Dienstag, 26. Mai 2020

Erholung nach Absturz Bitcoin klettert um 3000 Dollar binnen 12 Stunden

Bitcoin: Comeback nach Absturz
Sipa USA via AP
Bitcoin: Comeback nach Absturz

Der Bitcoin schwankt weiter stark. Nach dem Absturz auf bis zu 9000 Dollar am Vortag legte die Kryptowährung in der Nacht zum Donnerstag wieder um rund 3000 US-Dollar zu. Spekulanten wittern nach dem Absturz um rund 50 Prozent binnen drei Wochen eine Einstiegschance - obwohl Südkorea die Regulierung verschärft.

Zuletzt pendelte der Kurs des Bitcoin Börsen-Chart zeigen sogar wieder über der Marke von 12.000 Dollar, nachdem die Cyberwährung am Vortag zeitweise bis auf 9000 US-Dollar zurückgefallen war. Die Digitalwährung war auf der Handelsplattform Bitstamp damit zum ersten Mal seit dem 1. Dezember unter die wichtige Marke von 10.000 Dollar gerutscht. Seit dem Rekordhoch von knapp 20.000 Dollar kurz vor Weihnachten hat die Cyberwährung zeitweise rund 50 Prozent nachgegeben.

Doch nach dem Ausverkauf setzte ab Mittwoch Abend zunächst einmal ein Comeback ein: Der Bitcoin erholte sich binnen weniger Stunden um rund 3000 Dollar und baute seine Gewinne bis Donnerstag Mittag weiter aus. "Einige Bitcoin-Fans sehen bereits wieder die Chance zum Einstieg - doch auch auf diesem Niveau droht ein enormes Verlustrisiko", sagte ein Händler.

Südkorea will sämtliche lokale Handelsplattformen für Cybergeld schließen

Die Erholung ist bemerkenswert, zumal Südkorea und andere Länder die Regulierung des Bitcoin-Handels beschleunigen oder sogar ganz untersagen wollen: So erwägt Südkorea erwägt die Schließung sämtlicher lokaler Handelsplattformen für virtuelle Währungen. Dies sagte der Chef der Finanzdienstleistungskommission, Choi Jong Ku, am Donnerstag.

Geprüft werde aber auch, ob nur diejenigen Plätze geschlossen werden sollten, die gegen Gesetze verstoßen hätten. Er äußerte sich, nachdem die Kryptowährung Bitcoin massiv unter Druck geraten war. Vorausgegangen waren Berichte, wonach Südkorea den Handel mit Kryptowährungen verbieten könnte. Südkorea ist eine der Hochburgen der Spekulation mit Bitcoin.

Ein wesentlicher Grund für den Kurseinbruch Anfang der Woche waren Befürchtungen, dass der noch weitgehend unkontrollierte Handel mit Kryptowährungen reguliert werden könnte. Zuletzt waren derartige Regierungsvorhaben etwa in der Bitcoin-Hochburg Südkorea bekannt geworden. Das südkoreanische Nachrichtenportal Yonhap hatte berichtet , dass Finanzminister Kim Dong-yeon einem lokalen Radiosender gesagt hatte, dass die Regierung eine Reihe von Maßnahmen einleiten werde, um den "irrationalen" Crypto-Währungsinvestitionswahn einzudämmen. Bereits zuvor hatte das Justizministerium mitgeteilt, dass es einen Gesetzesentwurf vor bereite, der den Börsenhandel mit Bitcoin und Co. untersagt.

Die einstige Hochburg China hat bereits Schritte gegen Digitalwährungen ergriffen und erwägt offenbar, das Vorgehen zu verschärfen. Spekuliert wird über ein Verbot von Online-Diensten und Smartphone-Apps, über die auf ausländische Handelsplattformen zugegriffen werden kann. Außerdem gab es zuletzt Pressemeldungen, wonach die chinesische Regierung offenbar den hohen Stromverbrauchdurch das Schürfen von Kryptowährungen wie Bitcoin drosseln will. Der Bitcoin hat in Asien eine große Fangemeinde, weshalb die Kurse auf Nachrichten aus den Krypto-Hochburgen China und Südkorea besonders stark regieren.

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Hinzu kommen Befürchtungen, dass andere Länder es den Asiaten gleich tun könnten. Am Dienstag hatte Bundesbankvorstand Joachim Wuermeling gesagt, dass weitere Regulierungsschritte bei Digitalwährungen nur eine Frage der Zeit seien.

Der Bitcoin ist die bekannteste unter den mittlerweile rund 1400 Digitalwährungen. Er hatte im vergangenen Jahr eine heftige Rekordjagd hingelegt und verteuerte sich im Jahresverlauf von etwa 1000 auf fast 20.000 Dollar.

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Andere Digitalwährungen legten - prozentual betrachtet - teilweise noch stärker zu, etwa der Bitcoin-Konkurrent Ripple. Digitalwährungen sind hoch umstritten. Den einen gelten sie aufgrund fehlender staatlicher Kontrolle als Freiheitssymbol, den anderen wegen möglichen Missbrauchs wie krimineller Handlungen als Gefahr.

Inzwischen steigt auch das Interesse an den Bitcoin-Alternativen Bitcoin Cash sowie an der Kryptowährung Iota. Die Iota-Tokens haben es in die Top Ten der von Bitcoin angeführten Kryptowährungen geschafft.

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Die Europäische Union hat bereits im Dezember einen ersten Schritt zur Regulierung von Kryptowährungen getan. Anleger sollen laut einer neuen Geldwäscherichtlinie künftig nicht mehr anonym bleiben können, wenn sie digitales in staatliches Geld umtauschen. Insofern Digitalwährungen jenseits nationaler Gesetzgebungen und Grenzen funktionierten, sei allerdings eine "größtmögliche internationale Kooperation" nötig, mahnte Wuermeling.

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