Nach Äußerung von Janet Yellen Bitcoin rutscht ab - Anleger fürchten Staatseingriff

Nach EZB-Chefin Christine Lagarde hat sich auch die designierte US-Finanzministerin Janet Yellen kritisch zu Kryptowährungen wie dem Bitcoin geäußert. Anleger flüchten.
Kryptospekulationen im Visier: Designierte US-Finanzministerin Janet Yellen bei der Amtseinführung von Präsident Joe Biden am Mittwoch

Kryptospekulationen im Visier: Designierte US-Finanzministerin Janet Yellen bei der Amtseinführung von Präsident Joe Biden am Mittwoch

Foto: Kevin Dietsch / AP

Die Furcht vor einer schärferen Regulierung unter dem neuen US-Präsidenten Joe Biden (78) hat den Bitcoin-Kurs am Donnerstag gedrückt. Die Kryptowährung fiel auf der Handelsplattform Bitstamp  um 7,5 Prozent auf 32.779 Dollar und notierte zeitweise sogar 10 Prozent schwächer. Seit ihrem Rekordstand von 42.000 Dollar Anfang Januar hat die Cyberdevise fast ein Viertel verloren.

Auf die Stimmung drückte, dass Biden versuchen könnte, Kryptowährungen zu regulieren, sagten Händler. Während einer Anhörung im Senat am Dienstag äußerte Janet Yellen (74), die unter Biden das US-Finanzministerium leiten soll, Bedenken, dass Kryptowährungen zur Finanzierung illegaler Aktivitäten verwendet werden könnten.

Joseph Edwards vom Kryptomakler Enigma Securities sagte, diese Äußerungen hätten zu vermehrten Abflüssen geführt. Es sei aber noch unklar, welche Schritte die Biden-Regierung - wenn überhaupt - unternehmen würde. "Wir denken jedoch, dass es wahrscheinlich immer noch nur eine momentane Schwäche ist und keine grundlegende Trendumkehr", sagte Edwards.

Auch EZB-Präsidentin Christine Lagarde (65) hatte sich jüngst angesichts der extremen Kursschwankungen für eine weltweite Regulierung der Kryptowährung ausgesprochen. "Bitcoin ist ein hochspekulatives Anlageobjekt, bei dem es einige komische Geschäfte und einige interessante und total verwerfliche Geldwäscheaktivitäten gegeben hat, sagte sie in einem Interview auf dem Onlineforum "Reuters Next".

Zuletzt hatte der Kurs der ältesten Cyberdevise erneut unter starken Schwankungen gelitten. Am 9. Januar erreichte der Kurs mit 42.100 Dollar ein Rekordhoch. Zwei Tage später stürzte er jäh ab und büßte binnen weniger Stunden rund 10.000 US-Dollar an Wert ein. Noch im März vergangenen Jahres war der Bitcoin zeitweise unter die Marke von 4000 Dollar gefallen.

mg/Reuters