Kryptowährung Elon Musk lässt Bitcoin erneut abstürzen

Nach einem Tweet von Tesla-Chef Elon Musk ist der Bitcoin erneut eingebrochen. Offen bleibt, ob sich Tesla nun wirklich von weiteren Teilen seines milliardenschweren Bitcoin-Bestandes getrennt hat oder nicht.
Zocker-Spielzeug: die Kryptowährung Bitcoin

Zocker-Spielzeug: die Kryptowährung Bitcoin

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Jens Kalaene/ DPA

Einmal mehr hat Elon Musk mit einer Nachricht den Preis des Bitcoin massiv bewegt, am Sonntag drückte der Tesla-Chef die Kryptow#hrung mit einem Tweet unter die Marke von 45.000 Dollar. Auf der Handelsplattform Bitstamp  notierte der Bitcoin am Montagmorgen bei 43.000 Dollar. Musk antwortete mit dem Wort "Indeed"  (dt. "in der Tat") auf eine Twitter-Botschaft eines Nutzers, die Bitcoin-Besitzer würden sich im kommenden Quartal ärgern, wenn herauskomme, dass Tesla den Rest seiner Bitcoins verkauft habe. Man könne dies Musk nicht übelnehmen angesichts des Hasses, der ihm entgegenschlage, hieß es weiter.

Unklar blieb zunächst, ob der Konzern tatsächlich seine Bestände veräußert hat oder ob Musk sich auf die Kritik an ihm aus der Bitcoin-Szene bezog. Tesla hatte Mitte vergangener Woche angekündigt, doch keine Bitcoins mehr als Zahlungsmittel zu akzeptieren und den Handel mit der Kryptowährung einzustellen - wegen Umweltbedenken.

Vor allem wegen des rapide ansteigenden Verbrauchs von fossilen Brennstoffen für die Herstellung von und Transaktionen mit Bitcoins habe der Konzern diese Entscheidung getroffen. Diesen Vorwurf erheben Umweltschützer allerdings schon lange, was Musk nicht entgangen sein dürfte. Der Bitcoin-Kurs jedenfalls war daraufhin abgestürzt. Zugleich versicherte Musk, dass er grundsätzlich ein Fürsprecher des Bitcoin bleibe: "Kryptowährung ist auf vielen Ebenen eine gute Idee und wir glauben an eine vielversprechende Zukunft, aber dies kann nicht zu großen Lasten der Umwelt gehen." Auch wolle das Unternehmen seine Bitcoin-Bestände nicht verkaufen.

Tesla hatte erst im Februar bekannt gegeben, 1,5 Milliarden Dollar in Bitcoin investiert zu haben. Die Ankündigung hatte dem Bitcoin und der Aktie von Tesla einen kräftigen Schub versetzt: Tesla profitierte also seinerzeit doppelt. Im jüngsten Geschäftsquartal hatte das Unternehmen für fast 300 Millionen Dollar seiner zuvor gekauften Bitcoins wieder verkauft und daran nach eigenen Angaben rund 100 Millionen Dollar verdient.

Es ist schon bemerkenswert, wie Musk auf dem Markt der unregulierten Kryptowährungen immer wieder mit Statements den Wert des Cybergeldes bewegt. So reagierte der ursprünglich als Parodie auf den Bitcoin ersonnene Dogecoin am Freitag mit einem Kurssprung von fast 30 Prozent auf einen Tweet des Tesla-Chefs, womit sich das Plus des Dogecoin zu diesem Zeitpunkt seit Jahresbeginn auf fast 12.000 Prozent belief. Mit insgesamt knapp 69 Milliarden Dollar ist Dogecoin gemessen am Börsenwert die viertgrößte Kryptowährung.

Der Tesla-Chef hatte kurz zuvor via Twitter die Effizienz von Dogecoin-Transaktionen gelobt und die Digital-Währung als vielversprechend bezeichnet. Es war aber unklar, ob er damit Energieverbrauch, Nutzerfreundlichkeit oder das Potenzial als Zahlungsmittel gemeint habe, sagten Beobachter.

rei/Reuters/dpa-afx
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