter. Das sorgt auch am Ölmarkt für tendenzielle Belastung.

Brent

Die Ölpreise befinden sich seit einiger Zeit im Höhenflug, da die Nachfrage infolge der Wirtschaftserholung nach dem Corona-Schock wieder anzieht. Als jüngster Beleg können fallende Lagerbestände in den Vereinigten Staaten gelten. Die Industrievereinigung API berichtete am Mittwochabend von einem deutlichen Rückgang. An diesem Donnerstag stehen die wöchentlichen Zahlen der Regierung auf dem Programm.

mit Nachrichtenagenturen
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